Katar steigt aus Porsche-Holding aus

Porsche wieder in Familienhand

— 17.06.2013

Katar steigt aus Porsche-Holding aus

Rückzug der Scheichs: Der Staatsfonds des Emirats Katar gibt seinen Anteil an der Porsche-Holding ab – und zwar an die Familien Porsche und Piëch.

(dpa) Jetzt hat nur noch die Verwandtschaft das Sagen: Die Familien Porsche und Piëch haben dem Scheichtum Katar seine Anteile an der Porsche-Holding abgekauft – und damit künftig alleiniges Mitspracherecht. Der Staatsfonds hatte sich nach eigenen Angaben von seinem Zehn-Prozent-Anteil an der Holding getrennt. Alle Stammaktien – also alle stimmberechtigten Anteilsscheine – sind nun in Familienbesitz, wie die Porsche Automobil Holding (PSE) am 17. Juni 2013 in Stuttgart mitteilte. Zum Kaufpreis der Anteile äußerten sich beide Seiten nicht.

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Ferdinand Piëch (l.) und Wolfgang Porsche haben – stellvertretend für ihre Familien – künftig wieder allein das Wort bei der Porsche Automobil Holding (PSE).

"Die Wiedervereinigung aller Stammaktien in den Händen der Familien Porsche und Piëch ist Ausdruck unseres Vertrauens in die erfolgversprechende Zukunft der Porsche SE als größter Aktionär der Volkswagen AG", erklärte Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche. Das maßgebliche Geschäft der PSE ist die Beteiligung am Volkswagen-Konzern, an dem sie etwas mehr als die Hälfte der Stimmrechte und knapp ein Drittel des Kapitals hält. Analysten hatten den Verkauf schon seit längerem erwartet. VW-Titel legten zeitweise um mehr ein Prozent zu, Porsche-Papiere gewannen knapp ein halbes Prozent.

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Der jüngste Verkauf der Porsche-Aktien sei die Folge der Komplettübernahme der Porsche AG durch VW im vergangenen Jahr, hieß es. Nach einer Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW war der Sportwagenbauer im Juli 2012 unter dem Dach der Wolfsburger gelandet. Übrig blieb die Porsche-Holding SE, die von den Familien Piëch und Porsche kontrolliert wird. Katar war im August 2009 bei der Porsche SE eingestiegen.

Bilder: Sondermodell 50 Jahre Porsche 911

Porsche 911 50 Jahre Frontansicht Porsche 911 50 Jahre Jubiläumsausgabe Heckansicht Porsche 911 50 Jahre Innenraum
Porsche hatte unter Führung des ehemaligen Vorstandschefs Wendelin Wiedeking von 2008 an versucht, den viel größeren Konzern aus Wolfsburg zu schlucken, sich dabei aber mit Finanzgeschäften übernommen und Schulden in Milliardenhöhe angehäuft. Schließlich drehte VW den Spieß um und zwang den Autobauer unter sein eigenes Konzerndach. Eine Rolle spielt bei VW immer auch die Beteiligung des Landes Niedersachsen. Mit einem Anteil von rund 20 Prozent kann die Landesregierung in Hannover aufgrund des sogenannten VW-Gesetzes wichtige Entscheidungen im Konzern blockieren.

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