Tacho-Betrug: Darauf sollten Sie achten!

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Tachomanipulation

— 22.10.2015

Was tun gegen Tacho-Betrug?

Eine aktuelle Studie des TÜV Rheinland zeigt, wie gering das Vertrauen von Gebrauchtwagenkäufern in die Korrektheit des Tachostands ist. Doch es gibt Ansätze, Tachomanipulation zukünftig einzudämmen.

Mit dem Vertrauen auf einen korrekten Tachostand ist es unter Gebrauchtwagenkäufern in Deutschland nicht weit her: Laut aktueller Studie des TÜV Rheinland schätzen rund 40 Prozent der gefragten Gebrauchtwageninteressenten die Wahrscheinlichkeit einer Tachomanipulation als groß bis sehr groß ein. Weiterhin glauben die Befragten, dass fast bei einem Drittel der angebotenen Gebrauchtwagen der Tacho zurückgedreht wurde. Eine Schätzung, die sich mit Berechnungen der Polizei deckt. Sie geht davon aus, dass der Kilometerstand bei rund 30 Prozent der Gebrauchtwagen, die in Deutschland jährlich den Besitzer wechseln, manipuliert wurde. Das sind ca. 1,8 Millionen Fahrzeuge. Der Schaden wird auf durchschnittlich 3000 Euro pro Auto geschätzt – insgesamt wären das rund sechs Milliarden Euro!

Tacho zurückdrehen – eine Sache von Sekunden

Die Tachowalze musste noch mit der Bohrmaschine bearbeitet werden. Seitdem es LCD gibt, reichen ein Computer und die richtige Software.

AUTO BILD hat bereits mehrfach darüber berichtet, wie einfach sich ein Tacho zurückdrehen lässt. Die Zeiten der Bohrmaschine, mit der zu Großvaters Zeiten die Kilometerzahl zurückgedreht wurde, sind längst vorbei. Die alte Kilometerwalze im Tacho hat dem LCD Platz gemacht. Deshalb haben die Trickser aufgerüstet. Mit Computer und Spezial-Software kann der Kilometerstand an fast jedem Fahrzeugtyp beliebig verstellt werden. Laut Kfz-Prüfgesellschaft Dekra ist bei jedem dritten Gebrauchtwagen der Kilometerstand manipuliert. Und das, obwohl seit 2005 jegliche Tachomanipulation verboten ist. Zuvor war das Zurückstellen von Kilometerständen nur dann verboten, wenn eine betrügerische Absicht dahinter steckte. Das allerdings war nur schwer nachzuweisen.

Ein Lebenslauf könnte Tricksereien verhindern

Ein amtlicher Lebenslauf des Autos, in dem alle Wartungen und Reparaturen aufgeführt werden müssen, könnte Tachobetrug verhindern helfen.

Im Ausland gibt es bereits Methoden, mit denen der Tachobetrug erfolgreich eingedämmt werden konnte. So wurde in Belgien etwa der Car Pass eingeführt, der beim Gebrauchtwagenverkauf einem potenziellen Käufer vorgelegt werden muss. Das Dokument enthält eine Kilometerstandshistorie des Fahrzeugs, die sämtliche Kilometerstände bei Inspektionen und Verkäufen auflistet. Die Registrierung solcher Kilometerstandsdaten in einer zentralen Datenbank ist gesetzlich vorgeschrieben. Eine ähnliche Lösung gibt es in den USA: Dort werden Zulassungs-, Unfall- und Reparaturdaten mit den jeweiligen Kilometerständen von der Firma Carfax zentral gesammelt. Potenzielle Käufer können sich den Lebenslauf eines Fahrzeugs im Internet herunterladen, wenn sie die Fahrgestellnummer des Autos kennen.

In Deutschland ist die Einführung eines amtlichen Autolebenslaufs bei der bestehenden Gesetzeslage nicht möglich, weil die Fahrzeug-Identifikationsnummer unter den Datenschutz fällt. Es gibt jedoch Forderungen von Automobilclubs und Überwachungsorganisationen zu unterschiedlichen Ansätzen:

• Der ADAC fordert von den Autoherstellern, die Tachomanipulation durch Werkstätten, Autohändlern oder Dienstleistern auf technischem Wege zu verhindern.
• Der AvD (Automobilclub von Deutschland) fordert dagegen eine Datenbanklösung, bei der zu jedem Auto unveränderbare Kilometerstände dokumentiert werden.
• Die Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger (KÜS) präferiert eine Datenbanklösung in Kombination mit dem Einsatz eines Tacho-Spions – ein Gerät, das mittels Ultraschall-Technik und einer speziellen Software den Verschleißgrad von Motoren ermittelt und so Ruckschlüsse auf die Genauigkeit des Tachostands zulässt.

Digitales Serviceheft schafft Vertrauen beim Verkauf

Video: Soziales Auto-Netzwerk

So funktioniert Motory

Auch wenn es in Deutschland noch keine gesetzlich verpflichtende Datenbanklösung gibt, können Autofahrer doch auf freiwilliger Basis eine Kilometerstandshistorie ihres Fahrzeugs anlegen. Das schafft beim späteren Verkauf des Autos Vertrauen gegenüber potenziellen Käufern und hilft dabei, einen guten Verkaufspreis zu erzielen. Eine Lösung dafür bietet zum Beispiel das soziale Autonetzwerk Motory mit seinem digitalen Serviceheft. Darin können Autofahrer erfolgte Wartungen und Reparaturen mit den jeweiligen Kilometerständen eintragen. Als Beleg können etwa Rechnungsbelege gescannt und hochgeladen werden. Auch Betankungen können in das Motory-Profil zusammen mit den Kilometerständen eingetragen werden. Solche Einträge lassen sich vom Nutzer des Profils nur noch innerhalb von 24 Stunden korrigieren und sind danach nicht mehr veränderbar. So entsteht Eintrag für Eintrag eine nachvollziehbare Lebensgeschichte des Fahrzeugs.

In der Bildergalerie zeigen wir, auf welche Dinge Gebrauchtwagenkäufer achten sollten, um sich vor Tacho-Betrug zu schützen!

Tacho-Betrug: Darauf sollten Sie achten!

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