Land Rover 109 Bigfoot

Land Rover 109 Bigfoot Land Rover 109 Bigfoot

Vorstellung Land Rover 109 Bigfoot

— 10.04.2003

Großer Auftritt, Vermischtes dahinter

Ein fränkischer Tüftler baut Land-Rover-Karossen auf Fahrgestelle von DDR-Lkw.

Mächtiger Auftritt für den Land Rover

Auf die Idee, große Autos auf noch größere Räder zu stellen, sind einst die Amerikaner gekommen. "Bigfoots" nennen sie diese seltsamen Gefährte, die selbst ausgewachsene Geländewagen wie besseres Spielzeug aussehen lassen. In Deutschland trauen sich nur wenige Tüftler an einen solchen Umbau. Für Rolf Kirsten aus Kleinwallstadt bei Aschaffenburg sind Bigfoots Passion. Er verhilft bevorzugt Land-Rover-Modellen zu einem mächtigen Auftritt. Seine jüngste Schöpfung ist ein 5,50 Meter langer, 2,20 Meter breiter und 2,90 Meter hoher Land Rover 109 Pick-up Doppelkabiner. Die großen Füße haben in diesem Fall die Dimension 12,5 x 20 – anders ausgedrückt: fette Reifen auf Unimog-Felgen.

Den Über-Land-Rover hat Kirsten mit zwei Angestellten in rund 2000 Stunden zusammengepuzzelt. Das Fahrgestell stammt von einem Robur, einem Fünf-Tonner-Lastwagen aus DDR-Produktion. Auf dieses Chassis hat Kirsten die Karosserie eines alten Land Rover 109 (Serie III) geschraubt und, als sei das Ganze nicht schon kompliziert genug, die ursprüngliche Kombikarosse mit viel Schweißarbeit auf die Optik des aktuellen Defender 130 Doppelkabiner getrimmt.

Unter der (in einem Stück nach vorn klappbaren) Haube werkelt ein alter Range-Rover-V8-Motor mit 3,5 Liter Hubraum und 163 PS samt Borg-Warner-Automatikgetriebe. Das Verteilergetriebe stammt wiederum vom Robur-Lkw. Viele mögen kaum glauben, dass der Wagen komplett TÜV-abgenommen ist.

Im Gelände hält den Riesen nichts auf

"LKW offener Kasten" steht im Fahrzeugschein, offiziell ist es ein Robur, Baujahr 1983, wegen des Fahrgestells. Das Leergewicht beträgt 2880 Kilogramm, das zulässige Gesamtgewicht 3980 Kilogramm. Damit ist der Bigfoot-Landy auf 80 km/h Höchstgeschwindigkeit limitiert. Das sei durchaus vernünftig, mahnt der Bauherr, schneller sollte man mit dem Auto besser nicht fahren.

Der silberne Bolide ist bereits der vierte Bigfoot, den seine kleine Werkstatt gebaut hat. Obwohl es sich in der Hauptsache um gebrauchte Teile handelt, wirkt das Fahrzeug wie neu. Das Fahren gestaltet sich eher mühsam, vor allem weil noch keine Servolenkung eingebaut ist. Der Wendekreis ist dafür mit 13,9 Metern noch passabel.

Im Gelände hält den Riesen so schnell nichts auf: Die Bodenfreiheit beträgt stolze 70, die Wattiefe 80 Zentimeter. 40.000 Euro nennt Kirsten als Preis für sein jüngstes Werk. Als Nächstes möchte er einem Range Rover zum großen Auftritt verhelfen. Es gibt aber auch Nachfragen nach großen Füßen für einen Mercedes G. Drei Robur-Fahrgestelle hat Rolf Kirsten noch auf Lager.

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