Rolls-Royce 102EX: Autosalon Genf 2011

— 02.03.2011

Luxus-Stromer

Jetzt kommt sogar ein Rolls-Royce als Stromer: In Genf debütiert der 102EX. Er setzt die Studien-Reihe fort und ist das erste E-Auto im Segment der Luxus-Karossen.

Am Elektroantrieb scheint keiner mehr vorbeizukommen: Auf dem Autosalon Genf 2011 steht mit dem Rolls-Royce 102EX sogar ein Auto aus dem Segment der Luxuskarossen mit elektrischem Antrieb. EX steht bei den Briten traditionell für "Experimental Car" (also Studie), und genau über dieses Stadium ist der 102EX offenbar auch noch nicht hinaus. Der Stromer aus Goodwood gleicht eher einem Rezept, wie ein Autobauer die Superreichen dieser Welt mit einem sparsamen und sauberen Auto beglücken könnte. Dafür soll der Technologieträger rund um den Globus geschickt werden, um die Akzeptanz der Kunden zu prüfen. Denen werden Spritpreise eher egal sein, aber hier geht es ums reine Prinzip im wahrsten Sinne des Wortes.

Überblick: Alle Stars auf dem Genfer Autosalon 2011

In der C-Säule sitzt die Steckdose zum Nachladen des Luxus-Stromers.

In der C-Säule sitzt die Steckdose zum Nachladen des Luxus-Stromers.

Eine Serienversion des Rolls-Royce 102EX Phantom ist laut CEO Torsten Müller-Ötvös nicht geplant. Immerhin bekommen wir mit diesem Namenszusatz einen Hinweis, in welcher Baureihe die Elektro-Technik zum Einsatz kommt. In Genf firmiert der elektrifizierte Brite auch unter der Zusatzbezeichnung Phantom Experimental Electric (Phantom EE). Und wir erhalten erste technische Daten. Die klingen so vielversprechend, dass sofort Begehrlichkeiten wach werden: Zwei Elektromotoren mit je 145 kW an der Hinterachse lassen den 102EX in weniger als acht Sekunden auf 100 km/h surren, wenn es der Chauffeur möchte. Nicht schlecht für ein 5,80 Meter langes Schlachschiff mit 2,7 Tonnen Gewicht.

Alle News und Tests zu Rolls-Royce

Emily wird beim 102EX blau beleuchtet, allerdings nur im Stand.

Emily wird beim 102EX blau beleuchtet, allerdings nur im Stand.

Statt des V12 vorn unter der Haube kommt der Saft von Lithium-Ionen-Akkus, die 71 kWh Kapazität in die Waagschale werfen. Das ist mächtig viel Stoff, mag man meinen. Immerhin genug, um satte 800 Newtonmeter Drehmoment zu erzeugen, da kann auch der V12 (720 Nm) nicht mithalten. Allerdings hat die Sache ein paar Haken: Die Batterien wiegen 640 Kilo, wodurch die Zuladung auf 300 Kilo sinkt. Die solventen Passagiere samt Chauffeur sollten also beim Gepäck eher zurückhaltend bleiben. Immerhin stehen 460 Liter Gepäckraum zur Verfügung und weil innen der Kardantunnel wegfällt, bleibt mehr Platz für die Insassen. Die dürfen es sich auf erdfarbenen Sitzen aus edelstem Leder bequem machen. Ein Schlüsselmerkmal des Phantom EE ist die Lade- und Steuerungseinheit, die sich unter der Mittelarmlehne befindet. Ein einzelner Schalter startet und unterbricht den Ladevorgang. Das Display selbst gibt das Bild einer Batterie wieder und wird von LEDs beleuchtet. Dazu kommen Instrumente in speziellem Design, statt Holzfurnier kommen teilweise Alu-bedampfte Folien zum Einsatz.

Emily wird beleuchet

Die blau illuminierte Kühlerfigur Emily wird nur beleuchtet, wenn der Phantom EE steht. Erst einmal in Fahrt, ist die Höchstgeschwindigkeit elektronisch auf 160 km/h begrenzt. Maximal 200 Kilometer weit soll der E-Rolls kommen, dann braucht die Batterie frisches Futter. Der Ladevorgang erspart dem Chauffeur theoretisch einen lästigen Stecker, denn der Strom fließt per Induktion. Dazu braucht es ein Induktionsfeld im Boden und eines im Unterboden des Fahrzeugs, über elektromagnetische Wellen erhält der Rolls neue Nahrung. Das System ist allerdings noch in der Erprobung. So muss wohl doch der fünfpolige Stecker herhalten, dessen Gegenstück in der C-Säule des Rolls liegt. Der Ladevorgang dauert je nach anliegender Spannung zwischen acht und 20 Stunden. Bei der Optik unterscheidet sich der 102EX bis auf den speziellen Lack übrigens kaum vom Serien-Phantom, sondern zeigt vielmehr dessen sehr dezente Retuschen für das Modelljahr 2011.



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Kommentare zum Artikel (7)

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gmathol
07.03.2011, 06:49Uhr

Trotz Qualitaets-Abitur in Bayern - nix dergleichen kommt von BMW? BMW machte sich laecherlich als sie einen 12-Zylinder mit Wasserstoff angetriebenen 7-er im Programm hatten.

Wenn selbst antiquarische Hersteller wie Rolls solche Fahrzeuge anbieten und die Deutschen nicht - dann gute Nacht.

Velocity
05.03.2011, 10:02Uhr

Viele, die sich einen RR auf e- oder Hybrid-Basis vorstellen können, mögen Recht haben, für mich jedoch ist das wie ein Elefant auf Rollschuhen oder ein Wal im Ruderboot…das passt imho nicht.

Bei Mini ja, bei BMW auch ja, aber gerade bei RR…no way.

Hans
03.03.2011, 15:42Uhr

@ B.I.G. Stan:

Der E-Motor im Royce macht schon Sinn. Wer einen Royce fährt (bzw. fahren lässt) dem ist es wichtig, das man vom Motor viel Spürt (hohes Drehmoment) und wenig bis am besten gar nix höhrt. Vibrationen und laute Geräusche sind einem E-Motor fremd, da kann auch ein V12 nicht mithalten. Insofern, wäre das Ding praxistauglicher, würde es bestimmt abnehmer finden!

Hans
03.03.2011, 15:39Uhr

Tja Autobild, ob ihr es glaubt oder nicht. Die leuchtende Emily ist kein exclusives Elektro-Teil und auch nicht Serienfremd. Geht mal auf die Homepage von Rolls Roye und nutzt den Konfigurator (jaaa, die haben sowas auch). Dort kann jeder die leuchtende Emily haben, der sich auch einen normalen Royce bestellen kann.

wie sinnvoll
03.03.2011, 15:20Uhr

Tja, da zu fällt mir nur eines ein: Schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa - schwa -CHSINNN!!!

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