Smart-Vertrieb in den USA

Smart in den USA: Daimler übernimmt Vertrieb Smart in den USA: Daimler übernimmt Vertrieb

Smart-Vertrieb in den USA

— 16.02.2011

Daimler übernimmt das Ruder

Die US-Amerikaner lassen den zweisitzigen Smart bislang links liegen. Der bisherige Importeur Penske Automotive konnte das Steuer nicht herumreißen. Nun übernimmt der Smart-Mutterkonzern Daimler selbst den Vertrieb.

(dpa) Daimler nimmt die Geschicke seiner Kleinwagen-Marke Smart auf dem wichtigen US-Markt in die eigenen Hände. Die große Schwester Mercedes-Benz USA wird ab Mitte 2011 den Vertrieb des kleinen Konzernsprosses übernehmen. Vor den Mercedes-Managern liegt nun die Aufgabe, die Kleinstwagen-Marke wieder flottzukriegen. Denn die Smart-Verkäufe in den Vereinigten Staaten sind nach anfänglichen Erfolgen drastisch eingebrochen. Bis dato importiert und vertreibt der große US-Autohändler Penske den Zweisitzer. Daimler war im Jahr 2006 froh, in Penske einen etablierten Partner gefunden zu haben, um den weitgehend unbekannten Smart in den USA an die Käufer zu bringen.

Rückblick: So wollte Smart die USA erobern

Abgeblasen: Penske wollte noch 2011 einen fünftürigen Smart auf Nissan Micra-Basis starten.

Der Schritt kommt insofern überraschend, als dass Penske 2010 noch in Eigeninitiative einen fünftürigen Smart vorgestellt hatte, um die Lust der Amerikaner nach etwas mehr Raum zu befriedigen. Der Wagen war im Wesentlichen ein Nissan Micra, der mit einem neuen Kühlergrill auf Smart getrimmt wurde. Das Auto sollte eigentlich Ende 2011 herauskommen. Die Pläne würden nun jedoch fallengelassen, sagte Mercedes-Landeschef Ernst Lieb.

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Anfang 2008 startete der Verkauf des Smart fortwo in den USA, und die ersten Zweisitzer rollten über die von Straßenkreuzern bevölkerten Highways. Im ersten Jahr wurde Penske auch rund 24.600 Smart los, schon 2009 waren es aber nur noch 14.600 und 2010 brachen die Verkäufe auf 5900 ein. Smart war zum Verhängnis geworden, dass die Spritpreise in der Wirtschaftskrise drastisch fielen und die Amerikaner keine Notwendigkeit mehr sahen, ein sparsames Auto anzuschaffen. Auch jetzt gewinnen Klein- und Kompaktwagen nur langsam Freunde im Land der unbegrenzten Autoausmaße.

Im Gegenteil: Die US-Bürger gönnen sich, seitdem das Geld wieder etwas lockerer sitzt, Pick-up-Trucks und dicke SUV. Jedes zweite verkaufte Auto ist ein solches Dickschiff. Mercedes-Landeschef Ernst Lieb ist dennoch davon überzeugt, den Smart wieder ans Laufen zu kriegen. Wie er dem Fachblatt Automotive News sagte, sieht er die Zukunft in Händlern, die Mercedes und Smart gemeinsam anbieten. "In den meisten Fällen hat sich das Shop-in-Shop-Konzept als das wirtschaftlichste erwiesen." Gerade laufen die Verhandlungen über die Details des Übergangs. Von landesweit 79 Smart-Händlern werden am Ende wohl 58 übrig bleiben.

Für Mercedes hat die Eingliederung von Smart einen großen Vorteil: Ab 2016 müssen die Hersteller strengere Verbrauchsvorschriften in den USA einhalten – und der sparsame Zweisitzer senkt den Durchschnittsverbrauch der Flotte mit dem Stern. Seit kurzem rollen sogar die ersten Elektro-Smarts durch die USA. Der Mini-Stromer kommt mit einer Steckdosen-Ladung 135 Kilometer weit.
Fotos: Smart fortwo

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