Sport-Coupés im Vergleich — 27.12.2010
Mit Zack und Pack
Der BMW M6 Competition macht seinem Namen alle Ehre. Er fordert zum Abschied den Jaguar XKR SpeedPack und den Porsche 911 Sport Classic heraus. Welcher elitäre Sportwagen setzt sich durch?
Übersicht: Alle News und Tests zum Porsche 911
Tacheles auf dem Sachsenring: Mit drei Kontrahenten, die längsdynamisch nicht enger beieinanderliegen, charakterlich unterschiedlicher aber kaum sein könnten, geht es auf die Strecke. Der eine der Inbegriff des modernen Sportwagens, getarnt als Kind der Siebziger. Der Nächste ein vollwertiger Viersitzer auf dem Weg in den Ruhestand, geschlagen mit einem zwiespältigen Getriebe, gesegnet mit einem bestialischen Sound. Und der andere ein Zwischenweltler, einer, der das nicht sein darf, was er eigentlich sein soll. Der XKR ist ein Dynamiker, gefangen im Körper eines Gran Turismo. Hart, trotzdem immer irgendwie soft; sauschnell, nur nicht überall. In jedem Fall aber unverschämt charismatisch. Vorm Visier der Spirit des E-Type, aufgebahrt als phallische Motorhaube, drinnen das Hier und Jetzt. Loungeartig illuminiert, herrlich inszeniert. Highlight: die Wählwalze, die vielleicht einen der besten Wandlerautomaten der Welt befehligt. Man wähnt sich in einer Art Schnellfahratelier. Scheitelpunkte und Ideallinien sind keine Gesetze, sondern dienen allein der Inspiration. Die Front liegt locker in der Hand, das Heck swingt im Takt der Fußsohle. Alles wirkt melodisch, ungezwungen, fast spielerisch. Auch wegen der überwältigenden Schubs. Drehzahl? Eigentlich schnurzpiepegal.
Übersicht: Alle News und Tests zum BMW M6
Anders als bei BMW und Porsche, denen man das Drehmoment geradezu aus ihren Blöcken pressen muss, scheinen die Newtonmeter des XKR-V8 wie durch eine riesiges Rohr einfach zur Hinterachse zu gluckern. Das E-Diff hat jedenfalls alle Sensoren voll zutun, um Schlupf und Traktion einigermaßen in Einklang zu bringen. Mit seinem ausladenden Körper und der exponentiellen Kraftentfaltung wirkt der M6 jedenfalls deutlich behäbiger – ohne es wirklich zu sein. Er ist der Technokrat im Sportwagenbusiness. Getriebe, Antrieb, Fahrwerk und Stabilitätselektronik lassen sich in insgesamt 279 Kombinationen konfigurieren, selbst die volle Leistung will erst per Tastendruck entsichert werden. So richtig funktioniert der M6 aber nur im Radikalprogramm. E-Dämpfer: megahart; Power: on; Schaltzeit: Wimpernschlag; ESP? Also bitte. Erst dann, wenn die Drehzahlnadel die 5000er hinter sich lässt, der Sound vom Höllischen ins Diabolische kippt und jeder Gangwechsel den Eindruck erweckt, die Hinterachse würde jeden Moment in Trümmern aus den Radhäusern bröckeln, lässt sich nachfühlen, warum uns BMW das V10-Konzept zeitlebens als Formel-1-Verwandten verkaufen wollte. Und dennoch ist es einmal mehr der Porsche, der den Maßstab definiert.
News und Test zu Jaguar
Liebes Entwicklerteam, was wollt Ihr beim Modellwechsel nächstes Jahr eigentlich noch verbessern? Dank der verbreiterten Hinterachsspur stülpt sich der Sport Classic noch satter über die Ideallinie als seine Cousins mit Namen Carrera. Dazu die 23 Extra-PS des Leistungskits, die die Kraftentfaltung gerade in der Mitte spürbar nachfetten. Motor, Lenkung und Bremse sind schon für sich genommen perfekt, im Paket aber schlichtweg überragend. Ein klarer Sieg, hätten sie nicht auch eine Rechnung beigelegt. Mehr zu unseren Testkandiaten erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es in AUTO BILD SPORTSCARS 1/2010 oder als Download im Heftarchiv.
| Technische Daten | BMW | Jaguar | Porsche |
|---|---|---|---|
| Motor | V10 | V8, Kompressor | B6 |
| Einbaulage | vorn längs | vorn längs | hinten längs |
| Hubraum | 4999 cm³ | 5000 cm³ | 3800 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 373 (507)/7750 | 375 (510)/6000–6500 | 300 (408)/7300 |
| Literleistung | 101 PS/l | 102 PS/l | 107 PS/l |
| Nm bei 1/min | 520/6100 | 625/2500–5500 | 420/4200 |
| Antriebsart | Hinterrad | Hinterrad | Hinterrad |
| Getriebe | 7-Gang sequenziell | 6-Stufen-Automatik | 6-Gang manuell |
| Tankvolumen | 70 Liter | 71 Liter | 64 Liter |
| Beschleunigung | |||
| 0–100 km/h | 4,5 s | 4,6 s | 4,4 s |
| 0–402,34 m | 12,56 s | 12,71 s | 12,71 s |
| Testverbrauch | |||
| Ø auf 100 km | 15,8 l Super Plus | 14,3 l Super | 13,2 l Super Plus |
| Leergewicht | 1767 kg | 1859 kg | 1475 kg |
| Höchstgeschwindigkeit | 250 (305) km/h (abgeregelt | 280 km/h (abgeregelt | 302 km/h |
| Preise | 119.350 Euro | 112.800 Euro | 201.682 Euro |
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Kommentare zum Artikel (35)
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@Der
Wie unkritisch bist du eigentlich? Kauf dir die Print-Ausgabe der sport auto oder lies wenigstens die Online-Version aufmerksam! Die 22,4s beziehen sich auf 0-250 km/h.
Der ebenfalls getestete Alpina B6 S (530 PS) benötigt ca. 21,5s auf 250 und 41,5s auf 300 km/h. Aufwachen!
Es ist nur lustig wie die Fachpresse den 911er Sport Classic immer und überall über den grünen Klee lobt. Dabei bekommt man für 201.682 Euro noch viel schnellere 911er von Porsche.
Ich sag euch was wofür der Sport Classic wirklich gebaut wurde und warum er auch limitiert ist. Das ist so ein typisches Geldanlagemodell, daß wegen seiner Exklusivität mit den Jahren immer mehr Wert wird!
Wie gesagt, für 200000,- kriegt man nen besseren 911er.
Es ist doch schwachsinnig hier darüber zu diskutieren ob der übterteuerte Geldanlage 911er nun einen Tick schneller ist wie der M6.
Leute wacht mal auf, das sind zwei unterschiedliche Fahrzeugkonzepte! Der 6er ist luxuriös, hat viel Platz für die Insassen, einen Kofferraum den man auch so nennen kann.
Der Porsche mag zwar schneller um die Ecken fetzen, doch im 6er fährt man entspannter und komfortabler. Dabei auch noch keineswegs langsamer.
Danke. Ich dir auch.
Na sagen wir mal so. Es reicht um den Porsche nach 402,34 Meter hinter sich zu lassen. Und das für 82332 Euro weniger und höherem nutzwert dazu. Guten Rutsch und viel gesunddheit im neuen Jahr wünsch ich dir.