Porsche 911 Facelift (IAA 2015): Sitzprobe

Porsche 911 Facelift (IAA 2015): Sitzprobe

— 07.09.2015

Frischer 911er im ersten Check

Zur IAA 2015 verpasst Porsche dem Elfer optisch nur leichte Änderungen – die Revolution steckt unter dem Blech. Wir kennen alle Details!

Video: Porsche 911 Carrera S (2015)

Der neue 911 Carrera S

Porsche enthüllt auf der IAA 2015 (17. bis 27. September) den überarbeiteten 911. Wie eh und je wurde der Elfer optisch nur behutsam weiterentwickelt, die Änderungen beschränken sich auf neue Stoßfänger mit feineren LED-Tagfahrleuchten und dreidimensionale Rückleuchten mit Vierpunkt-Bremslicht. Dafür hat sich unterm Blech eine Menge getan. Die Dreiliter-Boxer im Heck sind von Grund auf neu konstruiert. Aus 2981 Kubikzentimeter Hubraum holen sie 370 PS (Carrera) und 420 PS (Carrera S). Das sind 20 PS mehr als bisher. Das Drehmoment steigt um 60 Nm auf 450 Nm (Carrera) und 500 Newtonmeter (Carrera S).

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Daran erkennt man ihn im Rückspiegel: größere Kühlöffnungen und schlanke Tagfahrlichter.

Fast am wichtigsten: Es liegt bereits bei 1700 Umdrehungen an und bleibt bis zu 5000/min konstant erhalten. Die Fahrleistungen verbessern sich so deutlich. Der Carrera mit Doppelkupplungsgetriebe PDK beschleunigt in 4,2 Sekunden (minus 0,2 s) von 0 auf 100, erreicht ein Spitzentempo von 295 km/h. Der Carrera S schafft den Sprint auf 100 in 3,9 Sekunden (ebenfalls minus 0,2 s), die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 308 km/h (plus 4 km/h). Trotz gestiegener Leistung sinkt der Verbrauch – und das deutlich um bis zu einen Liter je 100 Kilometer.
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Optionale Allrad-Lenkung wie im GT3

Das Bremslicht leuchtet vierfach auf. Die Rückleuchten im Macan-Stil sind plastisch ausgeformt.

Aber nicht nur die Motoren sind neu – die bekannte elektromechanische Lenkung arbeitet künftig noch feinfühliger. Erstmals ist für den Carrera S zudem die aus dem GT3 bekannte Allradlenkung lieferbar. Der Wendekreis verkleinert sich so um einen halben auf 10,7 Meter. Gleichzeitig verbessert sich die Kurvenstabilität bei hohen Geschwindigkeiten. Porsche verspricht so etwas wie die Quadratur des Kreises. So soll der neue Elfer dank zehn Millimeter Tieferlegung und weiter verfeinerter, adaptiver Dämpfer und Federn nicht nur deutlich schneller sein als bisher, sondern auch komfortabler.

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Auch im Innenraum leicht verfeinert

Ähnlich wie beim Außendesign halten sich die optischen Änderungen im Innenraum in Grenzen. Und wir merken bei der Sitzprobe sofort: Auf dem Fahrersitz herrscht das bekannte Elfer-Feeling. Tolle Qualität, edle Materialien und eine nahezu perfekte Sitzposition kennen wir bereits aus dem aktuellen Modell – leicht verfeinert. Neu ist die schlankere Mittelkonsole mit weniger Schaltern und das aus dem 918 Spyder bekannte Multifunktionslenkrad. Hier lassen sich in Zukunft die einzelnen Fahrprogramme an einem neuen Drehknopf regeln – von "Normal" über "Individual" bis zu "Sport+". Die Programme verändern Lenkung, Fahrwerk, Motorcharakteristik sowie die ESP-Steuerung. Das bisherige Navigationssystem war trotz hoher Preise auf dem Stand von vorgestern. Zum Glück ist das Geschichte, der neue Elfer bekommt eine neu entwickelte Multimedia-Generation mit einem sieben Zoll großen Touchscreen.
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Preisaufschlag von knapp 4000 Euro

Das Multifunktionslenkrad im gelifteten 911 ist aus dem Hybrid-Sportler 918 Spyder bekannt.

Und hier zeigt sich beim ersten Anfühlen, dass Porsche einen guten Job gemacht hat. Das Ganze fühlt sich so modern und hochwertig an wie ein Apple iPad, dank eines superschnellen Prozessors reagiert das System ohne Verzögerung auf Befehle. Im Alltag sind die nun verfügbaren Echtzeit-Verkehrsdaten wohl der größte Fortschritt – Staus umfahren Porsche-Fahrer künftig leichter. Die Bedienung orientiert sich an Smartphones, Wischen und Zoomen sind mit zwei Fingern möglich. Navi-Ziele können sogar per Handschrift eingegeben oder per "Porsche Connect App" ins Auto geschickt werden. Bleiben die Preise. Nein, ein Porsche 911 war und bleibt kein Schnäppchen. Der Elfer kostet als Carrera künftig mindestens 94.344 Euro, das sind 3927 Euro mehr als bisher. Für den Carrera S werden in Zukunft 108.505 (zuvor 105.173) Euro aufgerufen. Die Cabrios stehen mit 107.434 (Carrera) und 117906 (Carrera S) Euro in der Preisliste. Angesichts gestiegener Leistung und Performance ein moderater Aufschlag.
Autor:

Stefan Voswinkel

Fazit

Der Elfer ist seit Jahrzehnten der meistverkaufte Sportwagen der Welt. Mit der Auffrischung und dank der neuen Turbo-Boxer wird sich der Abstand zu den Konkurrenten noch erhöhen – der Porsche 911 war nie besser in Form.

Stichworte:

Sportwagen

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