Test Dodge Caliber SRT4
Asphaltquäler

Mit 295 Turbo-PS und Frontantrieb setzt der Dodge Caliber SRT4 dem Untergrund heftig zu. Ein Hardrocker, wie er im Buche steht: stark, wild, maskulin. Dennoch hat der Kraftmeier Charme.
- Oliver Strohbach
Autobahn. Der Schnelle-Fahrt-Verhinderer vor Ihnen zieht auf die rechte Spur. Im Rückspiegel pressen sich Stern, Niere oder Ringe fett ins Format. Dann geben Sie Gas. Sie fahren einen Dodge Caliber SRT4 und ziehen mit diebischer Freude davon. Okay, okay, mit 295 PS und einer Front, aerodynamisch wie der Tresen eines Saloons, taugt er nicht unbedingt zur Vmax-Primadonna. Aber zum Überraschen der Vollgas-Brenner reicht er mehr als aus.
Karosserie/Qualität
Als Van-SUV-Mix bietet der Caliber viel Platz und gute Übersicht. Das SRT-Spoilerwerk lässt dabei keine Verwechslungsgefahr mit einem Baumarktnutzfahrzeug zu. Dagegen musste bei der Materialwahl der Rotstift hart arbeiten. Die Wertanmutung lässt aufgrund der harten Kunststoffe, die weder Händen noch Augen schmeicheln, zu wünschen übrig.
Fahrfreude/Antrieb
Der 2,4-Liter-Benziner unter der Haube ist ein alter Bekannter, stammt er doch aus der DaimlerChrysler-Ära und ist weltweit in vielen Baureihen zu finden. Mit Turbolader auf 295 PS getrimmt, packt er im Caliber SRT4 beherzt zu, gibt seine Kraft unverschleiert frei und hämmert sie schonungslos gen Vorderachse. Und hier liegt der Hase im Pfeffer. Die Techniker haben nämlich auf eine Differenzialsperre verzichtet, und so glüht der Dodge eigentlich ständig und bis zum dritten Gang mit Wheelspin durch die Kurven.
Fahrleistungen
Mit 6,5 Sekunden beim Spurt auf Tempo 100 und 244 km/h Spitze kann sich der SRT4 sehen lassen. Nur die Bremswege der an sich standfesten Bremse (aus der US-Polizeiversion des Dodge Charger) überzeugen kaum. Doch dürfte dies wie die mangelhafte Traktion eher den Reifen anzulasten sein.
Fahrwerk/Komfort
Das Fahrwerk hat stark mit den Massen und dem hohen Schwerpunkt des Dodge zu kämpfen, dennoch ist es keinesfalls tückisch und stützt den Dodge in Kurven vergleichsweise gut ab. Dagegen ist die Lenkung bei hohen Geschwindigkeiten zu gefühllos.
Preis/Kosten
Knapp 30.000 Euro für so viel Auto und 295 PS, da verzeiht man dem Dodge einige seiner Macken. Allerdings muss man eine ordentliche Portion Idealismus und Spaß an solchen Cowboybrennern mitbringen.
Fazit von AUTO BILD-Redakteur Oliver Strohbach
Ein Hardrocker, wie er im Buche steht: stark, wild, maskulin. Mit dem Hang zum Übertreiben. Trotz des wenig sportwagentypischen Konzepts macht er Spaß. Und sein Preis verführt. Note: 3
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