Die Radioprogramme im neuen Digital-Standard DAB+ sind ab sofort auf Sendung: Am 1. August 2011 war Startschuss. Die neue Radio-Dimension soll nicht nur mit erheblich verbessertem, rauschfreiem Klang brillieren gegenüber dem mittlerweile ziemlich betagten UKW-Funk sind mit DAB+ ganz neue Radio-Formate möglich. Der Hörer kann zum Beispiel individell zusammengestellte Verkehrsinfos, das Bundesliga-Fußballspiel seiner Wahl und dazu passende Texte und Bilder empfangen. Für ihn interessante Nachrichten können auf das Display seines Radios einspielt oder vorgelesen werden. 
Kenwood KDC-DAB41U Radio
Zum Start von DAB+ bietet Kenwood den Digital-Tuner KDC-DAB41U an. Preis: 180 Euro.
Bild: Werk
BMW, Mercedes und Volkswagen bieten eigene Digitaltuner zum Empfang von DAB+ an. Die Wolfsburger liefern DAB+ zunächst aber nur als Extra für die Tiguan-Ausstattungsvarianten "Trend & Fun" und "Track & Field". Kostenpunkt: 660 bzw. 730 Euro. Im Golf werden Radios mit DAB+ erst ab Oktober 2011 erhältlich sein. BMW dagegen bietet die neue Radio-Technologie seit Oktober 2010 als Option für alle Baureihen an. So kostet der Digital-Tuner für den 1er 210 Euro, für den 5er 450 Euro. Mercedes preist DAB+ als Extra für 415 Euro an. Allerdings nur für den neuen SLK, die modellgepflegte C-Klasse und den neuen ML. Eine Nachrüstung älterer Modelle ist derzeit nicht möglich, heißt es aus Stuttgart. Schon jetzt gibt es erschwingliche Zubehör-Radios, zum Beispiel von Kennwood (Modell KDC-DAB41U, rund 180 Euro). Tragbare Radios für Zuhause gibt es mit DAB+ ab 50 Euro. Außerdem gibt es eine Nachrüstlösung fürs Auto: Der FM-Transmitter "Highway" des Herstellers Pure ist im Internet für rund 105 Euro zu haben und sendet das digital Signal per UKW ans herkömmliche Autoradio weiter. Noch kann DAB+ hauptsächlich in Ballungsräumen und entlang von Autobahnstrecken empfangen werden. Die meisten Geräte der ersten Generation können deshalb sowohl DAB+ als auch UKW verarbeiten. Lücken im DAB-Netz kann der Nutzer unkompliziert mit einem UKW-Knopf überbrücken.
Das digitale Radio an sich ist allerdings keine Weltneuheit: Als Vorgänger von DAB+ startete bereits 1995 das simpler gestrickte DAB. Die Empfänger waren allerdings teuer, das Format nicht sehr weit verbreitet und längst nicht so gut vermarktet wie der UKW-Hörfunk. Bleibt abzuwarten, wie DAB+ sich schlagen wird. Sollten die versprochenen Features nicht von Anfang an Bestandteil des neuen Radios sein, könnten viele Autofahrer am gewohnten UKW hängenbleiben. Alle zufriedenen UKW-Hörer seien an dieser Stelle beruhigt: Einen Abschalt-Termin für das analoge Radio gibt es bislang nicht.