Vorschau: Großer Preis von San Marino

Großer Preis von San Marino Großer Preis von San Marino

Vorschau: Großer Preis von San Marino

— 21.04.2004

"Finger weg vom Heiligtum!"

Am 25. April startet der GP San Marino. Geht es nach F1-Promoter Bernie Ecclestone, zum letzten Mal. Und das stinkt den Fans gewaltig.

Bettelbrief an Staatschef Berlusconi

Buon giorno, bella Italia! Die Formel 1 ist zurück in Europa. Nach der Ferrari-Sause im Sand von Bahrain kreischen die Motoren jetzt in der italienischen Provinz. Inmitten der malerischen Emilia Romagna. Und mitten im Ferrari-Land, nur einen Katzensprung entfernt vom Firmensitz in Maranello. Die Formel 1 ist bereit für die magischen Momente italienischen Lebensstils.

Die bange Frage nur: Wie lange noch? Für 2005 will F1-Promoter Bernie Ecclestone den Kurs aus dem Rennkalender streichen. Das Fahrerlager ist zu klein, Gebäude und Strecke sind veraltet. Die letzte Hoffnung wird in einen 25 Millionen Euro teuren Umbau gesetzt. Dann wäre Ecclestone zu neuen Gesprächen bereit. Die Pläne, Start und Ziel zu verlegen, liegen schon seit Jahren auf dem Tisch. Nur das nötige Geld fehlt. Ein Bettelbrief an Staatschef Silvio Berlusconi soll die Wende und Euros bringen.

Das Argument von der großen Tradition reicht nicht, das Überleben zu garantieren. Obwohl die hügelige Bahn in 23 Formel-1-Jahren große – und schreckliche – Rennen erlebte: 1982 das Ferrari-interne Duell zwischen Didier Pironi und Gilles Villeneuve. Als der Franzose die Stallregie pro Villeneuve missachtete, den Kanadier in der letzten Runde passierte und gewann. Oder als die Tifosi 1983 Patrick Tambays Erfolg überschwänglich feierten. Danach mussten sie 16 Jahre auf einen Sieg der roten Renner warten – Schumi erfüllte ihren Traum 1999. Der "König von Imola" (fünf Siege) errang dort 2003 aber auch seinen traurigsten Sieg – in der Nacht vor dem Rennen war seine Mutter gestorben. Wie versteinert ertrug er den Jubel.

Imola 1994: zehn Jahre danach

Unvergessen sind auch die ersten Formel-1-Siege von Heinz-Harald Frentzen (1997) und Schumi II (2001) auf dem Kurs. Und Imolas dunkle Seiten: 1987 knallte Nelson Piquet so brutal in die Begrenzungsmauer der Tamburello-Kurve, dass er das Bewusstsein verlor. Gerhard Berger wäre dort 1989 um ein Haar im Ferrari verbrannt.

Und das Horror-Rennen von 1994. Zuerst im Training der Unfall von Rubens Barrichello und der Todessturz des Roland Ratzenberger. Im Rennen dann der Startcrash Lehto/Lamy mit verletzten Zuschauern; vier umgefahrenen Mechanikern in der Boxengasse. Und schließlich der Tod des großen Ayrton Senna. Und das alles auf einmal.

Konsequenz aus dem schwarzen Rennwochenende: Der Hochgeschwindigkeitskurs wurde zu einer mittelschnellen Strecke umgebaut. Die mangels Auslaufzone kritische Vollgaspassage durch die Tamburello-Kurve – geliebt und gefürchtet – per Schikane sowie an zwei weiteren Stellen entschärft. Und doch blieb der Fahrspaß auf der Berg-und-Tal-Bahn ungebrochen. Auf keiner Strecke räubern die Piloten härter über die Randsteine. Und neben dem brasilianischen São Paulo ist das Autodromo der einzige Rennkurs, auf dem gegen den Uhrzeigersinn gefahren wird.

Und diesmal auch gegen das Vergessen. Das Gedenken an Ayrton Senna überlagert das gesamte Rennwochenende. Höhepunkte: die Ausstellung im nahe gelegenen Schloss Sforza, das Spiel der Formel-1-Piloten gegen die brasilianischen Fußball-Weltmeister von 1994. Und schließlich am Sonntag Gerhard Bergers Ehrenrunde im Lotus, mit dem Senna 1985 seinen ersten Sieg feierte.

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