Test Winterreifen 255/55 R 18
Volle Haftung

Acht Winterreifen für Geländewagen streiten sich dieses Jahr um die Krone des Winterkönigs. Mit dabei: Ein reiner Sommerreifen, der zeigt, was passiert, wenn man so auf Schneeglätte fährt.
Bild: Toni Bader
- Martin Braun
- Dierk Möller
- Henning Klipp
Wird es wieder ein milder Winter in Mitteleuropa? Keiner weiß es. Und nur, weil der Winter letztes Jahr ein milder war, heißt das noch lange nicht, dass der diesjährige erneut mild wird. Trotzdem auf Winterreifen verzichten? Selbstverständlich kommt man mit einem Allradauto auf Schnee trotz Sommerreifen meist gut voran. Aber was macht man, wenn bei Schnee und Matsch der winterbereifte Vordermann plötzlich bremst? Da reicht dann oft der größte Sicherheitsabstand nicht, und es kommt fast unweigerlich zum Auffahrunfall. Und was sagt der Gesetzgeber? Nein, es gibt in Wahrheit keine gesetzliche Pflicht zur Montage von Winterreifen. Der Gesetzgeber spricht von "geeigneter Bereifung". Das lässt Spielraum zur Interpretation. Bußgeld gibt es nur, wenn wegen nicht "geeigneter Bereifung" andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gar gefährdet werden. Bei trockener und nasser Fahrbahn kann man also von niemandem belangt werden, wenn man im Dezember auf Sommerreifen unterwegs ist. Auch nicht, wenn es zum Unfall kommt. Aber was gilt bei Schnee? Dazu gibt es noch keine klärenden Worten der deutschen Gerichte, der letzte Winter war zu warm. Kühle Naturen warten deshalb zurzeit einfach ab. Wer lieber auf Nummer sicher gehen will, montiert Winterreifen, egal was Gesetzgeber oder Richter sagen.
Im Vergleich: acht Winterreifen der Dimension 255/55 R 18

Bild: Toni Bader

Bild: Toni Bader
Bei Nässe bremst der Sommerreifen seinen Winterkollegen aus
Denn in sämtlichen Nassdisziplinen liegt der Sommerreifen auf einem der vordersten Plätze, auch bei kühler Witterung. Am deutlichsten wird das in nassen Kurven, wo der Sommerreifen erheblich mehr Sicherheitsreserven bietet als sämtliche getesteten Winterreifen. Gerade hier und beim Bremsen auf Nässe zeigen einige Winterreifen echte Schwächen. Vor allem der Billigpneu von Matador bezieht auf Nässe Extrempositionen. Bestnoten erzielt der Slowake beim Aquaplaning, weil er das Wasser hervorragend ableitet. Dagegen ist er Träger der roten Laterne, wenn es ums Kurvenfahren und Bremsen auf Nässe geht. Mit dem etwas schwammigen Lenkgefühl kann man sich noch arrangieren, aber die Bodenhaftung ist bei Nässe einfach zu gering, was zu langen Bremswegen und deutlich verringerten Sicherheitsreserven in Kurven führt. Dass allerdings nicht nur ein preisgünstiger Reifen hier hinten liegt, beweist der Michelin. Der teure Franzose missfällt zum einen mit der höchsten Aquaplaningempfindlichkeit im Feld, zum anderen überrascht er mit vergleichsweise langen Bremswegen auf nasser Fahrbahn. Die 61,7 Meter aus Tempo 100 des Michelin werden nur noch vom Matador mit 64,3 Metern überboten.
Hie geht es zum Goodyear-Winterfit-Spezial

Bild: Toni Bader

Bild: Toni Bader
Fazit von Martin Braun, Dierk Möller-Sonntag und Henning Klipp

Bild: Toni Bader
Wie die Reifen im Einzelnen abgeschnitten haben, erfahren Sie oben in der Bildergalerie. Den kompletten Reifenest mit ausführlichen Wertungstabellen können Sie sich bequem als PDF herunterladen.
Reifentest intern
Glück gehabt. Auch bei unserem diesjährigen Winterreifentest spielte Petrus mit. Es gab ausreichend Schnee bei typischen Wintertemperaturen — und dazu Sonnenschein. Aber nicht in Deutschland, sondern im hohen Norden. Wir schleppten Ausrüstung, Versuchsfahrzeug und viele, viele Reifen nach Nordschweden. Ziel war das Pirelli-Versuchsgelände im verschlafenen Ort Älvsbyn am eisigen Fluß Piteälven. Die Nass- und Trockentests fanden auf dem bewährten Contidrom in Hannover statt. Nachdem letztes Jahr die Winterreifen für leichtere Allradler getestet wurden, war diesmal ein Schwergewicht gefragt. Der VW Touareg war dafür ideal.
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