Vergleich VW Golf GTD/BMW 120d Coupé
Kompakte Sportler mit Diesel

Eine alte Sportfahrerweisheit sagt: Lenkung vorn, Antrieb hinten. Trifft solch eine Aussage auch bei rund 170 Diesel-PS zu? Der Vergleich zwischen VW Golf GTD und BMW 120d Coupé klärt die Frage.
- Manuel Iglisch
Sportlich, sparsam und erschwinglich: Setzt man diese Kriterien beim Kauf einheimischer Sportler an, ist der Gedanke an einen BMW 1er nicht weit. Schließlich behauptet der Bayer mit Heckantrieb und durch die Bank feinen Triebwerken schon seit einiger Zeit die dynamische Vormachtstellung in der Kompaktklasse. Doch genau auf diese hat es nun auch der Konzernriese aus Wolfsburg abgesehen. VW belebt ein einst recht unscheinbares Kürzel wieder zum Leben und bittet mit dem neu aufgelegten Golf GTD zum ausgiebigen Landstraßenduett. Dabei setzt der Golf bereits optisch eindeutige Akzente. Mit Wabengrill, serienmäßigen 17-Zoll-Alus sowie markant geformten Front- und Heckstoßfängern ist sein Äußeres bewusst nahe am sportlichen Aushängeschild GTI positioniert.
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Bild: Lena Barthelmeß
Das BMW-Aggregat begeistert durch verzögerungsfreie Drehfreude

Bild: Lena Barthelmeß
Während der Standardsprint auf 100 km/h im BMW mit rund 3000 Touren in Angriff genommen werden kann, muss die Kupplung im Golf bereits bei 2500 Touren den Kraftschluss herstellen, um ein zeitraubendes Durchdrehen der Räder zu verhindern. So fährt das 120d Coupé bis 100 km/h einen Vorsprung von vier Zehnteln auf seinen Wolfsburger Konkurrenten heraus. Bis 160 km/h herrscht danach nahezu Gleichstand. Erst darüber hinaus kommt die lebhaftere Drehfreude des Bayern zum Tragen. Bis 200 km/h beträgt sein Vorsprung glatte drei Sekunden. Generell beginnt im Golf GTD ab Tempo 200 ein recht zähes Ringen mit den Elementen. Um die versprochenen 222 km/h Topspeed zu erreichen, braucht es reichlich Anlauf.
Der BMW schiebt auch jenseits von 200 Sachen noch munter weiter. Tacho 230 sind schnell erreicht. Erst danach bleibt ein spürbarer Vorwärtsdrang aus. Immerhin beschert eine kürzere Getriebeübersetzung dem Golf die besseren Elastizitätswerte. Davon abgesehen punktet der Selbstzünder im VW noch mit einer für Dieselmotoren untypisch sonoren Stimme. Diese rührt jedoch nicht von einer besonders freizügig konstruierten Abgasanlage her, sondern hat ihren Ursprung nahe dem Frontscheibenrahmen. Mittels Steuergerät und sogenanntem Schwingteller samt Spule erzeugen die VW-Ingenieure im Innenraum einen herzhaft kernigen Klang, der die Arbeitsgeräusche des Dieselmotors überlagert und somit auch akustisch für sportliches Feeling sorgt.
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