Gebrauchtwagen-Test Golf 2 GTI/Golf 7 GTI

VW Golf 2 GTI G60 VW Golf 7 GTI VW Golf 7 GTI

VW Golf 2 GTI G60/Golf 7 GTI: Gebrauchtwagen-Test

— 18.10.2016

Das Generation-Golf-Duell

Zwei VW-Feger für die linke Spur. Der eine ist schon 26, der andere erst drei. Der etwas andere GTI-Vergleich.

Ob es wohl Leute gibt, die noch nie in einem VW Golf gesessen haben? Die nie dieses "Willkommen-daheim-Gefühl" genossen haben? Eigentlich kaum vorstellbar. Denn der Golf ist mehr als ein Auto, er ist eine Weltanschauung, die Wolfsburg über die Jahrzehnte geschickt aufbaute und behutsam pflegt. Ein wichtiger Meilenstein der Imagebildung ist natürlich der GTI. Das Kürzel steht für Gran Turismo Injection. Was vor genau 40 Jahren mit 110 PS im 810-Kilo-Fliegengewicht Golf 1 anfing, ist heute mit dem 1,43-Tonner-GTI und 230 PS noch nicht am Ende. Denn VW hat ja noch den 300-PS-R-Golf im Köcher.

Gebrauchtwagensuche: VW Golf

Leichtsinnige Tuningversuche schaden dem Ruf des GTI

Sport-Golf gestern und heute: Rote Leisten im Grill verraten den GTI auch im Rückspiegel.

Doch bleiben wir beim GTI. Wir schreiben das Jahr 1976. 110 PS aus 1,6 Liter Hubraum sorgen beim neuen GTI für Spitzentempo 182 und damit für einen Stammplatz auf der linken Spur. Doch die Konkurrenz schläft nicht, Opel lässt 1988 mit dem Kadett E GSi 150 Pferde auf den Golf los. Die Rüstungsspirale dreht sich, Wolfsburg bringt im März 1990 den GTI G60 heraus. Das zweite G steht für G-Lader: ein Kompressor mit G-förmiger Bauweise, der mehr Luft in die Brennräume drückt und so die Leistung steigert. Erst kommt er in Polo und Corrado, dann im Golf. Die Leistung des 1,8-Liters wächst von 98 auf 160 PS, das Drehmoment steigt von 143 Nm auf 225, die Tachonadel stoppt statt bei 180 nunmehr erst bei 216 km/h. Willkommen im 200er-Club. Doch ein VW, der anfängt, sogar BMW 3er zu jagen, der bleibt vor übler Nachrede nicht verschont: Die Haltbarkeit des G-Laders gerät in Verruf. Die Schuld tragen meist ungeschickte oder leichtsinnige Tuningversuche. Mit steigender PS-Zahl sinkt automatisch die Lebenserwartung des Laders. Werksbelassene G60 können ganz locker die 300.000-Kilometer-Grenze erreichen.
Überblick: Alles zum VW Golf GTI

Unser Golf 2 GTI bringt die Augen des Piloten zum Strahlen

Golf 2-Garnierung: Millionen kennen diesen kantigen Anblick. Nur die karierten Sitzbezüge verraten den GTI.

Der Tacho unseres unverbastelten Testwagens zeigt 105.500 Kilometer, ist also noch für viele Jahre Fahrspaß gut. Mit 1500/min bummelt er lässig im Fünften durch den Stadtverkehr, ab 2000 spannt er die Muskeln an, der Sound swingt plötzlich befreit in Adrenalin-Regionen – den Rest verraten die strahlenden Augen des Piloten. Der Drehzahlmesser verrät mit rotem Warnstrich bei 6200 Umdrehungen, dass der Motor nun einen höheren Gang erwartet. 260 steht als letzte Ziffer auf dem Tacho. Die dürften aber selbst bergab und mit Rückenwind nie erreicht werden, da passt schon der ebenfalls bei 6200/min bremsende Drehzahlbegrenzer auf. Der Schaltknüppel, übrigens ganz ohne Golfball-Griff, rührt präzise im Getriebe, das aus dem Passat stammt. Zweckmäßig-funktional die weitere Ausstattung: Servolenkung, Sportsitze, elektrisch verstellbare Spiegel, Gamma-Radio mit Kassette. Fertig. Doch halt: Ein Dauerrot in der Instrumententafel verrät, dass die ABS-Bremse dieses G60 gelegentlich einer fachkundigen Überprüfung bedarf.
Technische Daten
VW Golf GTI G60 VW Golf VII GTI
Motor Vierzylinder, vorn quer; Kompressor Vierzylinder, vorn quer; Turbo
Ventile/Nockenwellen 4 je Zylinder/2 4 je Zylinder/2
Hubraum 1781 cm³ 1984 cm³
Leistung 118 kW (160 PS) bei 5800/min 162 kW (220 PS) bei 4500/min
max. Drehmoment 225 Nm bei 3800/min 350 Nm bei 1500/min
Höchstgeschwindigkeit 216 km/h 244 km/h
0–100 km/h 8,3 s 6,5 s
Tank/Kraftstoff 55 l/Super plus 50 l/Super
Getriebe/Antrieb Fünfgang manuellVorderrad Sechsgang-DSG/Vorderrad
Länge/Breite/Höhe 4040/1700/1405 mm 4268/1790/1481 mm
Kofferraumvolumen 330-1145 l 380-1270 l
Leergewicht/Zuladung 1080/450 kg 1370/416 kg

Der jüngere Bruder beweist: Der Golf GTI bleibt sich treu

Sportlicher Allrounder: Der aktuelle Golf GTI vereint viel Luxus und Sicherheit mit hoher Fahrdynamik.

Drehen wir die Golf-Uhr schnell von 1990 auf 2013. 23 Jahre sind vergangen, seit unser GTI Performance vom Band lief. Mit 230 PS (169 kW) übertrifft der schnelle Golf 7 seinen Urahn um 70 PS. Der Zweiliter-Vierzylinder wird per Turbo aufgeladen und schleppt mehr Wohlstandsballast; statt 1080 jetzt stattliche 1434 Kilo. Trotzdem: Auch der aktuelle Golf GTI lehrt die Konkurrenz noch immer das Fürchten. Vergleichstests mit Mercedes A 250 Sport, BMW 125i oder Ford Focus ST gewinnt er in Serie. Logisch, das steigert die Neugierde auf unseren Gebraucht-GTI. Erster Eindruck: top gepflegt. Zweiter Blick: zahlreiche Extras fahren mit. Der Erstkäufer hievte so den Neupreis von gut 30.000 auf rund 45.000.Euro. Unser Testexemplar stammt bereits aus zweiter Hand, der Händler ruft "nur noch" 25.000 Euro auf. Ein Wertverlust von 20.000 Euro in drei Jahren zeigt klar, dass Gebrauchtkäufer gute Rechner sind. Denn äußerlich ist diesem GTI das Alter nicht anzusehen, innerlich auch nicht zu spüren. Die Probefahrt auf normaler Landstraße verläuft fast langweilig, der GTI benimmt sich wie eine stinknormale Limousine. Leise der Motor, komfortabel der Kontakt zur Straße. Doch wehe, wenn der Fahrer temposüchtig wird und der GTI im Golf gefordert wird. Dann dankt der Fahrer dem Sperrdifferenzial des Performance-Pakets, dass die über das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder geleitete Turbokraft nicht verpufft, sondern den Wagen zuverlässig und fast neutral aus den Kurven zieht. Mit der einfühlsamen Servolenkung lässt sich der GTI wie mit einem Zirkel dirigieren. An der Fahrfreude können bis zu fünf Personen teilhaben. Wie gehabt: Der Golf GTI bleibt sich treu. Eine Sportlimousine im besten Wortsinne, in der man sich ganz schnell zu Hause fühlt.

Was bei den AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim gebrauchten VW Golf GTI außerdem achten sollten, erfahren Sie oben in der Bildergalerie.

Secondhand: VW Golf II GTI G60 gegen Golf VII GTI

Der vollständige Artikel ist ab sofort im unserem Online-Artikelarchiv erhältlich. Hier können Sie das Original-Heft-Layout als PDF-Dokument downloaden. Der Artikel handelt von folgenden Modellen: VW Golf 2 GTI G60 und VW Golf 7 GTI (Gebrauchtwagentest).

Veröffentlicht:

04.11.2016

Preis:

1,00 €

Diether Rodatz

Diether Rodatz

Fazit

Es ist immer wieder verblüffend, was VW aus den normalen Golf alles herausholt(e). Beide GTI stellen ihre Fahrer selten vor Probleme. Der neue ist ideal für Fahrer, die alle Sicherheitsfeatures mit an Bord haben wollen. Der G60 hingegen kann sich in vier Jahren ein kostengünstiges H aufs Kennzeichen prägen lassen.

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