Schlagschrauber im Test

Schlagschrauber: Test

— 22.03.2017

Billig bricht!

Welche Schrauber bieten genug Power für den Reifentausch? AUTO BILD hat zwölf Geräte von 33 bis 538 Euro getestet. Vergleich!

Dieses Mal ist alles anders beim Reifenwechsel. Das altbekannte Radkreuz hat ausgedient, jetzt gehen wir mit schwerem Gerät ans Werk: Zwölf Schlagschrauber, die genau genommen Impulsschrauber heißen, sollen uns die schweißtreibende Arbeit erleichtern. So viel vorweg: Nicht alle Geräte überstanden den Härtetest.
Ratgeber: Alles zum Thema Autozubehör

Nur für den Notfall: Die 12-Volt-Modelle enttäuschen

Beim Werkzeughersteller Hazet in Remscheid haben wir mithilfe eines Skidmore-Wilhelm-Prüfstands Anzugs- und Lösemoment der Schrauber gemessen.

Da es bei Preis und Stromversorgung deutliche Unterschiede gibt, haben wir den Vergleich in drei Gruppen aufgeteilt. Schnell wird klar, dass sich die günstigen 12-Volt-Modelle nur für den absoluten Notfall eignen. Einzige Ausnahme: der Schrauber von Einhell, der zwar auch nicht gerade vor Kraft strotzt, aber zumindest ordentlich funktioniert. Doch Finger weg von billigen Produkten wie dem von AEG. Das unter akutem Zahnausfall leidende Gerät gibt schnell den Geist auf. Bereits nach kürzester Zeit brechen Zähne des porösen Kunststoffzahnrads im Schlagwerkantrieb – geht gar nicht! Als ebenso nutzlos erweist sich der einstellbare Drehmomentwert bei den Modellen von Mannesmann und AEG. Denn der Sollwert weicht am Ende deutlich vom tatsächlichen Wert ab. Kleiner Trost: Die Digitalanzeige des viel teureren Michelin-Schraubers mit 230-Volt-Stromversorgung arbeitet genauso unpräzise. Generell bieten die steckdosengebundenen Geräte viel mehr Kraft und lassen sich mit schnellerer Schlag-Taktung auch komfortabler benutzen, sind aber relativ schwer und unheimlich laut. Dank ausreichend Power und relativ geringem Gewicht setzt sich das Gerät von Güde hier an die Spitze.

Akkuschrauber: Reifenwechsel wie in der Formel 1

Die Königsklasse stellen jedoch die akkubetriebenen Geräte dar. Mithilfe dieser hochwertigen Werkzeuge fühlt sich der Reifenwechsel wie in der Formel 1 an. So könnten wir den ganzen Tag lang Schrauben lösen, da alle Modelle genügend Kraft bieten, um auch feste Schraubverbindungen sicher und einfach zu lockern. Maximal 675 Newtonmeter Lösemoment sind beachtlich. Praktisch, dass die Geräte von Makita, Hazet und Ryobi ihre Power in drei Stufen walten lassen können. Bosch verzichtet bei seinem Fabrikat leider auf diese Funktion. Da alle getesteten Geräte viel Lärm machen, empfehlen wir ausdrücklich, beim Arbeiten immer einen Gehörschutz zu tragen. Und nicht vergessen: Nach dem Reifentausch das korrekte Drehmoment mit dem Drehmomentschlüssel einstellen. Weitere Details zu den Stärken und Schwächen aller Modelle lesen Sie in der Bildergalerie!

Schlagschrauber im Test


Akku-Schlagschrauber im Test

Makita DTW 285

Li-Ion-Akku

Preis: 389 Euro

AUTO BILD Urteil: 5/5 Punkten

 

Hazet 9212-3

Li-Ion-Akku

Preis: 538 Euro

AUTO BILD Urteil: 4,5/5 Punkten

 

Ryobi R18IW3

Li-Ion-Akku

Preis: 195 Euro

AUTO BILD Urteil: 4,5/5 Punkten

 

Bosch GDS 18V-EC 250

Li-Ion-Akku

Preis: 500,36 Euro

AUTO BILD Urteil: 4/5 Punkten

 
230-V-Schlagschrauber im Test

Güde ESS 350

230 V

Preis: 59,88 Euro

AUTO BILD Urteil: 4/5 Punkten

 

Michelin M-SS 1050

230 V

Preis: 119,99 Euro

AUTO BILD Urteil: 3,5/5 Punkten

 

Unitec Schlagschrauber Premium

230 V

Preis: 62,94 Euro

AUTO BILD Urteil: 3/5 Punkten

 

Cartrend Profi-Schlagschrauber

230 V

Preis: 60,29 Euro

AUTO BILD Urteil: 2,5/5 Punkten

 
12-V-Schlagschrauber im Test

Einhell CC-HS12

12 V

Preis: 39,41 Euro

AUTO BILD Urteil: 2,5/5 Punkten

 

Mannesmann M01725

12 V

Preis: 49,45 Euro

AUTO BILD Urteil: 2/5 Punkten

 

Hengda Impact Wrench

12 V

Preis: 32,99 Euro

AUTO BILD Urteil: 1,5/5 Punkten

 

AEG SD 340

12 V

Preis: 59,90 Euro

AUTO BILD Urteil: 1/5 Punkten

 
Autor:

Christian Bruns

Fazit

Schon für knapp 60 Euro gibt es vernünftige Schlagschrauber, die das Reifenwechseln erleichtern. Wer eine Steckdose in der Garage hat, ist mit den 230-Volt-Modellen gut bedient. Richtig Spaß macht's mit den teuren Akkugeräten, da sie Arbeiten auch ohne Stromquelle ermöglichen. Dagegen sind die 12-Volt-Schrauber nur Spielzeug.

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