Umweltzonen: Handwerker fürchten Ruin

— 24.08.2012

Handwerker klagen über Umweltzonen

Neuer Streit um Umweltzonen: Viele Handwerker fürchten um ihre Existenz. Sie dürfern mit älteren Fahrzeugen nicht in die Umweltzonen - und kommen somit nicht zu ihren Kunden.



Die Städte Mainz und Wiesbaden werden eine gemeinsame Umweltzone einführen. Die Zone wird am 1. Februar 2013 gleich mit der dritten Stufe starten. Das heißt: Einfahrt nur mit grüner Plakette. Damit ist Mainz die erste rheinland-pfälzische Stadt, die ältere Diesel und Benziner ohne Kat aussperrt. Auch im hessischen Darmstadt hält ein Gericht die Einrichtung einer Feinstaubzone für geboten, weil die Grenzwerte für Stickoxide zu häufig überschritten werden. Aktuell gelten in 54 deutschen Städten Fahrverbote für Autos ohne Umweltplakette. Das ausgeweitete Fahrverbot für Fahrzeuge mit roter und gelber Plakette bedroht immer mehr kleine und mittlere Firmen in ihrer Existenz, denn insbesondere Handwerksbetriebe setzen überwiegend auf Diesel. So auch Dachdeckermeister Dieter Geist aus Kirchardt, den die Verschärfung der Heilbronner Zone seit dem 1. Januar besonders trifft: Keiner seiner vier Firmen-Lkw darf noch nach Heilbronn einfahren, weil alle nur rote Plaketten besitzen. Eine Ausnahmegenehmigung verweigerte das Landratsamt Heilbronn ohne Angabe von Gründen.

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Dachdeckermeister Dieter Geist aus Kichardt: "Umweltzonen können Handwerker ruinieren."

Kein Einzelfall, laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben 92 Prozent der Transporter bis 3,5 Tonnen einen Dieselantrieb. Weil diese Fahrzeuge im Mittel nur 27.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen, sind sie auf lange Nutzungsdauer ausgelegt. Viele von ihnen sind erst fünf oder sechs Jahre alt, aber Partikelfilter gibt es nicht – oder diese kosten bis zu 8000 Euro. "Probleme treten auch bei der Schülerbeförderung auf", berichtet Ulrich Hoefner, Geschäftsführer des Gesamtverbands Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) in Osnabrück. "Viele Schulbusse vom Typ Ford Transit, Baujahr 2006, sind schlicht nicht nachrüstbar." In Mainz und Wiesbaden gehen die dortigen Betriebe schon vor der Einführung der Zone auf die Barrikaden. 37 Prozent der Handwerker sehen durch diese Maßnahme die Existenz ihrer Betriebe gefährdet. Für die Nachrüstung, falls möglich, rechnen zwei Drittel der Firmen mit Kosten bis zu 30.000 Euro, weitere 28 Prozent gar bis zu 50.000 Euro. Was meinen Sie? Brauchen wir Sonderregelungen für Gewerbetreibende? Stimmen Sie auf der rechten Seite ab. In der Bildergalerie oben finden Sie die aktuellen Umweltzonen in Deutschland.

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