Mini, Renault Clio, Citroën DS3: Test
Kleine Wirbelwinde

Citroën hat einen Ruf zu verteidigen: Der DS3, Auto des Rallye-Weltmeisters, fordert Renault Clio RS und Mini Clubman JCW heraus. Ein Vergleich der drei kleinen Asphaltraketen.
- Sebastian Renz
Um 1996 dem Zauber eines gebrauchten Citroën AX GTi zu erliegen, half es, jung zu sein und fest an die eigene Unverwundbarkeit zu glauben. Heute finden wir Autos wie den AX – 90 PS stark, 795 Kilo leicht und crashstabil wie eine Packung Haferflocken – ungeheuer verantwortungslos. Doch dann stehen wir vor diesen drei Autos, jedes unter 1,3 Tonnen schwer, und fragen uns, ob früher alles besser war. War es nicht. DS3, Clubman und Clio kommen mit ESP sowie genügend Airbags auf Bestnoten bei der Kissenschlacht des Euro-NCAPCrashtests. Dass die Sicherheit den Kleinen aufs Gewicht schlägt, kompensieren sie mit Mehrleistung.
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Limitiert: Vom 207 PS starken Citroën DS3 sind in Deutschland nur 700 Eexemplare zu haben.
Bild: Toni Bader
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Video: Clio, DS3, Clubman
Drei kleine Wirbelwinde
Viel besser gelang die Abstimmung beim DS3. Das ESP hält sich lange zurück, muss wegen des gelungenen, neutraleren Fahrwerk-Setups nur subtil regeln. Damit ist der Racing unspektakulär schnell. Mehr Drama verursacht der Mini, weil er bei Lastwechseln heftig mit dem Heck schwenkt und ihn sein ESP stärker einbremst. Doch wie er über Landstraßen wuselt, von der extrem direkten Lenkung geleitet, wie er ansatzlos einlenkt, das kann noch immer keiner besser. In Kombination mit dem schlechten Geradeauslauf ist diese Abstimmung für die Autobahn zu zappelig. Weite Reisen vermiest zudem die zu harte Federung. Der JCW bolzt herb über Unebenheiten.
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Kaum zu glauben: Der Mini sichert seinen Sieg im Kostenkapitel, nicht bei der Dynamik.
Bild: Toni Bader
Fazit
Es dürfte einer der seltenen Fälle sein, in denen ein Mini seinen Sieg durch das Kostenkapitel rettet – trotz seines fast schon absurd hohen Preises und der mageren Ausstattung. Mit dem DS3 hat er nun einen ebenbürtigen Gegner, ebenso schnell und mit einem beinahe ebenso überragenden Handling, aber besserem Komfort. Der Clio RS bleibt der Tipp für alle, die noch immer dem Golf I GTI nachtrauern. Ganz ohne den aufdringlichen Gordini-Kram gibt es ihn übrigens schon ab 19.900 Euro.
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