Drängeln

Ratgeber: Verkehrsrowdys

— 08.04.2013

Den zeige ich an!

Sie drängeln, pöbeln, rasen: Verkehrsrowdys gehören zum Alltag auf den Straßen. AUTO BILD erklärt, wie Sie sich dagegen wehren können.

Blöde Verkehrsrowdys! Sie kleben uns an der Stoßstange, bremsen andere Autofahrer aus, kommen mit Karacho angerauscht und blenden mit der Lichthupe. Laut Kriminalstatistik gibt es jährlich etwa 30.000 Fälle von Nötigung im Straßenverkehr. Diese Irren gehören zum Verkehrsalltag – leider. Was hilft? Anzeigen! Aber wie? AUTO BILD klärt mit dem Frankfurter Verkehrs-Juristen Uwe Lenhart die wichtigsten Fragen.

Uwe Lenhart (44), Verkehrs-Anwalt.

Wie zeige ich jemanden an? Anwalt Lenhart sagt: Notieren Sie Kennzeichen, Fahrzeugmarke, -typ und -farbe sowie das Aussehen des Fahrers. Die Anzeige erstatten Sie direkt oder telefonisch bei der Polizei oder bei der Online-Wache des jeweiligen Bundeslands. Geben Sie genau an, was wann wie und wo passiert ist. Was ist überhaupt anzeigewürdig? Das bestimmt der Anzeige-Erstatter. Die Polizei kann aber die Einleitung eines Verfahrens ablehnen. Einmal mit der Lichthupe geblinkt – ist das schon Nötigung? Grundsätzlich nein. Per Lichthupe kurz signalisieren, dass man überholen möchte, ist nicht strafbar. 

Drängeln, schneiden, ausbremsen: Was ist wirklich verboten?

Schlechte Nachrichten für Choleriker: Ein kleiner Ausraster im Straßenverkehr kann teuer enden.

Brauche ich einen Zeugen? Nein. Die Justiz glaubt dem Anzeige-Erstatter, da dieser die Unannehmlichkeiten auf sich nimmt. Er hat kein eigenes wirtschaftliches Interesse am Ausgang des Verfahrens. Denn: Geldstrafen gehen an den Staat oder an gemeinnützige Einrichtungen. Was passiert nach der Anzeige? Die Polizei wird versuchen, den Verdächtigen zu stellen. Ansonsten wird dem Halter eine Vorladung geschickt. oder er muss sich schriftlich äußern. Danach übernimmt die Staatsanwaltschaft. Welche Folgen hat die Anzeige für mich? Bei einer Verhandlung müssen Sie als Zeuge erscheinen. Auch wenn Ihnen der Termin nicht passt oder Sie weit entfernt vom Gericht wohnen.

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Ohne zu warten über den Zebrastreifen gebrettert? Bei einer Anzeige wird das mit Fahrverbot bestraft.

Welches Strafmaß haben Verkehrsrüpel bei einer Verurteilung zu erwarten? Einfache Beleidigung wie etwa Scheibenwischer zeigen: Geldstrafe, das können bis zu zwei Drittel des monatlichen Nettoeinkommens sein. Nötigung wie zu dichtes Auffahren oder dauerhafte Lichthupe: Geldstrafe mit Fahrverbot von bis zu drei Monaten. Straßenverkehrsgefährdung, etwa die Vorfahrt nicht beachtet oder falsch überholt: Geldstrafe und Entziehung der Fahrerlaubnis für bis zu 15 Monate.

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Was ist, wenn mich selbst ein anderer anzeigt – und zwar grundlos? Dann haben Sie ein Problem! Anwalt Lenhart sagt: "Als 'Beanzeigter' gelten Sie bei der Justiz grundsätzlich als weniger glaubwürdig. Nur wenn Ihnen die Justiz nicht nachweisen kann, dass Sie gefahren sind, kommen Sie da raus. Es wird kaum gelingen, zu beweisen, dass der andere lügt." Andernfalls kann dieser wegen falscher Verdächtigung verurteilt werden.

Autor: Viktoria Dümer

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