BMW-Werkstätten im Test

Werkstatt-Test: BMW

Gut geschlafen, BMW?

Kaum zu glauben, aber die BMW-Werkstätten übersehen in unserem Test ein Viertel der Fehler. Und haben auch im Service zu oft die Nachtmütze auf.
Sie sterben nicht aus. Die Abhaker, also gewissenlose Werkstattmitarbeiter, die wichtige Prüfpunkte einfach abhaken – statt zu untersuchen. Neun der zwölf übersehenen Fehler in diesem Werkstatt-Test gehen auf das Konto der Abhaker. Dann gibt es noch die Gleichgültigen. Wie in der Niederlassung Hamburg. Sie entdecken, dass der Verbandkasten fehlt. Und schreiben auf, dass er fehlt. Der Gedanke, dem Kunden einen neuen zu verkaufen, kommt ihnen nicht. Genauso wenig beim fehlenden Niet des Sicherheitsgurts. Oder sie vergessen, dem Kunden nach dem Bezahlen die Checkliste zu geben. Und dann ist da noch Timmermanns. Die finden alle Fehler, reparieren sich aber in Rage, wollen auch die kleinste Unpässlichkeit an dem etwas verwahrlosten Testwagen richten. Und überschreiten das abgemachte Preislimit um satte 24 Prozent.

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Das BMW-Wartungssystem sorgt für Werkstattauslastung

Gut gemeint ist eben nicht immer gut gemacht. Das gilt auch für das Wartungssystem von BMW, bei dem vermutlich kein Kunde durchblickt. Waren die Inspektionstermine über Generationen von der Laufzeit des Motoröls abhängig, hat BMW seit ungefähr zwölf Jahren allen möglichen Einzelteilen des Autos eigene Wartungsintervalle zugewiesen. Theoretisch kann der Zustand von Bremsflüssigkeit, Kraftstoff- und Pollenfilter, Motoröl, Bremse vorn, Bremse hinten, die Hauptuntersuchung (der BMW meldet auch, wenn die Plakette abläuft) sowie der Fahrzeug-Check jeweils zu eigenen Serviceterminen aufrufen.
In der Praxis sieht das dann so aus, dass in drei von acht Werkstattbesuchen nur ein Fahrzeug-Check nötig war. Der entspricht ungefähr dem Umfang einer früher üblichen Inspektion, enthält aber keinen Ölwechsel. Für den müssen die Besitzer der jeweiligen Testwagen ein paar Tausend Kilometer später erneut in die Werkstatt. Oder, im Fall des Euler-320d, nach 2400 Kilometern zum Check der hinteren Bremse. So kann man natürlich auch für Werkstattauslastung sorgen. Auf der anderen Seite jedoch ist dem schlauen Wartungssystem entgangen, dass der Hamburger 320i zeit seines achtjährigen Autolebens noch nie frische Zündkerzen oder einen neuen Luftfilter bekommen hat. Vermutlich haben die anderen, die vorangegangenen Wartungen durchführenden Betriebe jedes Mal den All-Reset-Knopf gedrückt und einfach alles auf null gesetzt. Damit die Serviceanzeige Ruhe gibt.

Mit dem Ergebnis kann BMW nicht zufrieden sein

Bei BMW ebenfalls gut vertreten: die Kassenfüller. Also Produkte, deren Sinn bezweifelt werden darf oder deren Verwendung nicht in Auftrag gegeben wurde. So konnte es Händler Vögl in Cham nicht lassen, einen halben Liter Scheibenreiniger auf die Rechnung zu setzen. Wo die bloß geblieben sind, der Waschtank war vom DEKRA-Tester bis Oberkante Unterlippe vollgemacht worden. Und Einstellarbeiten, etwa an den Düsen, wo Reiniger verbraucht worden wäre, waren auch keine nötig. Das war jedoch nichts gegen den dreimal auftauchenden Pollenfiltergehäuse-Reiniger. Der besitzt zwar eine BMW-Ersatzteilnummer, doch seine Verwendung schreiben die Münchner nicht vor. Und die Kunden wurden nicht gefragt, ob sie den Einsatz des Produkts wünschen. Deshalb führen solche Verkaufspraktiken stets zur Abwertung der Servicenote. Und kosten Krauth in Sinsheim so den Goldenen Schraubenschlüssel.
Letztlich darf sich nur Ehrl in Falkensee mit dieser Auszeichnung schmücken, zwei Totalausfälle und zwei nur halb fertige Inspektionen verderben BMW die Bilanz. Zwölf Fehlerpunkte, das ergibt eine Erfüllungsquote von nur 75 Prozent – für BMW ein Ergebnis zum Abhaken. Weitere Details zum BMW-Werkstatt-Test erfahren Sie in der Bildergalerie!

BMW-Werkstätten im Test

Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

Das tut weh. Fanden die BMW-Werkstätten beim letzten Test noch 87,5 Prozent der Mängel, sind es jetzt nur noch 75 Prozent. Klar, das ist nur eine Momentaufnahme. Aber die ist es auch für den Kunden. Der muss sich darauf verlassen können, dass sich sein Auto nach einer Inspektion in einem verkehrssicheren Zustand befindet. Schließlich bezahlt er dafür. Deshalb ist es unverzeihlich, wenn ein Betrieb keine Probefahrt durchführt. Und für uns ein Ansporn, weiter Werkstätten zu testen. Kleiner Trost für BMW: Der Trend zur Besserung ist da, 1986 betrug die Quote nur 60 Prozent.

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