Probefahrt: Ratgeber

— 25.09.2013

Die Tücken der Probefahrt

Schnell die Schlüssel schnappen und ab auf Probefahrt? Vorsicht, das kann reichlich Ärger geben. Schäden am Auto sollten vor Fahrtantritt schriftlich festgehalten werden, damit es keine Probleme gibt.



Bekannte Gefühle: Das neue Auto sieht klasse aus, doch beim Fahren findet man nicht zueinander. Irgendwas stört die Beziehung zwischen Mensch und Maschine – die Sitze, die Schaltung, die Federung. Eine Probefahrt ist also unerlässlich, bevor ein Kaufvertrag unterschrieben wird. Dazu schließt man mit dem Händler eine schriftliche Probefahrtvereinbarung, in welcher der Testzeitraum, die maximalen Kilometer sowie die Kostenübernahme für den Sprit und die Kaskoselbstbeteiligung im Schadensfall geregelt sind.

Die Checkliste für Probefahrt und Gebrauchtwagenkauf

Schäden am Auto sollten vor Fahrtantritt schriftlich festgehalten werden, damit man nach der Fahrt für diese nicht verantwortlich gemacht werden kann. Hat der Wagen sichtbare Sicherheitsmängel, etwa abgefahrene Reifen oder eine defekte Beleuchtung, sollte eine Probefahrt gar nicht erst angetreten werden. Denn selbst wenn auf der Tour nichts passieren sollte, kann der Fahrer für die Mängel mit Bußgeld und Punkten bestraft werden. Er kann sich nicht auf die Probefahrt herausreden. Eine ausführliche Checkliste für die Testfahrt hilft, unterwegs keinen entscheidenden Punkt zu vergessen. Ideal ist die Probefahrt im Team: Der eine fährt und gibt zu Protokoll, der andere hakt ab und notiert Anmerkungen. Autolaien sollten sich möglichst einen Partner mit Sachverstand an Bord holen.

Probefahrt-Center auf autobild.de

Der Besitzer sollte den Interessenten auf der Tour begleiten

Gebrauchte Autos können auch zum Technikcheck bei TÜV oder DEKRA auf die Hebebühne gefahren werden (ab 60 Euro). Die Fahrt sollte unbedingt so lange dauern, bis der Wagen richtig warm geworden ist. Und besser nicht nur durch die Stadt, sondern auch über Land und Autobahnen führen. Auch der Verkäufer eines Gebrauchten muss aufpassen, wem er den Wagen überlässt. Interessenten, die keinen Führerschein, keinen Personalausweis vorlegen und keine Adresse angeben, scheiden aus. Der Besitzer sollte den Interessenten auf der Tour auch besser begleiten. Denn kommt der mit dem Wagen nicht wieder, gilt der nicht als gestohlen. Sondern als unterschlagen – und von der Kasko gibt es dann keinen Cent.

Die Versicherung

• Haftpflichtschäden gehen auf die Police des Händlers, weil der Kaufinteressent ein "berechtigter Fahrer" ist.
• Der Probefahrer darf auch darauf vertrauen, dass ein Händlerwagen vollkaskoversichert ist (OLG Koblenz, Az. 12 U 1360/01).
• Die Zahlung einer Selbstbeteiligung darf der Händler aber fordern; diesen Punkt vor Fahrtantritt genau klären.
• Einen Schaden an einem privaten Gebrauchtwagen muss der Probefahrer zahlen. Deshalb sollte er sich mit einer formlosen schriftlichen Vereinbarung von dieser Haftung befreien.
• Bei grober Fahrlässigkeit, etwa Fahren unter Alkoholeinfluss, haftet der Fahrer voll für die von ihm angerichteten Schäden.
• Hat der Fahrer keine Fahrerlaubnis, zahlt die Kasko nichts.

Oben in der Bildergalerie: Die wichtigsten Tipps für die Probefahrt

Autor: Roland Bunke

Stichworte:

Autohandel

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