Auto winterfest machen
Mit diesen 7 Checks kommt Ihr Auto sicher durch den Winter

Der Wetterbericht sagt Kälte, Frost und Schnee voraus. Spätestens jetzt sollten Sie Ihr Auto winterfit machen. AUTO BILD erklärt, was Autofahrer bei Ihrem Auto überprüfen sollten.
Bild: Dierk Möller-Sonntag
Inhaltsverzeichnis
Viele Winterpannen lassen sich mit ein paar einfachen Handgriffen vermeiden. Weniger als eine halbe Stunde genügt, um die wichtigsten Punkte am Auto durchzugehen. Diese kleinen Checks erhöhen nicht nur den Komfort, sondern vor allem die Sicherheit – einfache Maßnahmen reduzieren das Risiko von Pannen und Unfällen erheblich.
Bei niedrigen Temperaturen sind die richtigen Reifen entscheidend. Ihr Auto sollte im Winter ausschließlich mit Winter- oder Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) unterwegs sein. Ältere Modelle mit nur der M+S-Kennzeichnung gelten nicht mehr als wintertauglich. Wer bei Schnee oder Eis mit Sommerreifen fährt, riskiert 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg.

Berg mit Schneeflocke: Einzig das Alpine-Symbol kennzeichnet wintertaugliche Reifen.
Bild: Anuscha Sonntag / AUTO BILD
Auch wenn der Gesetzgeber Winterreifen nur bei entsprechenden Witterungsbedingungen verlangt, empfiehlt AUTO BILD, ab Oktober, jedoch spätestens ab November, auf Winterreifen oder Ganzjahresreifen umzurüsten. Denn Winterreifen und Ganzjahresreifen bleiben dank ihres Profils und der speziellen Gummimischung bei Temperaturen um den Gefrierpunkt weich, bieten so mehr Haftung, kürzere Bremswege und bessere Kontrolle. Das ist vor allem dann wichtig, wenn bei niedrigen Temperaturen Nässe, Schnee oder gar Eis auftreten. (Mehr dazu, wann man auf Winterreifen wechseln sollte, lesen Sie hier.)
Scheibenreiniger sollte bei Temperaturen unter fünf Grad mit Frostschutzmittel versehen sein. Ansonsten frieren die Leitungen zu und aus den Waschdüsen gelangt kein Reiniger mehr auf die Scheibe. Durch das Einfrieren können die Leitungen zudem beschädigt werden. Deswegen unbedingt vor Wintereinbruch Wischwasser wechseln und durch einen Winter-Scheibenreiniger ersetzen. Am einfachsten anzuwenden sind Fertigmischungen, die einfach in den Tank gefüllt werden. Konzentrate müssen verdünnt werden. Dabei auf das richtige Verhältnis achten, ansonsten leidet die Reinigungsleistung. Von Hausmitteln wie Spiritus besser Abstand nehmen, hier drohen Schlieren und dadurch kein optimaler Durchblick.
Wenn einem ohnehin schon angeschlagenen Akku auch noch die Kälte zusetzt, springt der Wagen nicht mehr an. Deswegen bereits im Herbst daran denken, die Autobatterie zu pflegen. Und das bedeutet: Laden! Mit einem Multimeter (ab unter 10 Euro) lässt sich die Spannung überprüfen. Liegt der Ruhespannung (frühestens 30 Minuten nach dem Abstellen messen) bei unter 12,5 Volt, ist die Autobatterie schon angeschlagen. Sie sollte an ein Ladegerät angeschlossen werden oder das Auto eine längere Strecke gefahren werden (mindestens eine Stunde bei konstanter Geschwindigkeit). Liegt der Ruhespannung bei unter 12,3 Volt, droht bereits Startversagen bei Kälte. In diesem Fall also unbedingt nachladen und prüfen lassen, ob der Akku noch intakt ist.

Gerade Kurzstrecken-geplagte Akkus sollten mit einem Ladegerät gepflegt werden.
Bild: Ralf Timm
Gerade wenn häufig Kurzstrecken gefahren werden, sollte die Batterie regelmäßig aufgeladen werden, um dem Totalausfall vorzubeugen. (Weitere Pflege-Tipps für die Autobatterie gibt es hier.)
Kurze Tage, lange Nächte: Eine einwandfreie Fahrzeugbeleuchtung ist im Winter lebenswichtig. Prüfen Sie regelmäßig, ob alle Scheinwerfer funktionieren und die Streuscheiben sauber sind. Durch Nässe, Schnee und Salz verdrecken die Scheinwerfer schneller und hartnäckiger. Auch wenn das Auto wöchentlich gewaschen wird, können die Scheinwerfer in der Zwischenzeit verdrecken, wenn das Auto keine Scheinwerferreinigungsanlage besitzt.
Auch die korrekte Einstellung ist wichtig:
Auch die korrekte Einstellung ist wichtig:
- Zu tief: Fahrbahn wird nicht ausreichend ausgeleuchtet.
- Zu hoch: Gegenverkehr wird geblendet.
Bei einem Lichtcheck kann man die Scheinwerfer in der Werkstatt prüfen und einstellen lassen. Defekte Leuchtmittel werden dabei gleich ausgetauscht. Den Service bieten viele Werkstattketten im Oktober während der Lichtwochen kostenlos an, sonst kostet so ein Check allerdings auch nicht mehr als etwa zehn bis 40 Euro. Wichtig: Ist der Kofferraum stark beladen, muss die Leuchtweite manuell über die Leuchtweitenregulierung korrigiert werden, sollte das Auto über keine automatische Leuchtweitenregulierung verfügen. (So stellen Sie die Scheinwerfer beim Auto selbst ein)
Bei Glätte und Schnee sind einwandfrei funktionierende Bremsen besonders wichtig. Daher sollten sie vor dem Winter einmal überprüft werden. Der perfekte Anlass dafür ist der Reifenwechsel. Dabei lässt sich einfach prüfen, ob Bremsscheiben in Ordnung sind und die Bremsbeläge noch genügend Material besitzen. Leichter Rost auf den Scheiben lässt sich in der Regel runterbremsen. Anders sieht es aus, wenn die Scheiben stark von Rost angegriffen sind oder tiefe Riefen oder Rillen besitzen. Dann müssen Scheiben und Beläge erneuert werden.
Außerdem sollte der Stand der Bremsflüssigkeit überprüft werden. Bei zu wenig Bremsflüssigkeit sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen, denn das ist ein Zeichen, dass die Bremsklötze verschlissen sind. Und bei älteren Autos kann es auch dazu kommen, dass beschädigte Bremsleitungen undicht sind. (Mehr dazu, wie Sie verschlissene Bremsen erkennen, lesen Sie hier.)
Ist im Kühlwasser nicht genug Frostschutz vorhanden und es friert ein, kann dadurch das Kühlsystem Schaden nehmen. Im schlimmsten Fall drohen sogar Motorschäden. Deswegen sollte vor dem ersten Frost das Kühlwasser überprüft werden. Das geht mit einer Kühlwasser-Spindel aus dem Kfz-Zubehör. Bei der Messung sollte sie mindestens minus 20 Grad anzeigen, ansonsten muss Frostschutz ergänzt werden. Wichtig: Stellen Sie bei der Prüfung des Kühlwassers fest, dass der Stand zu niedrig ist, sollten eine Werkstatt prüfen, woran das liegt. Denn im intakten Zustand ist der Kühlwasserkreislauf geschlossen. Im Umkehrschluss deutet Kühlwasserverlust auf einen Schaden hin. Zwar können geringe Mengen mit der Zeit über Verdunstung verloren gehen, doch bei einem größeren Verlust sollten Kühler, die Leitungen und im Zweifel die Zylinderkopfdichtung überprüft werden.
Damit die Türgummis und -dichtungen durch den Frost nicht anfrieren und beim gewaltsamen Öffnen beschädigt werden, empfiehlt sich vor Wintereinbruch die Dichtungen aller Türen sowie der Kofferraumklappe mit einem Pflegemittel zu behandeln. Besonders gut eignen sich Produkte mit Hirschtalg. Sie halten die Gummis geschmeidig und verhindern damit, dass die Dichtungen porös werden und die Türen bei Minustemperaturen festfrieren.
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