Winterreifen-Test 2026: 205/55 R 16
Aus der Masse heraus
Die Reifengröße 205/55 R 16 gehört zu den beliebtesten Dimensionen auf Europas Straßen. Entsprechend groß ist die Auswahl an Winterreifen. Im großen Winterreifen-Test 2026 hat AUTO BILD 14 aktuelle Modelle für Kompaktwagen auf Schnee sowie auf nasser und trockener Fahrbahn getestet.
- Antonio Istvanic
- Martin Westerhoff
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Die Reifengröße 205/55 R 16 gehört zu den meistverkauften Dimensionen Europas und kommt bei zahlreichen Fahrzeugen der Kompaktklasse zum Einsatz. Entsprechend groß ist das Angebot: Vom günstigen Winterreifen bis zum Premiumprodukt buhlen zahlreiche Hersteller um die Gunst der Autofahrer. Doch gerade in der kalten Jahreszeit zählt nicht allein der Preis. Auf Schnee, nasser Fahrbahn und trockenem Asphalt müssen die Reifen möglichst sicher und ausgewogen unterwegs sein.
AUTO BILD hat deshalb 14 aktuelle Winterreifen der Dimension 205/55 R 16 im direkten Vergleich getestet. Auf Schnee, Nässe und trockener Fahrbahn mussten die Kandidaten zeigen, wie gut sie bremsen, wie sicher sie sich fahren lassen und wo ihre individuellen Stärken und Schwächen liegen. Als Testfahrzeug kam ein VW Golf zum Einsatz. Am Ende zeigt sich: Zwischen den aktuellen Winterreifen gibt es trotz gleicher Dimension deutliche Unterschiede.
Das Wichtigste in Kürze
- Testsieger: Der Pirelli Cinturato Winter 3 holt mit der Note 1,3 den Testsieg. Besonders bei Nässe überzeugt er mit Bestwert beim Aquaplaning, kurzen Bremswegen und präzisem Handling.
- Schneespezialisten: Kumho glänzt mit dem kürzesten Bremsweg und der besten Traktion auf Schnee. Dunlop setzt dagegen beim Schneehandling und Slalom die Bestwerte.
- Große Unterschiede: Während gleich fünf Reifen das Prädikat "vorbildlich" erreichen, landet der Nexen Winguard Sport 3 mit Note 2,6 auf dem letzten Platz. Vor allem bei Nässe zeigt er deutliche Schwächen.
Der Pirelli Cinturato Winter 3 sichert sich mit der Gesamtnote 1,3 den alleinigen Testsieg und überzeugt vor allem mit seinen starken Leistungen auf nasser Fahrbahn. Hier erzielt er die Kapitelnote 1,2 und setzt mit 84,9 km/h den Bestwert beim Aquaplaning. Auch beim Nassbremsen liegt er mit 46,3 Metern an der Spitze, beim Handling überzeugt der Pirelli ebenfalls mit dem besten Wert aller Winterreifen. Auf Schnee bietet er eine starke Traktion und ausgewogene Fahreigenschaften, was ihm die Kapitelnote 1,3 einbringt.
Auf trockener Fahrbahn gehört der Cinturato Winter 3 mit dem besten Handlingwert unter den Winterreifen ebenfalls zur Spitze, muss mit einem Bremsweg von 44,7 Metern allerdings Federn lassen. So reicht es hier zur Kapitelnote 1,5. Mit 440 Euro gehört der Pirelli zudem zu den teuersten Reifen im Test. Unterm Strich überwiegen aber die Stärken deutlich: Der Cinturato Winter 3 bietet das beste Gesamtpaket und verdient sich damit das Prädikat "vorbildlich".
Für die Schneeprüfungen ging es auf das wintererprobte Plantskolan Proving Ground im nordschwedischen Älvsbyn. Die Messungen auf nasser und trockener Fahrbahn fanden auf dem ATP-Testgelände in Papenburg statt, die Handlingprüfungen bei der TRIWO Automotive Testing GmbH in Pferdsfeld. Als Testfahrzeug kam bei allen Prüfungen ein VW Golf zum Einsatz. Insgesamt mussten sich 14 Winterreifen der Dimension 205/55 R 16 den verschiedenen Testdisziplinen stellen.

Das Schneeflockensymbol auf der Reifenflanke garantiert die geprüfte Schneetauglichkeit moderner Reifen. Die früher übliche M+S-Kennzeichnung galt bei einer Kontrolle nur für vor 2018 gebaute Reifen und nur bis Ende September 2024!
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Wir haben alle 14 Winterreifen intensiv auf verschneiter, nasser und trockener Fahrbahn geprüft. Dabei mussten die Kandidaten unter anderem beim Bremsen, Handling und Aquaplaning zeigen, was sie können. Nachfolgend finden Sie die detaillierten Ergebnisse des Winterreifen-Tests.
Auf nasser Piste
Natürlich muss ein Winterreifen nicht nur auf Schnee, sondern auch bei Regen zuverlässig funktionieren. Beim Bremsen aus Tempo 100 setzt sich der Pirelli Cinturato Winter 3 mit 46,3 Metern an die Spitze. Auch beim Aquaplaning überzeugt der Testsieger und erzielt mit 84,9 km/h den Bestwert. Beim Nasshandling liegt der Pirelli ebenfalls vorn und unterstreicht damit seine Stärke auf nasser Fahrbahn. Deutlich schwächer schneidet dagegen der Nexen Winguard Sport 3 ab, der sich bei den Nässeprüfungen am Ende des Feldes wiederfindet.

Beim Nassbremsen überzeugen nicht alle Winterreifen.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Auf verschneiter Piste
Auf verschneiter Piste liegen die Leistungen der Winterreifen insgesamt dicht beieinander. Beim Bremsen aus Tempo 50 setzt der Kumho WinterCraft WP52+ mit dem kürzesten Bremsweg die Bestmarke und überzeugt auch bei der Traktionsmessung mit dem besten Wert im Test. In den dynamischen Disziplinen schlägt dagegen die Stunde des Dunlop Winter Sport 5: Sowohl beim Handling als auch im Slalom fährt er an die Spitze. Auch der Pirelli Cinturato Winter 3 präsentiert sich auf Schnee ausgewogen und sichert sich die starke Kapitelnote 1,3.

Auf dem Handling-Parcours überzeugen die Schneekönige von Dunlop, Kumho und Goodyear.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Größere Ausrutscher bleiben auf Schnee aus. Selbst die schwächeren Kandidaten halten den Anschluss, zeigen aber bei Bremsweg, Traktion oder Seitenführung Unterschiede zur Spitze. Insgesamt unterstreichen die Ergebnisse, dass ein guter Winterreifen nicht nur möglichst viel Grip beim Anfahren benötigt, sondern auch beim Bremsen und in Kurven überzeugen muss.

Guter Grip hilft nicht nur beim Bremsen, sondern auch beim Anfahren am Berg und an vereisten Kreuzungen.
Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Auf trockener Piste
Auf trockener Fahrbahn zeigt sich einmal mehr der Zielkonflikt bei Winterreifen. Beim Bremsen aus Tempo 100 setzt der Kumho WinterCraft WP52+ mit 40,2 Metern die Bestmarke unter den Winterreifen. Dynamisch überzeugt dagegen vor allem der Pirelli Cinturato Winter 3, der beim Handling den besten Wert im Feld erzielt. Ebenfalls stark präsentieren sich Bridgestone Blizzak 6 und Goodyear Ultragrip Performance 3 mit sicheren und ausgewogenen Fahreigenschaften. Weniger überzeugen können einige Konkurrenten mit längeren Bremswegen und schwächerer Fahrdynamik. Auch der Testsieger Pirelli muss beim Bremsen Federn lassen: Seine 44,7 Meter verhindern trotz des starken Handlings eine noch bessere Kapitelnote als 1,5.

Bild: Toni Bader / AUTO BILD
Winterreifen in 205/55 R16 im Vergleich
Info: Bei Notengleichheit in der Bestenliste sortieren wir nach unseren internen Testergebnissen, in denen wir auf drei Nachkommastellen genau rechnen.
Das Niveau im Test ist insgesamt hoch, dennoch zeigen sich zwischen den 14 Winterreifen deutliche Unterschiede. Das beste Gesamtpaket bietet der Pirelli Cinturato Winter 3, der sich mit starken Leistungen auf Schnee und vor allem bei Nässe den Testsieg sichert. Ebenfalls "vorbildlich" schneiden Bridgestone Blizzak 6, Goodyear Ultragrip Performance 3, Hankook Winter i*cept RS3 und Kumho WinterCraft WP52+ ab. Dass dabei nicht jeder Reifen in jeder Disziplin glänzt, zeigen die unterschiedlichen Bestwerte bei Bremsen, Handling und Traktion. Am Ende gilt deshalb: Ein guter Winterreifen muss vor allem ausgewogen sein und bei unterschiedlichen Witterungsbedingungen ausreichend Sicherheitsreserven bieten.

Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Testsieger: Pirelli Cinturato Winter 3 (94H)
Hinweis
Der Reifentest wurde unterstützt von Bridgestone, Dunlop, Falken, Goodyear, Hankook, Kumho, Maxxis, Michelin, Nexen, Nokian, Pirelli, Semperit, Toyo und Vredestein. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
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