Bahn frei für die neuen SUV! Porsche Macan, BMW X4, Mercedes GLC und Audi Q6 zeigen mehr Dynamik und ein Design, das an Coupés erinnert.
SUV ist gut, sportlicher SUV besser. Mercedes ML 55 AMG, BMW X5 4.8is und Jeep Grand Cherokee SRT haben es seinerzeit vorgemacht. Jetzt setzen insbesondere die deutschen Hersteller auch bei den kleineren SUV auf mehr Dynamik – und erfinden diese Autoklasse damit neu. Dynamik steht freilich nicht nur für mehr Leistung, sondern auch für ein sportlicheres Design, was den Trend zum SUV-Coupé erklärt. Den Anfang beim neuen SUV-Chic machen der Porsche Macan und der BMW X4, beide starten schon in wenigen Monaten. Auf den Audi Q6 und den Mercedes GLC müssen wir hingegen noch bis 2017 warten.
Der Dynamiker: Bis zu 400 PS und Extras über Extras
So sehen künftige Verkaufsrenner aus: Mit dem Macan wird sich der Schwerpunkt von Porsche noch weiter in Richtung SUV verlagern.
Bild: Larson
Zum Serienanlauf Ende November 2013 rollt der Macan in drei Varianten vom Band: als S mit 340 PS, als 245 PS starker S Diesel und als Turbo mit 400 PS. In allen Fällen sorgt ein V6 mit drei Liter Hubraum für den Vortrieb. 2014 folgt dann das Macan-Einstiegsmodell mit 233 PS, ein Zweiliter-Vierzylinder. 2015 kommt der Zweiliter-Basisdiesel (204 PS). Damit werden – abgesehen vom großen Diesel – alle Macan-Modelle deutlich leistungsstärker sein als die Gegenstücke von Konzernschwester Audi. Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und den Allradantrieb bekommen alle Macan grundsätzlich serienmäßig.Zu den aufpreispflichtigen Hightech-Bausteinen gehören Luftfederung, aktives Fahrwerk (PASM) und schaltbare Stabis (PDCC). Vorerst nicht lieferbar sind dagegen Carbon-Keramik-Bremsen. Dafür gibt es vier verschiedene Radgrößen von 18 bis 21 Zoll, einen Sportauspuff, das Sport-Chrono-Paket mit zusätzlichen Fahrprogrammen und besonders feinfühliger Servotronic-Lenkung. Natürlich ist auch der Macan-Innenraum komplett auf Porsche getrimmt. Das Zündschloss sitzt links von der Lenksäule, das Lenkrad erinnert an den 918 Spyder, die Instrumente werden im typischen Porsche-Look gestaltet. Auch für den Innenraum gibt es Extras über Extras. Beispielsweise das große Festplatten-Navi, die 1000 Watt starke Burmester-Musikanlage, Bild und Ton auch für die Fondpassagiere sowie beheizte und belüftete 18-Wege-Sportsitze.
Der Pragmatiker: Schützenhilfe für den X3
Video: BMW X4 Concept
Das SUV-Coupé
Wer über den neuen BMW X4 redet, muss erst mal über den X3 sprechen. Der ist jetzt vier Jahre alt und erhält 2014 ein Facelift. Schon vorher bekommt er aber weitere Schützenhilfe – nämlich in Form des weitgehend baugleichen X4. Der nimmt sich optisch den X6 zum Vorbild, ist aber weniger extrem gestylt, was vor allem dem Platz im Fond und der Sicht nach hinten zugutekommt. Weil der X4 teurer ist als der X3, muss er noch sportlicher und hochwertiger sein. Damit verbieten sich der S-Drive-Hinterradantrieb und der kleine 143-PS-Motor fast von selbst. Stattdessen stehen leistungsstärkere Vierzylinder und eine neue Sechszylinder-Generation (B57/ B58) kurz vor dem Serieneinsatz. Bei den Benzinern reicht die Spanne künftig von 190 bis 326 PS, beim Diesel ist in der Spitze sogar von 333 PS die Rede. In der Diskussion sind darüber hinaus die starken M-Modelle X4 M und M40d.
Der Lückenfüller: Audis Modellpalette bietet Platz für den X6
Der in Mexiko gebaute Q6 profitiert vom längeren Radstand des nächsten Q5. Preis: ab 40.500 Euro.
Bild: Larson
Obwohl VW die Tiguan-Palette um ein Coupé erweitern will, hat Audi das artverwandte Coupé Q4 zurückgestellt. Warum? Weil die Modellstrategen glauben, dass die Nische zu eng ist, die produzierten Stückzahlen zu klein ausfallen und die Gewinne zu gering sind. Bessere Chancen rechnen sich die Ingolstädter in der Preisklasse ab 40.000 Euro aufwärts aus. Hier soll der Q6 ab 2017 gegen die Konkurrenten von BMW, Mercedes und Range Rover mobil machen. Optisch wird der Q6 kein verkappter Geländewagen, sondern eher ein hochgesetzter Sportkombi im eleganten Coupé-Look. Zur Wahl stehen im Q6 zwei Zweiliter-Benziner mit 177 und 225 PS sowie drei Diesel. Die beiden Vierzylinder bringen es auf 150 und 190 PS, der V6 leistet 272 PS. Bei Bedarf wird ein Dreiliter-V6-TFSI mit 310 PS nachgeschoben.
Der Mutige: Der GLC geht mit der Coupé-Mode
Der GLC wirkt mit seinem flach auslaufenden Heck extrem stromlinienförmig. Neben der Optik profitiert davon auch die Aerodynamik. Preis: ab 45.700 Euro.
Bild: Larson
Mercedes will in Zukunft jugendlicher werden, mit frischen Modellen und mutigen Formen überzeugen. Also mit Typen wie dem künftigen GLC. Hinter diesem neuen Kürzel verbirgt sich die Coupé-Variante des nächsten GLK. Das SUV-Coupé wird es mit Heckantrieb und dem Allradantrieb 4Matic geben. Die Technik des geduckten Fünfsitzers kommt übrigens von der neuen C-Klasse. Das bedeutet: rund 60 Kilo weniger Gewicht gegenüber dem aktuellen GLK, eine neue Elektronik-Plattform und zwei verschiedene Hybridbausteine (Mildhybrid mit 20 kW, Plug-in mit 50 kW). An den Motoren ändert sich vorläufig nur wenig, einzig die Leistung des V6 steigt von 306 auf 333 PS. Der von uns hochgerechnete Preis von 45.700 Euro gilt für das Basismodell mit Allradantrieb, den GLC 220 CDI 4Matic.