VW-Spezialanzüge simulieren Alter

VW-Spezialanzüge simulieren Alter

— 01.10.2009

Die Opa-Verkleidung

Um herauszufinden, wie alte Menschen sich im Leben zurechtfinden, hat VW Alters-Simulationsanzüge bauen lassen. Wer hineinschlüpft, kämpft gegen Rheuma (Einlagen), Sehschwäche (Unschärfebrille) und Taubheit (Ohrenschützer).

Da siehste alt aus: Wer in einen der Alters-Simulationsanzüge der TU Chemnitz schlüpft, klagt bald über Rheuma, Gicht, Knirschen in den Knien, Schwerhörigkeit, Kurzsichtigkeit und andere Zipperlein. Denn wie eine enge Ritterrüstung umschließt dieses besondere Gewand den Träger und grenzt ihn überall ein – nicht nur die Bewegungsfreiheit wird durch den speziellen Schnitt und verwendetes Material erschwert, auch Hören und Sehen mindern Ohrenschützer und Unschärfebrille. Wer so verkleidet ist, erlebt in Sekunden, warum Oma und Opa nicht so schnell unterwegs sind wie ihre Kinder – und warum sie zum Beispiel mit schmalen Türeinstiegen, niedrigen Fahrersitzen und hohen Ladekanten ihre Probleme haben. Mit den Anzügen will Volkswagen die Bedingungen erforschen, unter denen ältere Menschen leben. Das hilft, die automobilen Produkte auf den demographischen Wandel vorzubereiten. Um die Simulationsanzüge zu entwickeln, wurden mehr als 200 wissenschaftliche Studien aus Medizin, Gerontologie (Altersforschung), Sportwissenschaft und Psychologie berücksichtigt.

Drei unterschiedliche Behinderungs-Levels sind einstellbar

Eleganter Dreiteiler: Der Anzug besteht aus verschiedenen Modulen, die getrennt oder als Kombination getragen werden können.

Jeder Anzug ist modular aufgebaut, kann also in Einzelteilen verwendet werden. Drei verschiedene Alters- bzw. Behinderungs-Levels sind einstellbar. Durch einfaches Anziehen speziell ausgestatteter Kleidungsstücke wie Hose, Weste oder Schuhe wird eine äußerst realitätsnahe Simulation altersbedingter Einschränkungen möglich. Insgesamt acht Anzüge des neuen Modells werden deshalb von der Volkswagen Konzernforschung, der Audi Produktionsplanung, der Wolfsburg AG und der AutoUni künftig für Projekte, Tests, Schulungen und Veranstaltungen genutzt. VW: "Der Bedarf nach altergerechten Produkten nimmt ständig zu."

Auch Arbeitsplätze müssen altersgerecht gestaltet werden

Doch es geht um noch mehr: Auch die Gestaltung entsprechender Arbeitsplätze stellt Unternehmen im Umgang mit dem demographischen Wandel vor neue Herausforderungen. Die Konzernforschung wird also auch neue Erkenntnisse für Fertigungsverfahren zu gewinnen suchen. In gemeinsamen Projekten mit Volkswagen sind arbeitswissenschaftliche Untersuchungen und die Gestaltung von Arbeitsplätzen, aber auch die Beratung von Unternehmen, Kommunen und Bildungsträgern geplant. Mit dem Einsatz des Anzugs erweitert außerdem die Marktforschungsagentur TestWelt der Wolfsburg AG ihr Angebot.

Autor: Roland Wildberg

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