Renault Scénic Hybrid Assist im Test

Renault Scénic Hybrid Assist: Test

— 24.10.2017

Die Mogelpackung

Voilà: der erste Hybrid von Renault, gekoppelt mit einem Diesel. Die Bezeichnung Hybrid Assist verspricht dabei leider etwas mehr, als sie hält.

Hybrid Assist: Wir denken an ein Auto, das einige Kilometer teilelektrisch und lautlos fahren kann und dessen E-Motor den Verbrenner beim Beschleunigen kräftig unterstützt. Und am Ende steht ein beeindruckend niedriger Verbrauch, vor allem im städtischen Stop-and-go-Verkehr. Kann der nagelneue Renault Scénic Hybrid Assist diese Erwartungen erfüllen?

Für ihren Einspareffekt ist die Technik zu aufwendig

Zu viel versprochen: Der Diesel-Hybrid im Renault Scénic bietet nur ein geringes Spritsparpotential.

Klare Antwort: nein. Die Bezeichnung Hybrid Assist stapelt hoch, im Fahrbetrieb erweist sich das Ganze als ein Start-Stopp-System, das beim Verzögern zum Stromproduzenten wird. Der Hybrid Assist verfügt über einen direkt auf die Kurbelwelle wirkenden Riemenstarter-Generator anstelle der Lichtmaschine, der dem bekannten 1,5-Liter-Diesel unter die Arme greift – allerdings kaum spürbar und nur bis 1500 Touren. Gespeist wird der Generator von einer 48-Volt-Batterie, die beim Bremsen und im Schubbetrieb wieder aufgeladen wird. Die Lithium-Ionen-Batterie dient nicht nur als Energiespeicher für den Elektromotor, sondern ist über einen Spannungswandler auch mit dem 12-Volt-Bordnetz verbunden, das Standardverbraucher wie Scheinwerfer, Klima etc. versorgt. Untypisch für einen Hybriden: Den Scénic Hybrid Assist gibt es ausschließlich mit manuellem Sechsganggetriebe.
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Bei der Abgasnachbehandlung fehlt das Wesentliche

Unsauber: Das größte Manko des Renault ist das fehlen eines SCR-Katalysators gegen Stickoxide.

Da sich nur im Stop-and-go-Verkehr und beim Anfahren ein Spareffekt einstellt, ist der Verbrauchsvorteil mit 0,3 Litern gering. Damit sind die 1400 Euro Aufpreis gegenüber dem einfachen dCi 110 erst nach mehr als 400 000 Kilometern wieder eingefahren. Nicht clever. Schon gar nicht, weil dem Hybrid Assist noch etwas anderes, sehr Wesentliches fehlt: ein SCR-Kat. Laut ADAC-Eco-Test zählen die Euro-6-Diesel von Renault zu den schmutzigsten Motoren, was den Stickoxid-Ausstoß angeht. Im realen Straßenbetrieb gemessene Werte fallen schon mal rund zehnmal so hoch aus wie etwa bei einem Opel Zafira 2.0 CDTI EcoFlex Start & Stop. Also, liebe Nachbarn: Die Idee mit dem sparsamen Diesel-Hybriden finden wir grundsätzlich gar nicht mal schlecht – es fehlt aber die saubere SCR-Abgastechnik. Die sollte sich heute kein Diesel mehr sparen.

Technische Daten Renault Scénic Hybrid:Motor: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum: 1461 cm³ • Leistung: 81 kW (110 PS) bei 4000/min • max. Drehmoment: 260 Nm bei 1750/min • Antrieb: Vorderradantrieb, Sechsganggetriebe • L/B/H: 4407/1866/1645 mm • Leergewicht: 1523 kg • Kofferraum: 506–1554 l • Vmax: 184 km/h • 0–100 km/h: 11,9 s • Testverbrauch: 5,1 l D/100 km • Preis: ab 26.190 Euro
Lars Busemann

Lars Busemann

Fazit

Die Idee ist ja gut: sparsamer Diesel, effizientes 48-Volt-Netz, geringer Hybrid-Aufpreis. Aber: Der SCR-lose Diesel ist schmutzig, der Verbrauchsvorteil mit 0,3 Litern viel zu gering.

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