Suzuki Kizashi: Fahrbericht

Suzuki Kizashi Suzuki Kizashi

Suzuki Kizashi: Fahrbericht

— 12.10.2010

So fährt Japans neue Mittelklasse

Wo gibt es denn so was – 178 PS und Vollausstattung für deutlich unter 30.000 Euro? Dem Suzuki Kizashi gelingt dieses Kunststück. Und auch sonst überrascht die neue japanische Mittelklasse.

Die Backen selbstbewusst aufgepustet, mit der Frontlippe in Schnüffelnähe zum Asphalt, Schwellerleisten wie kleine Tragflächen und hinten fette Auspuffblenden, größer als ein Alphorn: Zum Einstieg in die Mittelklasse bläst Suzuki seinem eigenen Langweiler-Image gleich mal kräftig den Marsch. Der neue, 4,65 Meter lange Kizashi macht sichtlich auf halbstark – und löst bei unserem ersten gemeinsamen Ausflug erstaunlich viel davon ein, was der Sportanzug verspricht. Schon das Cockpit gefällt. Sehr schöne Anzeigen, wenig Schnickschnack, aber keine Billiglösung. Da war jemand um einen guten Qualitätseindruck bemüht.

Überblick: Alle News und Tests zum Suzuki Kizashi

Start per Powerknopf – oha, da ist ja wirklich Musik drin. Unter der Haube ein 2,4-Liter-Vierzylinder mit 178 PS. Leider ohne Start-Stopp-Funktion, dafür mit einer Leidenschaft, die wir bislang von Suzis Sippe gar nicht kannten. Untenrum noch sachlich, mit zunehmenden Drehzahlen aber immer gieriger. Freunde der Nacht: Der macht richtig Spaß. Die Federung sportlich, aber nie fies nachschlagend. Das Getriebe ordentlich sortiert, gut schaltbar. Dass die Lenkung eine Spur sensibler die Straßenlage erklären könnte – verziehen. Ist halt kein 3er-BMW. Zwei kritische Bemerkungen bleiben: Geht man zu übermütig in Kurven und lupft dann vor Schreck das Gas, streckt Herr Kizashi spontan sein Hinterteil raus. Das ESP holt es zum Glück schnell und sanft wieder zurück in die Spur.

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Hoppla: Bei Lastwechseln streckt der Kizashi schon mal kurz sein Heck zur Seite.

Ungeübte erschrecken sich trotzdem erst einmal. Und die Vordersitze sind nicht so gut, wie sie aussehen. Man sitzt mehr drauf als drin, den Seitenhalt gaukeln sie nur vor. Bei uns wird der Kizashi ab sofort ausschließlich mit diesem Motor vorfahren, entweder als Fronttriebler oder für 3000 Euro Aufpreis mit Allradantrieb – und stets mit Vollausstattung. Das heißt in diesem Fall: Luxus satt. Angefangen bei elektrisch verstellbaren Ledersitzen, 18-Zoll-Rädern und CD-Radio mit Lenkradbedienung über Xenonscheinwerfer und Glasschiebedach bis hin zu Parkpiepsern und sieben Airbags, darunter ein Knieairbag für den Fahrer, ist alles drin. Alles für 26.990 Euro. Überrascht? Wir schon.

Technische Daten Suzuki Kizashi
Vierzylinder, vorn quer • vier Ventile pro Zylinder • Hubraum 2393 cm³ • Leistung 131 kW (178 PS) bei 6500/min • max. Drehmoment 230 Nm bei 4000/min • Vorderradantrieb • Sechsganggetriebe • Kofferraum 461 l • 0–100 km/h in 7,8 s • Spitze 215 km/h • EU-Mix 7,9 l Super/100 km • CO2 183 g/km • Preis 26.990 Euro.
Tomas Hirschberger

Tomas Hirschberger

Fazit

Der Kizashi hat es faustdick hinter den Kotflügelbacken. Reichlich Kraft, ordentlicher Komfort, akzeptable Verarbeitung. Was dem Suzuki an Prestige fehlt, macht er mit Einsatzwillen und dem beachtlichen Preis locker wett.

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