Versteckte Features in Autos – Die Spinne am Tank

Easter Eggs an Autos Easter Eggs an Autos Easter Eggs an Autos

Versteckte Features in Autos

— 05.04.2015

Die Spinne am Tank

Ein Hai im Handschuhfach, eine sprechende Spinne am Tankdeckel: Autodesigner denken sich viele lustige Details aus, die nicht auf den ersten Blick auffallen.

Wie kommt bloß die Spinne in die Tankklappe? Und warum läuft übers Heck­fenster eine kleine Yeti-Figur? Wer den neuen Jeep Renegade beim Waschen oder im Alltag näher kennen­lernt, findet noch mehr dieser seltsa­men Zeichen. "Easter Eggs" heißen bei Experten die verborgenen Überra­schungen, die immer öfter in neuen Modellen zu finden sind. Und das nicht nur bei legeren Freizeitautos: Selbst die Nobelmarke Volvo hat in ihrem neuen Flaggschiff XC90 eines dieser sogenannten Ostereier versteckt.

"Ciao Baby": Diese kleine Spinne am Tankdeckel des Renegade ist äußerst kommunikativ.

Woher kommt diese stille Mode? "Da wollen Designer, die einfach Spaß am Auto haben, den Findern eine Freude machen und sie zum Lächeln bringen." Klaus Busse treibt das Spiel im Renegade auf ein neues Level. Der deutsche Designer, bei Fiat Chrysler Automobiles North America (FCA US) "Vice President Interior Design", hat eine Ader für den lausbubenhaften Jux, den sein junges Team zuerst in Com­puterspielen entdeckt hat. Dort tau­chen im Spielverlauf Gegenstände oder Notizen auf, die da nicht hinge­hören und den Spieler überraschen. So kamen die jungen Heißsporne bei FCA US auf die Idee, ein Osterei ins Auto zu legen.

"Die USA stehen für Popkultur statt für Perfektionismus"

Die Signatur Gottlieb Daimlers ist in der Frontscheibe des Mercedes CLA Shooting Brake eingeprägt.

Busse ließ ihnen freien Lauf, und so trug 2011 der Bei­fahrer-Haltegriff im Jeep Wrangler auf der Rückseite die Einprägung: "Since 1941". Nicht zu sehen, nur zu fühlen. Groß bekannt gemacht hat Jeep die Signatur nie. Offiziell hieß es, die ver­steckte Kennzeichnung sollte Origi­nalteile von billigen Kopien unter­scheiden. Klingt verräterisch nach einer Ausrede, falls das Ei bei Kunden gefloppt wäre. Doch da war die Lawine längst losge­treten. Busses Team begann, jedes neue Modell – auch unbemerkt von Finanzkontrolleuren – zu be-eiern. Der Sportwagen Viper trägt einen Um­riss des Nürburgrings in der Fußmatte, der Chrysler 200 die Skyline von Detroit im Teppich – allerdings ohne den GM-Tower des großen Konkurrenten General Motors. So viel Freiheit haben die Chrysler-Designer sich dann doch erlaubt.

"Die USA stehen für Popkultur statt für Perfektionismus", sagt Busse, der 2008 vor einer ähnlichen Entschei­dung in seiner Karriere stand. Sollte der Designer, der bei Mercedes groß geworden und mit Dieter Zetsche einst über den Atlantik zu Chrysler gezogen war, zurück zum Stern? Oder bei den Amis bleiben? "Ich wollte schon immer mal eine Firmenrettung mitmachen", witzelt der Freigeist. Klaus Busse blieb, die Ostereier kamen.

Opel, Renault, Volvo: Alle verstecken Ostereier

Bei Opel gibt es schon seit 2006 einen kleinen Hai im Corsa. Im Adam sind es sogar vier Fische.

Schon früher hatte Opel seine kleine Ei-Zeit eingeläutet. Seit 2006 ziert das Handschuh­fach im Opel Corsa ein stilisierter Hai, der zum Markenzeichen wurde: Im Adam schwimmen schon vier Fische. Wer beim elektri­schen Renault Zoe genau hinschaut, findet am hinteren Türöffner einen Fingerabdruck. Und im Volvo XC90 eine Spinne im hinteren Staufach, was Projektleiter Dennis Nobelius mit ei­nem verräterischen Lächeln begrün­det: "Den Deckel mussten wir verstär­ken, so kamen wir aufs Spinnennetz. Da war die Spinne nicht mehr weit." Das eingeprägte Insekt unterhält ne­benbei Kinder in der dritten Sitzreihe.

Ein Totenkopf mit Corvette-Flaggen auf deren V8 zeigt: Darin steckt Sieger-Geist.

Denn so sinnfrei, wie es scheint, sind die Ostereier nicht. "Unsere Kun­den sollen dadurch eine persönliche­re Beziehung zu ihrem Auto bekom­men, auch weil sie erkennen, dass dahinter Menschen mit Liebe zum Produkt stehen", so Klaus Busse. Seine Ostereier bekam der Designer anfangs auch deshalb durch, weil sie in der Produktion kein Geld kosten. Inzwischen durfte ein elektronischer Gag in neuen Jeep-Modellen angeblich zehn Dollar verschlingen: Schaltet man den Parkassistenten ein, erschei­nen auf dem Bildschirm als Nachbar­fahrzeuge ringsum nur Willys MB, die Jeep-Originale von 1941.

Easter-Eggs werden immer aufwendiger

Auch Tesla hat ein Easter Egg versteckt: Gibt man im Menü des Bordcomputers im Model S einen bestimmten Code ein, erscheint auf dem Display das U-Boot auf Basis eines Lotus Esprit, das im James-Bond-Film "Der Spion, der mich liebte":

Bald rollen noch mehr Ostereier. "Im neuen Kompakt-SUV werden un­sere Easter Eggs zu echten Rätseln", sagt Busse, als spreche er über ein Computerspiel. Mal sehen, wann und wie andere Autobauer mitspielen. Am Zündschloss des Renegade heißt es: "To new adventures!" Frei übersetzt: Auf zu neuen Abent-Eiern!

Welche Ostereier sich noch im Jeep Renegade und in anderen Autos verstecken, sehen Sie in unserer Bildergalerie!

Versteckte Features in Autos: Die Spinne am Tank

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Joachim Staat

Joachim Staat

Fazit

Ein Künstler signiert sein Werk, wir schätzen liebevolle Details: Deshalb mag ich Ostereier in Autos. Ich sehe darin überraschende Aufmerksamkeiten - wie verpackte Pralinen. Sie heben Modelle aus der Masse hervor. Nur Mut, gebt uns mehr davon!

Autoren: Joachim Staat,

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