Porsche 918 Spyder vs. Tesla Model S P85D

Porsche 918 Spyder/Tesla Model S P85D:Test

— 11.05.2015

Voll auf Speed

Tesla Model S P85D und Porsche 918 Spyder überbieten sich mit brachialer Beschleunigung. Wir haben die beiden Elektroraketen getestet.

Auf diese Autos gehört ein Aufkleber: Der Bundesgesundheitsminister warnt – Geschwindigkeit kann süchtig machen. Stimmt. Ich bin schon voll auf Speed. Und ehrlich, ich hab's versucht, wollte davon loskommen. Du willst es nicht, weil dich im Augenblick der Beschleunigung pure Panik ergreift. Fluchtinstinkt! Und doch musst du es immer wieder tun. Klarer Fall von Suchtverhalten – beim neuen Tesla Model S P85D immerhin ein sauberes.

Der Top-Tesla kommt mit zwei starken E-Motoren

Video: Tesla Model S vs. 918 Spyder

Duell der Sport-Stromer

Denn der Elektronen-Beschleuniger produziert lokal kein CO2. Weil ohne Verbrenner, und Strom kommt ja aus der Steckdose. Auch der Plug-in-Porsche kann bis 150 km/h rein batteriegetrieben spurten. Die beiden Kraftbolzen sprinten unglaublich. Wie gut, das erfahren wir bei "Test the Best Electric" auf dem Bridgestone-Testgelände nahe Rom. Tesla? Ist bekannt. Vier Türen, mindestens ebenso viele Sitzplätze, Elektromotor hinten, stattliche Batterien, die für Autobahntouren taugen. Also: futuristisch, alltagstauglich, teuer. Doch Tesla-Boss Elon Musk will mehr. Beim neuen P85D gibt es deshalb zusätzlich einen E-Motor vorn und insgesamt 700 PS. Die neue Architektur soll sich auch für das geplante SUV, das Modell X, eignen. Das Model S jetzt also mit der Kraft zweier Herzen. Mehr als beeindruckend: das massige Drehmoment von unglaublichen 930 Newtonmetern. Die stehen schon bei Drehzahl null zur Verfügung. Also quasi im Stand. Drei Modi kennt das riesengroße Display in der Mittelkonsole: Normal, Sport und "Insane", also Wahnsinn.
Alle News und Tests zum Tesla Model S

Im Modus "Wahnsinn" geht das Model S P85D wie Hölle

Im Fahrmodus "Insane" wird der Tesla Model S P85D zum lautlosen Beschleunigungs-Biest.

Alles klar, darum geht's. Schon im Sport-Modus schießt der Strom-Kraftwagen spektakulär unspektakulär leise, wie von einer unsichtbaren Seilwinde gezogen, nach vorn. Und dabei hört man nicht mal die Reifen wimmern, weil das Model S ja ein Allradler ist. Atemberaubend wird's dann in Stellung "Insane". Fuß auf den Fahrtregler: Zischsch! Mehr nicht, eher das Schweigen der Hämmer. Aber oho! Tesla klemmt dir nach dem ersten Sprint-Schreck ein breites Grinsen zwischen die Ohren. Noch ehe du "irre, wie der abgeht" gedacht hast, stehen 100 km/h auf dem Digitaltacho, der sagenhafte Elektro-Sprint endet erst bei 250 km/h. Im Dauerbetrieb schrumpft dann zwar die im Prospekt versprochene Reichweite von 480 Kilometern zusammen. Doch an den eigenen Super-Chargern (120 kW), die Tesla weltweit an 423 Plätzen installiert hat, reichen 30 Minuten, und die Lithium-Ionen-Akkus sind wieder fit für weitere 270 Kilometer Wegstrecke. Der Clou: Strom-Tanken kostet Tesla-Kunden nichts. Alles im Preis von fast 106.540 Euro inbegriffen.

Der Spatzendurst des 918 Spyder ist eher theoretischer Natur

Wenn man den Porsche 918 Spyder artgerecht bewegt, kann man die 3,1 l/100 km getrost vergessen.

Gut das Siebenfache berechnet Porsche für seinen 918 Spyder. Für fast 800.000 Euro gibt es aber auch reinrassige Renntechnik. Doch der Schwabe kann natürlich auch sparen: Beispielsweise beim Gewicht. Keine 1700 Kilogramm, dank einem Mix aus Carbon, Aluminium und Magnesium. Und auch beim Verbrauch knausert der 918. Weil die raffinierte Choreografie zwischen zwei Elektromotoren und dem mittig montierten V8-Saugbenziner einem Pas de trois gleicht. Ergebnis des Balletts für drei: Im Drittelmix sollen alle 100 Kilometer nur 3,1 Liter Super plus durch die Einspritzdüsen gedrückt werden. Ein theoretischer Wert. Denn heute geht es um Sparen auf höchstem Niveau. Genauer gesagt: Es geht um pure Lust am (Vor-)Trieb. Einsteigen. Am roten Lustknöpfchen des Lenkrads auf Race gestellt. Launch Control. So nennen die Entwickler aus dem Ländle die schnellste Möglichkeit, vom Fleck wegzukommen: Bremse treten, Vollgas. Die Nadel steht bei gut 4000 Umdrehungen.
Alle News und Tests zum Porsche 918 Spyder

In 2,6 Sekunden schießt der Hybrid-Porsche auf Tempo 100

Wie aus der Pistole geschossen: Der Zuffenhauser Hybride geht in unter drei Sekunden auf Tempo 100.

Linkes Pedal lösen: Der Spyder schießt wie ein Kampfjet vom Deck eines Flugzeugträgers. Nach nur einer Radumdrehung der 21-Zoll-Räder (vorn 20 Zoll) zeigt der Tacho schon über 26 km/h. Nur ein paar Umdrehungen weiter, nach 2,6 Sekunden, stehen 100 km/h an. Sagenhafte 1280 Newtonmeter wuchten den Spyder auf 345 km/h. Dabei errötet der Drehzahlmesser erst ab 9000 Touren. Wahnsinn. Auch der Spyder macht süchtig. Beide Pedale voll getreten: Abschuss. Klebte jetzt ein 500-Euro-Schein am Armaturenträger, der Beifahrer könnte nicht danach greifen. Gleichzeitig brüllen von hinten die acht Kolben des 4,6-Liter-Saugers in dein Hirn: mehr, mehr. So schnell wie ein Bugatti Veyron, schneller als der Lamborghini Aventador. Kurzum: Mehr geht kaum. Ich gestehe: Nach diesem totalen Test the Best Electric bin ich voll auf Speed. Und das ist riskant. Denn auch der Verkehrsminister warnt: Achtung – diese Autos gefährden Ihren Führerschein.
Fahrzeugdaten Tesla Porsche
Modell Model S P85D 918 Spyder
Motor 2 Elektromotoren V8/4593 cm3 + 2 E-Motoren
Leistung v. 165 kW (224 PS)/h. 350 kW (476 PS) 447 kW (608 PS) + 210 kW (286 PS)
max. Drehmoment 930 Nm 917-1280 Nm
Leergewicht 2200 kg 1674 kg
Vmax 250 km/h 345 km/h
0-100 km/h 3,3 s 2,6 s
Getriebe Einstufenautomatik Siebengang-PDK
Länge/Breite/Höhe 4970/1964/1445 mm 4643/1940/1167 mm
Kofferraumvolumen vorn 150/hinten 745 l 110 l
Verbrauch 17,7 kWh/100 km 3,1 l Super plus/12,7 kWh/100 km
Preis ab 106.540 Euro 768.026 Euro

Vergleichstest: Duell der schnellen Stromer

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt von folgenden Modellen: Porsche 918 Spyder und Tesla Model S P85D (Vergleichstest).

Veröffentlicht:

30.04.2015

Preis:

1,00 €

Autor:

Stefan Diehl

Fazit

Wow – ich bin elektrisiert! Egal ob 700 PS im Tesla oder noch 187 PS obendrauf im Porsche: Das Erlebnis mit diesen Elite-Elektrikern ist unbezahlbar.

Stichworte:

Supersportwagen

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