So fährt der Skoda Octavia Scout 2014

Skoda Octavia Scout Combi 2014: Fahrbericht

— 09.07.2014

Dieser Scout findet die Spur

Skoda verpasst dem Octavia Combi einen Bergsteiger-Look. Alles nur Fassade? Oder hat der tschechische Combi tatsächlich das Zeug für große Abenteuer? Fahrbericht!

Video: Skoda Octavia Scout (2014)

Der Abenteuer-Kombi

Robust ist in. Angeregt vom boomenden Segment der SUVs buhlen immer mehr Kompakte und Kleinwagen mit markantem Offroad-Look um die Gunst der Käufer. Doch trotz Kunstoffbeplankung und höhergelegtem Fahrwerk, sind viele der sogenannten Cross-Modelle ohne 4x4-Ausstattung nicht wirklich geländetauglich. Zu diesen Blendern will der neue Octavia Scout nicht gehören und kommt mit Allradantrieb unterm Blechgewandt. Damit wollen die Tschechen immerhin bis zu zehn Prozent der Combi-Kunden locken. Anreiz soll auch der 184-PS-Diesel aus dem Octavia RS bieten, der im Scout erstmals seine Kraft auf alle vier Räder verteilen darf und mit einem Grundpreis von 32.650 Euro genau 100 Euro günstiger ist als der sportliche Bruder mit Frontantrieb. Wir waren mit dem vitalen Combi-Kraxler auf und abseits der Piste unterwegs.
Skoda fürs Grobe: Vorstellung Octavia Scout

Das ist neu beim Octavia Scout

Schwarze Kunststoffbeplankung vorne wie hinten sowie an den Radkästen und Seitenschwellern lassen den Octavia bullig wirken. Und sie schützen vor Steinschlag – egal ob im Gelände oder auf der Autobahn. Im Großstadtdschungel bewahren robuste Seitenleisten die Türen vor Dellen auf engen Parkplätzen. Mit 17 Zentimetern Bodenfreiheit, drei mehr als beim normalen Octavia, verlieren hohe Bordsteinkanten ihren Schrecken. Dem angedeuteten silberfarbenen Unterfahrschutz wird ein serienmäßiges Schlechtwegepaket an die Seite gestellt, das Motorraum sowie Brems- und Kraftstoffleitungen durch Plastikabdeckungen abschirmt.

So fährt der Skoda Octavia RS

Das Interieur unterscheidet sich nur in kleinen Details von den höherwertigen Octavia-Ausstattungen. Ein Scout-Schriftzug wertet die bequemen Sitze (im Scout sitzt man drei Zentimeter höher) mit optionalem Alcantara-Bezug (1530 Euro) auf. Das Logo prangt auch auf dem DSG-Schalthebel, auf der Spange des griffigen Lenkrads und auf den verchromten Einstiegsleisten.

So fährt er sich

Skoda kombiniert für das Sondermodell erstmals den 2.0 TDI mit 184 PS aus dem Octavia RS mit einem Allradantrieb. Eine Kombination die es in sich hat: Nach 7,8 Sekunden erreicht der 1,5 Tonnen schwere Scout Tempo 100. Schneller als der RS, der mit 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) 8,3 Sekunden benötigt. Trotzdem sollen beide Varianten nur 5,1 Liter im Schnitt verbrauchen. Nach beherzter Fahrt zeigte unser Bordcomputer 8,4 Liter – allerdings bewegten wir den Scout mehrere Stunden unter extremen Bedingungen im Gelände. Trotz des bärenstarken Diesels benötigt der Scout bei Zwischensprints einige Gedenksekunden, bevor die Automatik sich neu sortiert und das Turboloch überwunden ist. Sobald aber die Drehzahlnadel die 2000-Marke passiert, zieht der Scout mit 380 Newtonmeter Drehmoment leidenschaftlich Richtung Topgeschwindigkeit (219 km/h). Der Diesel brummt angenehm im Hintergrund. Das ändert sich, wenn der Fahrmodi auf Sport gestellt wird: So geschärft, dreht er gut 1000 Touren höher und nervt durch sein hastiges Genagel.

Fahrbericht Skoda Superb Facelift

Skoda Superb Limousine Skoda Superb Limousine Robin Hornig im Skoda Superb
Für die Höherlegung musste Skoda zu größeren Federn greifen und die Dämpfer neu einstellen. Um starke Seitenneigungen durch den vergrößerten Federweg zu minimieren, ist das Fahrwerk des Scout eine Spur härter als beim normalen Octavia. Querfugen und Hindernisse wie Gullideckel nimmt der Fahrer vernehmlicher, aber nicht unangenehm wahr. Zumindest, wenn der Kofferraum leer und keine Passagiere an Bord sind. Die Federung bietet selbst in unwegsamem Terrain einen ausreichenden Restkomfort. Die Lenkung leidet nicht unter den neuen Abstimmungen, steuert den Octavia weiterhin zielsicher.

Haldex kann was: Sobald die Elektronik Schlupf an der Hinterachse registriert, schickt die Kupplung  mehr Antriebskraft nach hinten.

Im Gelände und auf nassen Straßen verhindert der Allradantrieb das Durchdrehen der Räder mit serienmäßigen 17 Zoll-Alufelgen. Das 4x4-System besteht aus einer sogenannten Haldex-Kupplung. Im normalen Fahrbetrieb ist der Scout ein Fronttriebler. Sobald die Elektronik durch Drehzahlunterschiede Schlupf an der Hinterachse registriert, schickt die Kupplung stufenlos mehr Antriebskraft (Drehmoment) nach hinten. Sollten die Vorderräder im Extremfall gar keinen Grip haben, können sogar bis zu 100 Prozent des Antriebsmoments an die Hinterachse geleitet werden. So wühlt sich der Scout mühelos durch Dreck und Schlamm. Hügel und Kuppen nimmt der Skoda mit einem erhöhten Böschungswinkel von 16,7 Grad vorne sowie 13,8 Grad hinten gelassen. Wald- und Feldwege stellen für den Scout kein Hindernis dar.

Das kostet er

Die Motorenpalette passt zum kräftigen Äußeren des Scout: Neben dem 184-PS-Diesel hat Skoda einen weiteren Diesel mit 150 PS und einen Benziner mit 180 PS im Angebot. Zur serienmäßigen Komfortausstattung des Skoda Octavia Combi Scout gehören Fahrlichtassistent, beheizbare Vordersitze, Klimaautomatik und eine praktische Lehnenfernentriegelung der Rücksitze im Kofferraum (610 bis 1740 Liter). Die Preise für den kleinen Diesel mit manuellem Sechsganggetriebe starten bei 30.250 Euro. Der Top-Diesel mit 6-Gang-DSG ist ab 32.650 Euro zu haben. Im August 2014 steht der Scout beim Händler.

Technische Daten Skoda Octavia Scout 2,0-Liter-Diesel • 6-Gang- Doppelkupplungsgetriebe (DSG) • 184 PS • 380 Nm bei 1.750 U/min • 0–100 km/h in 7,8 s • Vmax 219 km/h • 134 g CO2 • Verbrauch 5,1 l D/100 km • Preis ab 32.650 Euro • Ab August im Handel.
 
Robin Hornig

Fazit

Der Skoda Octavia Scout ist eine Alternative zu manch überteuertem SUV, schlägt sich im Alltag und im Gelände auf den ersten Eindruck keinesfalls schlechter. Robuster als viele trendige Crossovermodelle ist er obendrein.

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Kombi

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