Reifentest 215/45 R 17

Reifentest 215/45 R 17 Reifentest 215/45 R 17

Reifentest 215/45 R 17

— 14.03.2008

Reifen für die Rennstrecke

Gesucht: eine harmonische Verbindung zwischen Opel Corsa OPC und der Piste. Elf Reifen in 215/45 R 17 stehen an der Startlinie zum diesjährigen Reifentest. Zwei von ihnen sind allen Anforderungen gewachsen – reif für die Rennstrecke.

Wachauring im Spätherbst 2007. Glockenklänge aus dem nahe gelegenen Kloster Melk läuten den Tag ein, als sich das AUTO BILD SPORTSCARS-Testteam in der Boxengasse der kleinen, aber feinen Rennstrecke in der Wachau vor den Toren Wiens häuslich einrichtet. Ihr Testauftrag: Findet den besten Sommerreifen der Dimension 215/45 R 17. Elf Testkandidaten stehen zur Auswahl: die Traditionsmarken Continental, Dunlop, Goodyear, Michelin und Pirelli, die japanischen Hersteller Toyo und Yokohama sowie die koreanischen Reifenbauer Hankook und Kumho, die über die letzten Jahre mit Achtungserfolgen auf sich aufmerksam machen konnten. Auch der finnische Hersteller Nokian war in der Vergangenheit für so manche Überraschung gut. Last but not least der neue Mythos von Marangoni, der als preisgünstiger Reifen unseren Vergleich nach unten abrundet.

Finger weg von den Billigreifen aus Fernost

Boxenstopp für unseren Testwagen: Auch serienmäßig fahren Corsa GSi und OPC auf Reifen in 215/45 R 17.

Ganz bewusst verzichten wir auf ein Billigprodukt aus Fernost, denn alle Erfahrungen der Vergangenheit lassen nur den einen Schluss zu: Finger weg von Billigreifen. Als Testwagen für unseren diesjährigen Reifentest stehen zwei Opel Corsa OPC mit 192 PS an der Startlinie; ihr erster Einsatzbereich: die Aquaplaningversuche. Wegen seiner stattlichen Breite ist der 215er-Reifen grundsätzlich anfällig für Aquaplaning. Die größten Sicherheitsreserven bietet der Michelin Pilot Exalto, er kann das Wasser am effektivsten unter seiner Lauffläche verdrängen. Trotz laufrichtungsgebundenen Profils kann der Marangoni da nicht mithalten, er verliert schon bei deutlich niedrigerer Geschwindigkeit den Kontakt zur Fahrbahn, Punktabzug für den Italiener. Auch bei unserem Bremstest aus Tempo 100 auf nasser Piste können seine Leistungen nicht überzeugen, doch die Aquaplaninggröße von Michelin patzt ebenfalls, rutscht sogar noch am wasserscheuen Marangoni vorbei. Auch für den S.drive von Yokohama ist der Test eigentlich schon gelaufen; mit einem zusätzlichen Bremsweg von fast zwei Fahrzeuglängen ist er aus dem Rennen.

Wer beim Bremsen auf Nässe patzt, ist aus dem Rennen

Kommt es in Kurven zu Aquaplaning, schiebt das Fahrzeug stur geradeaus.

Vorbildlich dagegen die brandneuen Reifen von Hankook und Goodyear, sie liefern sowohl die kürzesten Bremswege als auch die schnellsten Rundenzeiten auf der bewässerten Kreisbahn. Denn ihre Gummimischung besitzt den optimalen Nässegrip, eine wichtige Voraussetzung für die schnelle und sichere Hatz über den bewässerbaren Wachauring. Mit seinen abwechslungsreichen Bergabpassagen, Kuppen und Wechselkurven ist er das ideale Revier für den Reifentester, hier trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Mit den Nässetalenten von Hankook und Goodyear ist der Test-Corsa leicht und sicher auf der Ideallinie zu halten, spurstabil geht er durch die Schikane, und in der schnellen auf die Start-Ziel-Gerade einmündenden Linkskurve sorgt ein wohldosierter Lastwechsel für die korrekte Ausrichtung des Corsa-Hinterteils.

Wenn Fahrzeug und Reifen so harmonisch zueinander finden, ist purer Fahrspaß garantiert, der uns auch abseits der Rennstrecke im normalen Verkehrsalltag ein narrensicheres Fahrgefühl vermittelt. Das gilt sowohl für nasse als auch für trockene Fahrbahnoberflächen und erst recht bei einer Vollbremsung am Stauende. Hier zählt jeder Zentimeter. Wir proben den Ernstfall und gehen bei unseren Testkandidaten mit vollem Bremsdruck auf das Bremspedal. Die Reifen von Hankook und Nokian ziehen schwarze Striche auf dem trockenen Asphalt, kommen nach weniger als 36 Meter zum Stehen – eine beeindruckende Leistung. Doch auch die anderen Kandidaten tun etwas für die Sicherheit, bei Michelin und Yokohama als schlechteste Bremser verlängert sich der Bremsweg um gerade mal 1,3 Meter. Um Sicherheit geht es auch in der Königsdisziplin, dem Handling auf trockener Piste.

Sicherheit und Fahrspaß gehen Hand in Hand

Ein niedriger Rollwiderstand hilft beim Spritsparen.

Aufgeschlüsselt nach Lenkverhalten, Spurstabilität, Lastwechselverhalten und Balance werden die dynamischen Qualitäten jedes Kandidaten präzise beurteilt. Zusammen mit der Rundenzeit ergibt sich daraus am Ende die Handling-Gesamtnote. Ein Hauch von Rennatmosphäre liegt in der Luft, als der Corsa OPC endlich zeigen darf, was in ihm steckt. Kumho, Continental, Hankook und Michelin erreichen mit ihren ausgewogen dynamischen Qualitäten eine "gute" Gesamtnote. Mit einer gehörigen Extraportion Fahrspaß wecken Yokohama und Goodyear aber erst das Tier im Corsa. Bestnoten bei der subjektiven Beurteilung, ein Lächeln auf den Gesichtern der Tester und die schnellsten Rundenzeiten sichern ihnen verdient die Bestnoten im Kapitel Trockenhandling.

Fazit des Reifentest-Teams von AUTO BILD

Wir haben ihn gesucht und gleich zweimal gefunden – den besten Sportreifen der Dimension 215/45 R 17. Aus einem insgesamt starken Kandidatenfeld machen am Ende zwei Neuerscheinungen das Rennen: der Goodyear Eagle F1 Asymmetric überzeugt durch seine Spitzenleistungen auf nasser wie trockener Piste, der Hankook Ventus V12 evo mit ausgewogen guter Leistung zum fairen Preis.

Autoren: Dierk Möller-Sonntag, Henning Klipp

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