Wenn der Wetterbericht Kälte, Schnee und Eis in Aussicht stellt, sollte das Auto darauf stets vorbereitet sein. AUTO BILD erklärt, worauf Autofahrer in den kalten Monaten besonders achten sollten.

1. Fahrzeugbeleuchtung

Die Scheinwerfer sollten nicht nur funktionieren, sondern auch richtig eingestellt sein. Bei falscher Einstellung wird entweder die Fahrbahn nicht richtig ausgeleuchtet oder der Gegenverkehr geblendet – beides ist gefährlich. Zudem sollten Sie vor jeder Fahrt prüfen, ob die Scheinwerfer sauber sind. Spritzwasser, Schnee und Matsch verdrecken die Scheinwerfergläser schnell, dadurch nimmt die Leuchtkraft ab. Anzeichen für falsch eingestellte Scheinwerfer: die Straße erscheint nicht richtig ausgeleuchtet (Scheinwerfer leuchten zu tief), entgegenkommende Fahrer machen mit der Lichthupe darauf aufmerksam, dass sie geblendet werden (Scheinwerfer leuchten zu hoch).
Im Prinzip ist es zwar möglich, die Scheinwerfer selbst einzustellen, gerade für Laien ist es aber besser, dafür in die Werkstatt zu fahren – zumal die Kosten für eine Justierung nicht hoch sind (zwischen zehn und vierzig Euro), bzw. ein Test während der Lichtwochen im Oktober von vielen Werkstätten sogar gratis angeboten wird. Nicht in die Werkstatt müssen Sie, wenn der Scheinwerfer einfach nur zu hoch strahlt, weil der Kofferraum stark beladen ist. In diesem Fall lässt sich der Neigungswinkel der Scheinwerfer ganz einfach über die Leuchtweitenregulierung anpassen. (Mehr zum Thema "Scheinwerfer einstellen")

2. Bereifung

Bei kalten Temperaturen sind die richtigen Reifen das A und O. Das heißt konkret: Das Auto muss mit Winterreifen oder wintertauglichen Ganzjahresreifen ausgestattet sein. Zu erkennen sind sie am Alpine-Symbol.
Allrad Winterreifen Test  Trockenheit
Berg mit Schneeflocke: Das Alpine-Symbol kennzeichnet wintertaugliche Reifen.

Ältere Reifen, die möglicherweise nur eine M+S-Kennzeichnung (Matsch & Schnee) tragen, dürfen noch bis zum 30. September 2024 gefahren werden (gilt nur für Reifen, die vor 2018 produziert wurden). Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit den falschen Reifen erwischt wird, muss mit mindestens 60 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg rechnen. 

Auto winterfest machen

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
Sesam Hirschtalgstift
Sonax Xtreme AntiFrost+KlarSicht Konzentrat
HHTEC 4-in-1 Frostschutzprüfer
ANCEL BST200 Auto Batterietester
Liqui Moly 6100 Wachs-Unterbodenschutz
Nigrin 72952 Hartwachs-Lackschutz
FluidFilm Hohlraumversiegelung
Auch, wenn Winterreifen laut Gesetz nur bei Eis, Schnee, Schneematsch oder Reifglätte montiert sein müssen, ist es doch sinnvoll, Sommerreifen ab Oktober/November grundsätzlich durch die Winterspezialisten abzulösen. Nicht nur, weil spätestens ab November immer mit Bodenfrost und Glätte zu rechnen ist. Sondern auch, weil Winterreifen eine andere Gummimischung haben. Dadurch bleiben sie bei niedrigen Temperaturen in Richtung Gefrierpunkt länger "weich" als Sommerreifen und sind dann auch auf trockener Straße die bessere Wahl. Mehr dazu, wann man auf Winterreifen wechseln sollte, lesen Sie hier.

3. Bremsen

Bei Glätte und Schnee sind einwandfrei funktionierende Bremsen besonders wichtig. Daher sollten sie vor dem Winter einmal überprüft werden. Der perfekte Anlass dafür, ist der Reifenwechsel. Dabei lässt sich einfach prüfen, ob Bremsscheiben und -beläge noch in Ordnung sind. Leichter Rost auf den Scheiben bremst sich in der Regel runter. Die Scheiben sollten aber ansonsten glatt sein. Sind Riefen oder Rillen zu erkennen, müssen die Beläge erneuert werden. Außerdem sollte der Stand der Bremsflüssigkeit gecheckt werden. Bei zu wenig Bremsflüssigkeit sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen, das ist ein Zeichen, dass die Bremsklötze verschlissen sind oder es möglicherweise ein Leck gibt. Mehr dazu, wie Sie verschlissene Bremsen erkennen, lesen Sie hier

4. Kühlerfrostschutz

Ist im Kühlwasser nicht genug Frostschutz vorhanden und es friert ein, kann das komplette Kühlsystem zerstört werden. Im schlechtesten Fall drohen sogar Motorschäden. Deswegen sollte unbedingt vor dem ersten Frost das Kühlwasser überprüft werden. Das geht ganz einfach mit einer Kühlwasser-Spindel aus dem Kfz-Zubehör. Bei der Messung sollte sie mindestens minus 20 Grad anzeigen, ansonsten muss Frostschutz ergänzt werden. Wichtig: Stellen Sie bei der Prüfung des Kühlwassers fest, dass der Stand deutlich zu niedrig ist, sollten Sie eine Werkstatt aufsuchen. Der Kühlwasserkreislauf ist geschlossen. Zwar können geringe Mengen mit der Zeit über Verdunstung verloren gehen, doch bei einem größeren Verlust, liegt möglicherweise ein Schaden vor.

5. Wischwasser

Auch beim Wischwasser ist natürlich auf Frostschutz zu achten. Ansonsten frieren die Leitungen zu und nehmen im schlimmsten Fall sogar Schaden. Deswegen sollten Sie unbedingt vor Einbruch des Winters das Wischwasser wechseln und durch einen Winter-Scheibenreiniger ersetzen. Am einfachsten anzuwenden sind Fertigmischungen – sie werden einfach in den Tank gefüllt. Konzentrate müssen verdünnt werden. Dabei unbedingt auf das richtige Verhältnis achten, ansonsten leidet die Reinigungsleistung. Von Hausmitteln wie Spiritus nehmen Sie besser Abstand, er hinterlässt Schlieren und verschlechtert die Sicht

6. Autobatterie

Wenn einem ohnehin schon angeschlagenen Akku auch noch die Kälte zusetzt, springt der Wagen nicht mehr an. Deswegen denken Sie am besten schon im Herbst daran, ihre Autobatterie zu pflegen. Mit einem Batterietester können Sie die Spannung überprüfen. Liegt sie bei 12,6 Volt oder niedriger, ist die Autobatterie schon angeschlagen, sie sollte schnellstmöglich an ein Ladegerät angeschlossen werden.
Ladegerät von AEG kann oft auch tiefentladene Akkus retten
Gerade Kurzstrecken-geplagte Akkus sollten mit einem Ladegerät gepflegt werden.
Gerade wenn häufig Kurzstrecken gefahren werden, sollte die Batterie regelmäßig aufgeladen werden, um dem Totalausfall vorzubeugen. Weitere Pflege-Tipps für die Autobatterie, gibt es hier.

7. Dichtungen

Damit die Türgummis und -dichtungen nicht porös werden, sollten sie spätestens kurz vor Wintereinbruch mit Pflegemitteln behandelt werden. Besonders gut eignen sich Produkte mit Hirschtalg. Sie halten die Gummis geschmeidig. Plus: Wenn Sie Türgummis damit einfetten, frieren die Türen nicht fest. In der Regel lassen sie sich dann auch bei Frost leicht öffnen.
Weitere Themen: Eiskratzer im Vergleich