Opel-Werk Bochum

Opel schließt Werk Bochum komplett

— 26.04.2013

Ersatzteillager macht dicht

Opel schließt Ende 2014 auch das Ersatzteillager in Bochum. Damit ist der Standort Geschichte. Insgesamt 3700 Mitarbeiter verlieren ihre Jobs.

(dpa) Jetzt stehen die Opel-Beschäftigten in Bochum ganz mit leeren Händen da: Ende 2014 schließt auch das Ersatzteillager mit rund 420 Jobs. Nach gut 50 Jahren will Opel Ende 2014 sein Ruhrgebietswerk in Bochum komplett schließen. Mit dem Aus der Autoproduktion werde auch das Zentrallager aufgegeben, bestätigte ein Bochumer Opel-Sprecher heute (26. April 2013) Medienberichte. In dem Warenverteilzentrum, das Händler in ganz Europa mit Ersatzteilen wie Kotflügeln oder Motoren beliefert, arbeiten rund 420 Menschen. In der Autoproduktion sind außerdem rund 3200 Menschen beschäftigt. Insgesamt erhöht sich die Zahl der Betroffenen des Opel-Abzugs mit der Schließung des Lagers auf rund 3700.

Hintergrund: Ablehung des Sanierungsplans in Bochum

Das Aus für das Zentrallagers sei Folge des Neins der Bochumer Beschäftigten zum Opel-Sanierungsplan, sagte der Sprecher. Der von den Bochumer Mitarbeitern im März abgelehnte und damit hinfällige Tarifvertrag hatte neben der Autoproduktion bis Ende 2016 sogar einen Ausbau des Logistikzentrums vorgesehen. Nach der Ablehnung sei es weder betriebswirtschaftlich noch logistisch sinnvoll, das Warenverteilzentrum in Bochum zu belassen, teilte Opel mit. Es sei besser, den Standort komplett aufzugeben. "Das ist keine Strafaktion", betonte ein Bochumer Opel-Sprecher auf Nachfrage. Wohin das Ersatzteillager verlagert wird, sei noch unklar. In Deutschland hat Opel ein weiteres Warenverteilzentrum am Stammsitz Rüsselsheim.

Opel: GM investiert 230 Millionen

Das Lager im Bochumer Werk ist nach Angaben des Sprechers ausgelagert und wird seit 2006 von Opel mit einem Partnerunternehmen betrieben. Die Beschäftigten sind ehemalige Opelaner mit einem Rückkehrrecht ins Unternehmen. Sie würden also bei der Schließung behandelt wie direkt bei Opel Beschäftigte, sagte der Sprecher. Im NRW-Landtag sorgte die Nachricht für heftige Debatten. Die Oppositionsfraktionen forderten eine Sondersitzung. CDU, FDP und Piraten werfen der SPD-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) mangelhaften Einsatz für den Standort vor, was diese strikt zurückweist. Die Stadt Bochum steht mit dem Beschluss schneller als erwartet vor der Notwendigkeit, das riesige Werksgelände neu zu vermarkten. Die Gründung einer Entwicklungsgesellschaft, an der sich auch Opel mit einem zweistelligen Millionenbetrag beteiligen will, verzögert sich bisher.

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