Ferdinand Piech mit Ehefrau Ursula

VW: Ursula Piëch soll in den Aufsichtsrat

— 12.03.2012

Es bleibt in der Familie

Ferdinand Piëch regelt sein Erbe: Seine Ehefrau Ursula soll in den Aufsichtsrat bei VW einziehen. Ihre Wahl ins Kontrollgremium gilt als sicher. Ein geschickter Schachzug des Patriarchen.

(dpa) Paukenschlag bei Volkswagen: Die Ehefrau von VW-Patriarch Ferdinand Piëch, Ursula Piëch, soll in den Aufsichtsrat von Europas größtem Autobauer einziehen. Die 55-Jährige soll auf der nächsten VW-Hauptversammlung am 19. April 2012 in das Kontrollgremium gewählt werden, wurde heute (12. März 2012) bekannt. Der 74-jährige Piëch, seit 2002 Aufsichtsratschef von VW, kandidiert bei dem Treffen erneut zur Wahl in den Aufsichtsrat und dürfte dann später vom Kontrollgremium als Vorsitzender für weitere fünf Jahre bestätigt werden. Eine VW-Sprecherin bestätigte die Personalie. Der Aufsichtsrat werde der Hauptversammlung vorschlagen, Frau Piëch in das Kontrollgremium zu wählen. Der geplante Einzug von Ursula Piëch in den Aufsichtsrat stößt auch im Vorstand von VW auf Zustimmung. Die Ehefrau von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch werde den Konzern nach seiner Überzeugung weiter voranbringen, sagte VW-Chef Martin Winterkorn heute bei der Vorstellung der Unternehmensbilanz 2011 in Wolfsburg: "Frau Piëch ist eine Frau, die ich seit vielen Jahren kenne und die eine sehr kompetente und unternehmerisch denkende Persönlichkeit ist."

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Ferdinand Piëch nimmt damit wenige Wochen vor seinem 75. Geburtstag am 17. April eine weitere strategische Weichenstellung für die Regelung seines Erbes vor. Der frühere Vorstandschef ist der entscheidende Mann im VW-Konzern. Mit der Nominierung seiner Ehefrau für den Aufsichtsrat wolle Piëch für Kontinuität sorgen, hieß es aus Konzern-Kreisen. Ursula Piëch soll im Kontrollgremium auf der Kapitalseite Tui-Chef Michael Frenzel ersetzen, der nicht wieder kandidiert. Ferdinand Piëch hatte sich bereits um eine langfristige Sicherung seines Erbes gekümmert. Deshalb hatte er in Österreich zwei Privatstiftungen gegründet, auf die er sein Firmenvermögen übertrug. Diese Anteile sollen laut früheren Medienberichten ohne die Zustimmung des familienfremden dreiköpfigen Stiftungsvorstandes und neun der zwölf Erben nicht verkauft werden können. Piëch hatte erklärt, dass er verhindern wolle, dass seine Erben später Teile des Firmenvermögens verkaufen könnten. Vorbild sei die Stiftungsregelung beim Autozulieferer Bosch.     

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In diesen Stiftungen ist Ursula Piëch bereits die Stellvertreterin ihres Mannes und hat damit eine starke Stellung inne. In ihrer Funktion setze sie sich bereits seit langem kontinuierlich mit den unternehmerischen Beteiligungen auseinander, zu denen unter anderem Aktien an der Porsche SE, dem Mehrheitsaktionär von Volkswagen, gehören, hieß es. Die Wahl Ursula Piëchs in den Aufsichtsrat von VW gilt als sicher. Größter Aktionär bei den Wolfsburgern ist die Porsche Holding SE mit etwas mehr als 50 Prozent der VW-Stammaktien. Die SE wiederum wird von den Familien Piëch und Porsche kontrolliert, darunter auch Ferdinand Piëch. Weitere große VW-Aktionäre sind das Land Niedersachsen mit 20 Prozent und das Emirat Katar mit 17 Prozent. Unterstützung für Ursula Piëch gibt es auch aus der Politik: Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) sagte, Ursula Piëch begleite die Entwicklung des VW-Konzerns schon seit vielen Jahren mit großem Interesse. Mit ihr bekomme der Aufsichtsrat eine weitere kompetente Frau. "Auch das ist ein positives Signal."

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