VW Golf Blue-e-Motion: Fahrbericht

— 01.02.2012

Sündhaft teures Unikat

Golf Blue-e-Motion: Das ist der kompakte VW der Zukunft. AUTO BILD ist ihn gefahren. Doch noch ist das teure Einzelstück ein Auto mit vielen Geheimnissen im Gepäck.

Er hat keinen Aufkleber, kein Typenschild. Nichts weist darauf hin, dass in dem hellblauen VW Golf ein Antrieb von morgen steckt – oder die Zukunft, wie sie bei VW aussehen könnte. Der Blue-e-Motion fährt mit einem Plug-in-Hybriden, der seine Batterien an der Steckdose aufladen kann und bis zu 50 Kilometer weit rein elektrisch kommt. Das klingt wie der ideale Kompromiss für Pendler, die zusätzlich am Wochenende mit den 150 PS des Benziners auf Langstrecke gehen können – doch noch ist das Erprobungsauto ein sündteures Einzelstück.

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Innen alles Golf: Nur das Display verrät die besonderen Kraftflüsse im Blue-e-Motion.

Auch drinnen unterscheidet den Steckdosen-Hybrid nichts vom bekannten Serien-Golf. Zündschlüssel, Automatik-Schalthebel, Drehzahlmesser, so weit ließen die Entwickler das Auto serienmäßig. Doch beim ersten Tritt aufs Gaspedal kann es unerwartet flott abgehen: In neun Sekunden soll der Blue-e-Motion auf Tempo 100 sprinten, allein mit den 300 Nm des Elektromotors, der maximal 72 kW (98 PS) leistet. Da hat sich der Benziner noch gar nicht zugeschaltet, denn ein Druck auf den Schalter "E-Fahrt" in der Mittelkonsole hält den 1,4-Liter-TSI so weit zurück, dass er nur bei Kickdown startet. Ideal für Umweltzonen oder Stadtfahrten des Durchschnittsfahrers, der bei dieser Technik nur mit Strom auskommt.

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Das Forschungsauto erreicht 210 km/h Spitze. Ein Toyota Prius ist derzeit auf Tempo 180 begrenzt.

Der Benziner schaltet sich deutlich hörbar, aber fast ruckfrei zu. Offensichtlich steckt schon eine Menge Gehirnschmalz in dieser neuartigen Antriebseinheit. Benziner und Elektromotor, über eine Kupplung verbunden oder getrennt, schicken ihre Kraft über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderachse. Dank der Übersetzung erreicht das Forschungsauto 210 km/h Spitze, ein Toyota Prius ist derzeit auf 180 km/h begrenzt. Die wichtigsten Zahlen wollen die VW-Entwickler nicht rausrücken: Mehrgewicht, Batteriekapazität, möglicher Verbrauch – dafür ist das Auto noch nicht weit genug. Noch ungewisser ist, wann es kommt und wie viel es kosten wird. Fest steht nur, dass dieser Hybrid bei VW in alle künftigen Modelle mit Quermotor passt, vom Polo bis zum Passat.

Das VW Golf-Dossier enthält viele Versionen, Ausstattungen, Motoren und alle Erfahrungen und Testergebnisse, die wir mit der Wolfsburger Kompaktklasse in den vergangenen Jahren gesammelt haben. Jetzt als PDF downloaden.


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Autor:

Joachim Staat

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Eisenbär
09.03.2012, 11:27Uhr

@MuayThai4Ever

Bereits den Golf III gab es von 1992 - 1996 in der Version \"Citystromer\". Damals aber gab es hierzulande noch keinen Markt dafür. Das hat sich jetzt geändert und VW steigt jetzt richtig in das Geschäft ein.

MuayThai4Ever
04.03.2012, 22:43Uhr

Das man die Optik eines Prius mit einem klassischen
\"Griff ins Klo\"vergleichen kann ist allseits bekannt!:)Also liebe Öko-Prius-Fraktion,
time has change:)

MuayThai4Ever
04.03.2012, 22:42Uhr

Alles in allem brauch man nicht versagen, das die Deutschen den Verlauf der ganzen Hybrid-Ära und Elektro-Mobilität ein wenig verschlafen haben. Mittlerweile haben sie dennoch erkannt, das es viel aufzuholen gibt und setzen sogar die ersten Proto-Typen und alltagstauglichen Modelle in die Rennsporttechnik ein. Vor allem verstehen sie es nach wie vor wunderbar, die zeitlose und auch sportliche Optik mit der perfekten Technik zum kompensieren!

priusfahrer
21.02.2012, 21:11Uhr

@ unglaublich88 ! Ich bin aber auch gar nicht scharf drauf langweiliges Design mit unzuverlässiger, uralter Technik zu stolzen Preisen zu fahren :-) Siehe Testverbrauch neuer Up, 6,1 Liter mit Handschaltung und 60 PS, einfach nur lächerlich, das schaffe ich gerade mal bei 160 km/h auf der Autobahn und das mit 570 Kg mehr Gewicht und nem Kofferraum der dem Innenraum des Up entspricht :-)
Du solltest dir aber vor allem erst mal die Preisliste von Toyota anschauen, bevor du behauptest je einen Prius gefahren zu haben :-)

steven
16.02.2012, 15:27Uhr

Es ist genau andersherum--diejenigen die angeblich alles über den Prius wissen ,haben ihn noch nicht einen Meter gefahren. und- @unglaublich88--Ihr Bericht vom prius fahren "müssen" klingt ja wohl sehr glaubwürdig!! Und angenervt ist man eher wenn man danach in ein normales Auto steigt und wieder schalten muss. Von der Ruhe im Prius garnicht zu sprechen....

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