Ratgeber Unfallschäden

Ratgeber Unfallschäden

— 17.08.2009

Vorsicht, Unfallwagen!

Unfallwagen oder nicht? Auf den ersten Blick ist das oft nicht zu erkennen. Verdeckte Schäden und die Folgen des Schadens lassen sich nur erkennen, wenn man gründlich danach sucht.

Achtung, Sie sehen gerade auf einen rund 20.000 Euro teuren Unfallschaden. Kaum zu glauben, aber die linke Seite des BMW war so stark eingedrückt, dass Sie für die Instandsetzung locker einen neuen Golf bekommen hätten. Klar, dass sich eine solch teure Reparatur für eine Versicherung nur bei einem Luxuswagen lohnt. Jetzt ist wieder alles in Ordnung, der Wagen fährt perfekt, und die Folgen des Schadens lassen sich nur erkennen, wenn man gründlich danach sucht. Hier liegt ein Problem, denn ohne Unfall ist der 7er rund 40.000 Euro wert. Sind dem Käufer die Vorschäden bekannt, fällt der Preis locker um 5000 Euro. Klar, dass da die Versuchung für den Verkäufer groß ist, den Unfall zu verharmlosen oder gleich ganz zu verheimlichen. Ein guter Grund, die Unfallfreiheit im Kaufvertrag niemals auszuschließen. Wird ein Unfallschaden erwähnt, muss definiert sein, welche Teile betroffen waren. Mit Pech stellt sich ein angeblich harmloser Rempler später als ein schlecht reparierter Totalschaden heraus.

So viel ist der Wagen wert

Unfall ist nicht gleich Unfall. Für den Wertverlust heißt das: Je weniger nach einer Reparatur vom Schaden zu sehen ist, umso geringer ist der Wertverlust. Wird zum Beispiel nur ein verbeulter Kotflügel und ein Scheinwerferglas getauscht, macht sich das kaum bemerkbar. Ein schwerer Unfall wie bei unserem BMW kann einen Preisnachlass von zehn bis 15 Prozent begründen – Verhandlungssache. Bei kapitalen Schäden immer sämtliche Werkstattrechnungen verlangen und auf ein Gutachten von einer Prüforganisation (etwa TÜV, DEKRA) als Nachweis der ordnungsgemäßen Reparatur bestehen.

Das sagt der Anwalt

Sind einem Verkäufer Unfallschäden am Fahrzeug bekannt, hat er sie dem Käufer grundsätzlich ungefragt offenzulegen. Auch wenn die Schäden fachgerecht repariert wurden. Unterlässt er das, muss er damit rechnen, dass ihm der Käufer das Fahrzeug wieder vor die Tür stellt. Dann hilft auch die Vertragsklausel "Gekauft wie besehen" nicht. Lediglich auf Bagatellfehler, etwa ausgebesserte Lackkratzer, muss der Verkäufer nicht ausdrücklich hinweisen. Hat ein Autohändler das Fahrzeug vor dem Weiterverkauf nicht untersucht, haftet er dem Käufer etwa wegen eines nicht erkannten Unfallschadens nur, wenn der Händler handfeste Anhaltspunkte für einen Vorschaden hatte. Arglistig handelt der Verkäufer auch mit der Behauptung ins Blaue hinein, der Wagen sei unfallfrei. Gleiches gilt, wenn er nur einen Teil der Vorschäden einräumt. Für einen arglistig verschwiegenen Schaden oder Mangel haftet der Verkäufer dann 30 Jahre.

Sehen Sie nun in unserer Bildergalerie wie Sie verdeckte Schäden entdecken können!
Bernd Volkens

Bernd Volkens

Fazit

Schon mal tausend Euro von einem Unbekannten geschenkt bekommen? Nein? Entsprechend misstrauisch sollten Sie sein, wenn ein Auto unter Wert verkauft wird. Für Laien ist meist nicht zu erkennen, ob mit einem Auto alles in Ordnung ist. Also besser auf Nummer sicher gehen und einen Rundum-Check beim TÜV machen lassen.

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