Die Tester von Euro NCAP haben erstmals den neuen VW Golf VII gegen die Wand gesetzt. Das Ergebnis: Genau wie der Vorgänger verbucht Generation sieben volle fünf Sterne auf ihrem Crash-Konto.Auch der Plattform-Bruder Seat Leon musste dran glauben und sammelte ebenfalls fünf Sterne ein.
In der Kategorie Erwachsenensicherheit erreichten beide Kompakte 94 Prozent. Die Fahrgastzellen blieben beim Frontaufprall stabil. Fahrer und Beifahrer wären im Realfall insgesamt gut geschützt gewesen, notierte Euro NCAP. Es gibt aber auch Rüffel: Für den Bereich des linken Unterschenkels des Fahrers ermittelten die Tester für den Golf lediglich befriedigende Werte. Gleiches gilt für den Brustbereich im Leon. Durchgehend mit Bestwerten schnitten Golf und Leon bei der Simulation eines seitlichen Aufpralls sowie eines Heckaufpralls ab. Sitz und Kopfstütze beugen einem Schleudertrauma gut vor. Grund zur Kritik lieferte der Seitenaufprall auf einen Pfahl: Bei diesem Test erwies sich der Brust- und Bauchbereich im Golf als nicht gut genug geschützt. Der Leon schnitt hier etwas besser ab.
VW Golf Pole crash test 2012
Der neue VW Golf (fünf Sterne) crashte laut NCAP "in den meisten Disziplinen wie sein Vorgänger".
Die Anforderungen an die Kindersicherheit erfüllt der Golf VII zu 89 Prozent. Euro NCAP ließ sowohl einen Dummy-Repräsentanten für ein 18 Monate altes Baby als auch einen für ein dreijähriges Kind in jeweils angemessenen Kindersitzen antreten. Im Falle des Dreijährigen erreichte der Golf die volle Punktzahl. Lobend erwähnten die Tester die klaren Informationen über den Status des Beifahrer-Airbags. Überraschend: Der günstigere Leon schnitt in dieser Kategorie besser ab als sein Wolfsburger Pendant. Grund ist das bessere Crashverhalten mit dem Baby-Dummy. Insgesamt sahen die Tester die Anforderungen in dieser Kategorie zu 92 Prozen erfüllt.
Seat Leon Side crash test 2012
Der Seat Leon schneidet in zwei Kategorien etwas besser ab als sein Plattform-Bruder.
Bild: Werk
Auch in der dritten Kategorie "Fußgängersicherheit" unterscheiden sich die Ergebnisse der Konzernbrüder leicht. Und wieder hat der Spanier die Nase vorne: Der Golf erreichte hier 65, der Leon 70 Prozent. Die Stoßstange des Golf erzielte die maximale Punktzahl, die Vorderkante der Motorhaube wies dagegen nur marginalen Schutz auf. Der Bereich der Motorhaube, der im Ernstfall wahrscheinlich vom Kopf eines Kindes getroffen würde, erzielte gute Werte. Der entsprechende Bereich für einen Erwachsenen bekommt dagegen eher schlechte Noten. Beim Leon wurden Stoßstange und Vorderkante der Motorhaube ähnlich wie beim Golf bewertet. Die Motorhaube selbst schnitt aber besser ab.
Eine positive Überraschung für die Tester hielt der Golf in Sachen Sicherheitsassistenten bereit. Denn in diesem Bereich setzt der Wolfsburger "eine neue Bestmarke", so Euro NCAP. Neben ESP und serienmäßiger Anschnall-Erinnerung für die Vordersitze hat der Golf die sogenannte Multikollisionsbremse an Bord, die den verunfallten Wagen automatisch abbremst. Außerdem an Bord ist die Distanzregelung "Front Assist" und ein proaktiver Insassenschutz. Der Geschwindigkeitsbegrenzer brachte null Punkte, da er nur optional zu haben ist.
Euro NCAP hebt aber auch mahnend den Finger: Die hinteren Plätze müssen ohne Anschnall-Erinnerung auskommen. Unterm Strich bekamen sowohl Golf als auch Leon im Assistenten-Kapitel dasselbe Ergebnis: 71 Prozent. Wie der Golf kann auch der Leon mit ESP, serienmäßiger Anschnall-Erinnerung für die Vordersitze und optionalem Geschwindigkeitsbegrenzer aufwarten.