Wechselkennzeichen: Jahresbilanz

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Wechselkennzeichen: Jahresbilanz

— 27.12.2010

Bloß keine krumme Nummer!

2011 kommt das Wechselkennzeichen für bis zu drei Autos. Ärgerlich: Angeblich wird für jedes Fahrzeug die volle Steuer fällig. Doch das ist Sparen am falschen Ende.

Vor einem Jahr hatte ich an dieser Stelle versprochen: 2010 wird AUTO BILD das Wechselkennzeichen so lange fordern, bis es endlich kommt. Ich habe mein Versprechen gehalten. Mit einem Prototyp (HH-AB 100W) bin ich durchs Land gereist, habe Unterstützer ins Boot und vor die Kamera geholt. In München drängten mich Bodyguards unsanft ab, als ich Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) meine Erfindung zeigen wollte. Ich schaffte es trotzdem. Der Stein kam ins Rollen, bereits im Mai war klar: Deutschland bekommt endlich das lang ersehnte Kennzeichen für bis zu drei Autos. Ende August hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer mir das neue Schild exklusiv in seinem Wohnort Traunwalchen präsentiert. Seitdem ist bekannt, wie das Blech aussehen wird: Der kleinere rechte Teil ist mit einer Zahl von eins bis drei sowie dem Landeswappen oder der HU-Plakette versehen und bleibt immer am Fahrzeug. Die linke Hälfte ist abnehmbar. Der ADAC hat sogar schon eine Musterpolice erstellt.

Im Überblick: Alles zum Thema Kfz-Kennzeichen

Bisher hat Peter Ramsauer keine Änderung des Kfz-Steuergesetzes bei Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) angeregt.

Doch seit ein paar Wochen habe ich Bauchschmerzen: Ramsauer hat bei Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) bisher keine Änderung des Kfz-Steuergesetzes angeregt. Das heißt: Für jedes der Wechselkennzeichen-Autos wäre der volle Steuersatz fällig – was dem W-Kennzeichen seinen Sinn nähme. Zum Beispiel für Old- und Youngtimer würde sich das neue Schild kaum lohnen. Warum das Gesetz bisher nicht angefasst wurde, sagt niemand. Denkbar sind zwei Theorien: Entweder konnte man sich bisher nicht auf die Besteuerung einigen. Oder es bleibt alles, wie es ist – was plausibel wäre. Denn Ramsauer will mit der Wechselnummer vor allem Elektroautos auf die Straße bringen – die aber sind in den ersten fünf Jahren ohnehin steuerfrei. Doch das ist Sparen am falschen Ende. Durch das W-Kennzeichen angestoßene Neu- und Gebrauchtwagenverkäufe brächten eine halbe Milliarde Euro an Mehrwertsteuereinnahmen in die chronisch leere Staatskasse. Also, liebe Politiker: Rechnet noch einmal genau nach und macht jetzt bloß keine krumme Nummer!

Autor: Claudius Maintz

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