Smart electric drive

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Smart electric drive

— 15.12.2009

So fährt der Elektro-Smart

Elektroautos versprechen viel, vor allem große Reichweite: 135 Kilometer soll der neue Smart electric drive schaffen. Im Härtetest musste das E-Mobil zeigen, wie weit es wirklich kommt.

Na ja, ich gebe es zu: Elektroautos traue ich einfach nicht. Was passiert, wenn die Batterie plötzlich leer ist? Wie weit komm' ich überhaupt mit so einem Ding? Klar, die Hersteller versprechen für ihre Studien inzwischen üppige Reichweiten – aber die stehen doch bloß auf dem Papier. Oder?
Ich mache jetzt Ernst, der neue Elektro-Smart muss ran. Keine Studie, sondern einer aus der ersten Kleinserie (1000 Stück) mit Lithium-Ionen-Batterien von Tesla. Kaufen kann man ihn zwar nicht, aber für 700 Euro im Monat leasen. Smart verspricht: Damit komme ich 135 Kilometer weit. Theoretisch gar nicht schlecht für ein Stadtauto. Und wie heißt der härteste Stadtkurs der Welt? Genau: die Formel-1-Strecke von Monaco.

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3,34 Kilometer durchs Häusergewirr, mal sehen, wie lange der Smart durchhält. Tempo ist angesagt, Vollgas, so oft es geht, Bremsen, nur wenn es sein muss, Klima und Radio natürlich an. Also dann, Zündung, Wählhebel auf D und los. Das E-Mobil klingt ein bisschen nach Straßenbahn, ein feines Pfeifen, das mit höherer Drehzahl etwas lauter wird. Nicht wirklich laut, auf Dauer aber doch nervend. "Wir arbeiten dran", sagt Projektleiter Volker Störkmann, "es soll schon nach E-Technik klingen, aber auf alle Fälle noch angenehmer." Der Kurs zermürbt dich. Fast wie im richtigen Rennen. Start am Hafen, St.-Devote hoch zum Casino, Mirabeau scharf runter, Grand Hotel, in den Tunnel stechen (ich hab' mal Tempo 80 geschafft), Hafen-Schikane, Rascasse – fertig. Eng hier, verdammt eng. Dazu der normale Alltag: rote Ampeln, Vorfahrt beachten, Zebrastreifen, Leute, die vors Auto springen ...

Von 0 auf 60 in 6,5 Sekunden

E-Motor und Getriebe liegen im Heck. Dazu kommen Ladegerät, Leistungselektronik und Kühler.

Der Smart schlägt sich tapfer, aus dem Stand bin ich oft der Schnellste. Tempo 60 schafft er in 6,5 Sekunden. Damit würde er sogar dem 61-PS-Benziner-Smart wegziehen (6,8 s). Dass der Stromer höchstens Tempo 100 läuft, stört in der Stadt wenig. Das Schöne: Mit E-Motor fährt sich der Smart recht angenehm. Dank 130 Kilo Mehrgewicht der Batterien federt er komfortabler, das lästige Schaltruckeln entfällt. Die Batterie erweist sich als zäh. Trotz reichlich Vollgas und ständigem Stop-and-go hält der Akku lange durch: Am späten Abend und nach 88 Kilometern hat er noch knapp 20 Prozent seiner Ladung, das würde für 20 Kilometer mehr reichen, wir machen trotzdem Schluss.

Der Elektro-Smart überzeugt

Am nächsten Tag folgt die Sparfahrt: Wie weit kommt der E-Smart bei betont schonender Fahrweise? Also kein Vollgas, rollen lassen, keine Hektik. Die Teststrecke entspricht genau der angegebenen Reichweite von 135 Kilometern: von Monaco nach Saint-Tropez über Küstenstraßen, größere Städte wie Nizza, kleinere Badeorte, ein paar Hügel, viel Verkehr. Ich streichle das Pedal, bremse selten, rolle langsam auf die Ampeln zu, lass das Auto laufen. Zum Verkehrshindernis wird der Smart auch jetzt nicht, im Gegenteil, er läuft in Kurven oft auf langsamere Autos auf. In Saint-Tropez stehen 138 Kilometer auf dem Zähler, der Akku zeigt 24 Prozent Rest-Kapazität, 40 Kilometer wären noch drin. Theoretisch, denn leer fahren würde man ja auch einen Benziner kaum. Respekt. Dieser Smart hat mich überzeugt und mir vor allem eins geschenkt: Vertrauen in die E-Technik.

Technische Daten Smart Electric Drive Elektromotor • Leistung 30 kW (41 PS) • Drehmoment 120 Nm • Lithium-Ionen-Batterie mit 16,5 kWh Kapazität • Hinterradantrieb • 0–60 km/h in 6,5 s • Spitze 100 km/h • Reichweite 135 km.
Dirk Branke

Dirk Branke

Fazit

Rund 180 Kilometer schafft der E-Smart unter idealen Bedingungen. Mehr als die Werksangabe! Verglichen mit einem sparsamen Diesel ist das nicht viel. Doch für die Stadt reicht es allemal. Unser Versuch zeigt aber vor allem, dass man inzwischen Vertrauen haben kann in die E-Technik, sie funktioniert bestens – wenn sie so konsequent gebaut ist wie beim Smart.

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