Gordon Murray hat früher Formel 1-Autos für Brabham und McLaren konstruiert. Doch seit 2007 kocht der gebürtige Südafrikaner mit seiner Firma Gordon Murray Design sein eigenes Süppchen. So entwickelte er den T.25: Der ist kein Supersportwagen, sondern ein Knirps für die Stadt. Seine Herausforderungen lauern im täglichen Gewühl auf übervollen Straßen. Jetzt kehrt Murray zu seinen Wurzeln zurück und baut wieder einen Sportwagen. Bisher existiert nur ein Prototyp, der im Auftrag des Chemiegiganten Toray gebaut wurde. Besonderheit: Der "Teewave AR.1" getaufte Zweisitzer ist kein brachiales Sportgerät, sondern ein elektrischer Saubermann mit Mini-Gewicht.
Das Cockpit ist extrem puristisch gehalten, weniger Schalter und Instrumente sind kaum möglich.
Optisch erinnert der Teewave stark an den Lotus Elise, er lässt aber mit 2,61 Metern Radstand exakt 31 Zentimeter mehr Platz zwischen den Achsen. Dazu ist der Prototyp mit nur 1,15 Metern Höhe extrem flach, in der Länge übertrifft er die Elise mit 3,97 Metern um ganze 18 Zentimeter. Ob tatsächlich ein Lotus druntersteckt, verrät Murray nicht – wenn, dann wurde wohl die Säge angesetzt und die Elise gestreckt. Immerhin musste die 16 kWh starke Lithium-Ionen-Batterie an der Hinterachse ihren Platz finden. Trotz des Batterie-Gewichts von 240 Kilo wiegt der Teewave nur 850 Kilo und damit rund 400 Kilo weniger als ein Tesla Roadster, vermeldet Murray stolz.

Noch ein Murray: Stadtauto-Projekt T25

Nicht wirklich sportlich: Der Teewave schleicht in 11,4 Sekunden auf Tempo 100 und schafft 147 km/h Spitze.
Möglich macht das die Kohlefasertechnologie des Sponsors Toray, der als Chemie-Experte das Monocoque entwickelte. Angeblich lässt es sich in nur zehn Minuten in Form pressen und wird auf einen Rahmen aus Alu gesetzt. Die Fahrleistungen des Teewave AR.1 können allerdings nicht mit denen eines Tesla Roadster konkurrieren: Laut Gordon Murray Design sprintet der E-Sportler in 11,4 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht 147 km/h Spitze. Der E-Motor leistet aber auch nur 64 PS und soll mit einer Batterieladung rund 190 Kilometer weit kommen. Das Drehmoment beziffert Murray auf 180 Newtonmeter. Geht dem Teewave AR.1 der Saft aus, sollen sechs Stunden reichen, um die Akkus neu aufzuladen. Ob der Prototyp Chancen auf eine Serienfertigung hat, verrät Murray noch nicht.