Opel Insignia OPC Sports Tourer (2014): Fahrbericht

Opel Insignia OPC Sports Tourer (2014) fahrend Opel Insignia OPC Sports Tourer Front

Opel Insignia OPC Sports Tourer (2014): Fahrbericht

— 26.09.2013

So fährt Opels Power-Kombi

Opel hat nach fünf Jahren den Insignia nachgebessert. autobild.de hat das Flaggschiff ausprobiert – den Insignia OPC Sports Tourer mit 325 PS!

Knackig: Der neue Insignia Sports Tourer steht elegant und sportlich da.

Was für ein Hintern! Der fürs Modelljahr 2014 überarbeitete Opel Insignia Sports Tourer macht optisch echt was her: Das Heck wirkt breit, knackig, aber nicht mehr so übertrieben bullig wie beim Vorgänger. Die Chromspange sitzt nun etwas tiefer, zieht sich weit bis in die Heckleuchten hinein. Auch die Front wirkt mit dem neuen Grill viel dynamischer. Der Insignia Sports Tourer OPC, Spitzenbrumme von Opels Flaggschiff, setzt dezent noch einen drauf: Auffällig sind die säbelzahnartigen Chromeinfassungen der vorderen Lufteinlässe und die ebenfalls mit Chrom verzierten Endrohröffnungen. Wer genauer hinsieht, der entdeckt noch die dezenten Spoiler und die Seitenschweller – und natürlich den OPC-Schriftzug.

Alle News und Tests zum Opel Insignia

5,9 Sekunden bis Tempo 100, Spitze bis zu 265 km/h: Der neue Insignia OPC geht ab wie Schmitz Katze.

Optik ist aber nicht alles, immerhin haben wir im Insignia OPC satte 325 PS unter der Haube. "Sports Tourer", beim OPC ist der Name Programm: Der Recaro-Sitz passt prima, das schwarze Leder ist angenehm weich, das ebenfalls lederne Lenkrad wunderbar griffig. Zwei Knöpfchen drücken, der Sitz surrt vor und hoch. Die Sitzverlängerung brauche ich trotz meiner 1,67 Meter nicht auszuziehen. Perfekt. Ein Tritt aufs Alupedal: Der OPC hechtet nach vorne, will rennen. Denkste: 30er-Zone, dann 50. Großstadtverkehr mitten in Mainz.
Preise Opel Insignia OPC
Motor Verbrauch (Limousine/Kombi) Getriebe 4-Türer 5-Türer Sports Tourer
2.8 V6 Turbo, 325 PS, 435 Nm 10,6/10,9 Liter 6-Gang manuell 48.435 48.825 49.515
10,7/11,0 Liter 6-Stufen-Automatik 50.685 51.075 51.765
Dann die Auffahrt zur Autobahn. Der Insignia zieht präzise durch die Kurve, Tachonadel und Drehzahlmesser fliegen nach oben und der Opel auf die linke Spur. Der Halt im Recaro-Sportsitz ist Spitze. Auch wenn die maximalen 435 Newtonmeter Drehmoment des 2,8-Liter-V6 erst bei 5250 Touren anliegen, zieht der 1,8 Tonnen schwere Insignia auch bei niedriger Drehzahl gut durch. 6,3 Sekunden vergehen laut Hersteller bis Tempo 100, bei 250 km/h ist normalerweise Schluss mit Vortrieb. Die "Unlimited"-Variante rennt sogar 265.

Kaufberatung sportliche Kombis

Das neue Opel-Infotainmentsystem im Detail

Opel hat aufgeräumt: Das Cockpit wirkt jetzt deutlich erwachsener.

Im Cockpit hat Opel aufgeräumt: Wo früher Schalter an Schalter saß, sind jetzt nur noch ein paar Knöpfchen übrig, die Schaltstelle wirkt erwachsen und hochwertig. Oben in der Mittelkonsole sitzt ein Achtzoll-Monitor, ein zweiter mitten in der Instrumententafel. Der zeigt den digitalen Tachokranz und in dessen Mitte ein Feld, in dem Öldruck, Öltemperatur, Batteriespannung, Drosselklappenstellung oder die Bremsleistung eingeblendet werden können. Bei der Testfahrt ist hier ein Navi zu sehen. Das mag den Vorteil haben, dass die Streckenführung auch dann vor Augen ist, wenn im großen Bildschirm mal ein anderes Programm läuft. Doch das Mäusekino im Tacho ist viel zu klein, wirkt unnötig verspielt – da hat es Opel ein bisschen zu gut gemeint mit seiner neuen Konnektivität. Digital ist ja toll, aber was ist, wenn der Monitor mal ausfällt? Woher weiß man dann, wie schnell man unterwegs ist? "Man hat ja noch den Drehzahlmesser, an dem man sich orientieren kann", meint Patrick Munsch. Und schiebt schnell noch hinterher: "Auch ein traditioneller Tacho ist ja nicht analog. Wenn da jemand den Stecker zieht, zeigt der auch nichts mehr an." Ah ja.

Erster Abgleich: Opel Insignia gegen VW Passat

Das Infotainmentsystem lässt sich per Sprachsteuerung, Lenkradtasten, Berührung oder übers Touchpad steuern. Das sitzt rechts neben dem Sitz und funktioniert vollkommen intuitiv: Fährt die Maus über ein Bildschirmsymbol, gibt's eine sensorische Rückmeldung per Gegendruck. Das kann sonst keiner, und gerade bei flotterem Tempo ist die Ablenkung und damit die Unfallgefahr geringer. Wer's lieber mag, kann auch direkt auf den Monitor tippen. Da muss man aber genau hingucken und recht nachdrücklich draufbohren, damit etwas passiert; ein bisschen sensibler könnte der Bildschirm schon reagieren. Und die Darstellung auf dem Display ist nicht gerade schmissig, sie wirkt einfallslos und bieder.

Opel Insignia (Facelift) IAA 2013: So kommt der neue Insignia

Opel Insignia Facelif IAA 2013 Opel Insignia Facelif IAA 2013 Opel Insignia Facelif IAA 2013

Ein Druck auf die OPC-Taste: Wham, Lenkung und Gaspedal reagieren sofort!

Schon kommt Rüsselsheim in Sicht, das Ziel unserer Testfahrt. Jetzt aber schnell noch mal die OPC-Taste drücken. Whaam, Lenkung und Gaspedal reagieren sofort, sind noch direkter, noch knackiger. Fuhr sich der Insignia vorher wie ein "normales" Auto mit ordentlich Wums, legt er jetzt den Softie ab und zeigt seinen harten Kern – ohne aber dabei auch nur im Geringsten zickig oder ungemütlich zu werden. Feine Sache! So macht der Insignia bestimmt auch auf der Rennstrecke Spaß. Auch wenn die Schaltwege dafür noch einen Tutsch kürzer sein könnten.

Opel Insignia Country Tourer: Preise

Opel Insignia Country Tourer: IAA 2013 Opel Insignia Country Tourer: IAA 2013 Opel Insignia Country Tourer: IAA 2013
Bei allem OPC-Fahrspaß, wir sitzen immer noch in einem Familienkombi. Dessen Qualitäten haben sich nicht verbessert, es handelt sich ja auch nur um ein Facelift. Der Kofferraum ist mit seinen 540 Litern für einen Mittelklasse-Laster nach wie vor eher dürftig bemessen – ein Passat Variant schluckt 603 Liter. Außerdem ist die Ladekante unangenehm hoch. Ein Blick auf die Rückbank: Auch hinten geht's gewohnt eng zu. Sicher, für mich reicht das locker. Größer Gewachsene haben's wahrscheinlich nicht ganz so gemütlich. Schade, dass es Opel auch bei der Neuauflage nicht gelingt, den Raum besser zu nutzen.

Opel Insignia OPC Sports Tourer (2014): Fahrbericht

Opel Insignia OPC Sports Tourer (2014) Opel Insignia OPC Sports Tourer (2014) fahrend
Technische Daten Opel Insignia OPC Sports Tourer: Motor: V6 • Hubraum: 2792 cm3 • Leistung: 325 PS bei 5250 U/min • Drehmoment: 435 Nm bei 5250/min • Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (unlimited: 265 km/h) • 0-100 km/h: 6,3 Sekunden • Getriebe: 6-Gang manuell • Antrieb: Adaptiver Allradantrieb • Kofferraum: 540 Liter • Verbrauch: 10,9 Liter Super Plus • Länge/Breite/Höhe: 4913/1856/1513 mm • Preis: 49.515 Euro
Autor:

Maike Schade

Fazit

Ja, doch, das Facelift hat sich gelohnt. Der Insignia sieht nicht nur deutlich frischer aus, er fährt sich auch so. Schade nur, dass das Raumangebot nach wie vor zu wünschen übrig lässt und das Infotainmentsystem zumindest auf den ersten, kurzen Blick noch nicht ganz ausgereift wirkt. Trotzdem: Mit diesem Auto braucht sich Opel wirklich nicht zu verstecken. Und mit dem OPC schon gleich gar nicht.

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.