Test Corvette ZR1

— 08.09.2008

Die Monster-Corvette

Die ZR1 ist der ultimative Sportwagen, eine Fahrt mit ihr ein unvergessliches Erlebnis. Stark, schnell und nichts für Weicheier. Die Beschleunigungswerte lesen sich wie Fabeln aus dem Almanach der Rennlegenden.



Man kann der Corvette manches vorwerfen – aber Leistungsmangel nun wahrlich nicht. Trotzdem legten die Techniker noch ein paar Briketts nach: Mit 647 PS und 819 Nm ist die ZR1 bulliger, spurtstärker und schneller als jeder Porsche. Und auch seltener, denn die Auflage ist auf 1800 Fahrzeuge pro Jahr limitiert. Die wilde Vette besitzt einen Unterbau aus Leichtmetall und eine Karosserie aus Kohlefaser. Neu ist auch die Brembo-Bremsanlage mit Scheiben aus Carbon-Keramik- Verbundmaterial. Dem 247 Kilogramm schweren Achtzylinder sitzt ein mechanischer Lader im Nacken, der auf Wunsch den Drehmomentfluss in Sekundenbruchteilen über die Ufer treten lässt. Deshalb neigen die 20-Zoll-Michelins trotz Transaxle-Bauweise und Schutzengel-ESP bei Vollgas sogar im dritten Gang noch zum Durchdrehen. Weil der Kompressor erst bei Zweidrittellast voll einsteigt, liegt der vom Werk versprochene Mixverbrauch bei 14,5 Litern. Wobei wir eher an 15 bis 20 Liter glauben, denn so ein Spurtwagen will doch auch die Sporen spüren.

Sauschnell und wild – immer am Limit

Der Dampfhammer-V8 lässt Augen tränen, Ohren dröhnen und Herzen rasen.

Der Dampfhammer-V8 lässt Augen tränen, Ohren dröhnen und Herzen rasen.

Die Beschleunigungswerte lesen sich wie Fabeln aus dem Almanach der Rennlegenden: 0-100 km/h in 3,4 Sekunden, 0-200 km/h in 10,3 Sekunden, 0-300 km/h in 32,6 Sekunden. Für Fans reichen wir einen weiteren Wert dazu: Aus dem Stand auf 300 und wieder voll runterbremsen soll die Corvette in 39,6 Sekunden schaffen. Höchstgeschwindigkeit: 330 km/h. Nicht schlecht für einen Lowtech-Motor mit zwei Ventilen pro Zylinder und einer tief in den Block abgetauchten Nockenwelle. Im Gegensatz zur spitz ausgelegten Z06 ist die Corvette ZR1 ein Vorbild an Geschmeidigkeit. Der Trick: dickere Stabis und weichere Querblattfedern, verstellbare Dämpfer und gutmütigere Reifen. Wenn dir die unglaublichen Bremsen noch nicht das Toupet vom Kopf gezogen haben, dann besorgt das spätestens die Querbeschleunigung von maximal 1,05 g. Selbst auf langen Geraden ist Vorsicht geboten, denn irgendwie kommt dieses Tier immer quer – kurz und plötzlich und mit jener Nachhaltigkeit, die Gefühle wie Respekt und Angst beinahe zur Deckung bringt.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Georg Kacher

So ungefähr muss sich ein Ritt auf der Kanonenkugel anfühlen: wild, sauschnell, immer am Limit. Ein unvergessliches Erlebnis. Klar – ein Bugatti Veyron ist noch schneller. Aber eben auch zehnmal so teuer. Schön, dass es so ein Urviech noch gibt!
Test Corvette ZR1
Motor/Hubraum V8, Kompressor/6162 cm³
Leistung 476 kW (647 PS) bei 6500/min
Drehmoment bei U/min 819 Nm/3800
0–100 km/h 3,4 s
Höchstgeschwindigkeit 330 km/h
Testverbrauch (l/100 km) – CO2 14,5 l – 345 g/km
Leergewicht 1528 Kilo
Reifen vorn – hinten 285/30 ZR 19 – 335/25 ZR 20
Preis ab 135.990 Euro
Plus: Leistung und Drehmoment satt, Fahrspaß pur, viel Platz, günstiger Preis
Minus: Sitze mit wenig Seitenhalt, hoher Volllast-Verbrauch, mäßige Qualität

Note 1-
Konkurrenten: Porsche GT2, 530 PS, 189.496 Euro und Ferrari 599 GTB, 620 PS, 242.000 Euro

Autor: Georg Kacher

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