130 Jahre Transporter: Wie Mercedes den Lieferwagen neu erfindet
Die Transporter-Revolution von Mercedes

Vom rumpelnden Lieferwagen bis zum Hightech-Sprinter von heute: Mercedes feiert 130 Jahre Transporter.
Bild: Mercedes
Es begann 1896 mit einer Idee, die den Verkehr revolutionierte: Carl Benz entwickelte den ersten motorisierten Lieferwagen der Welt – einen kastenförmigen Wagen auf Basis des Benz Victoria und später des kleineren Velociped. Angetrieben wurde Letzterer (Foto oben) von einem 1-Liter-Einzylinder mit drei PS, der eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 15 bis 20 km/h schaffte. Nutzlast: gerade einmal 100 Kilo plus Fahrer.
Trotzdem war der Wagen ein Fortschritt – schneller, flexibler und zuverlässiger als jedes Pferdefuhrwerk. Am 5. Dezember 1896 lieferte Benz das erste Exemplar an das Pariser Kaufhaus "Du Bon Marché" – zum stolzen Preis von 4500 Mark. Das war der wegweisende Startschuss für eine Fahrzeugkategorie, die bis heute Wirtschaft und Alltag prägt: den Transporter.
Vom Ur‑Lieferwagen zum eSprinter
Fast 130 Jahre später baut Mercedes immer noch Lieferwagen: Der aktuelle eSprinter, quasi der Nachfahre des Benz'schen Ur-Transporters, ist ein Musterbeispiel dafür, wie die Idee von 1896 in die Zukunft fährt. Wo der Ur-Lieferwagen rumpelte, gleitet der eSprinter nahezu lautlos dahin.

Der Benz-Combinations-Lieferungswagen wurde als "kleiner Kutschierwagen mit abnehmbarem Kastenaufbau" beschrieben. Dieser "Ideal Van" von 1899 ist das älteste noch existierende Lieferwagen-Exponat.
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Der Elektromotor leistet bis zu 150 kW (204 PS), liefert 400 Nm Drehmoment und bewegt den Transporter bis 120 km/h – emissionsfrei. Statt 100 Kilogramm trägt der eSprinter über eine Tonne Nutzlast, die Reichweite beträgt bis zu 440 Kilometer (WLTP). Und geladen wird an Schnellladesäulen in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent.
Auch beim Komfort liegen Welten zwischen den Generationen: Statt Holzsitzen, Kettenantrieb und Karbidlampen gibt es Touchscreens und Fahrassistenzsysteme. Das neue MB.OS-Betriebssytem macht künftige Vans zu intelligenten Arbeitsgeräten. Es steuert Navigation, Energiehaushalt, Fahrassistenz und Fahrzeugdiagnose über eine zentrale Cloud-Anbindung.
Updates wie beim Smartphone
Dank Over-the-Air-Updates bleibt jedes Fahrzeug über Jahre auf dem neuesten Stand – ähnlich wie ein Smartphone. Außerdem können Apps und Tools von Drittanbietern integriert werden –etwa für Flottenmanagement, Lieferlogistik oder Wartungsplanung.

Der eSprinter ist das elektrische Flaggschiff der Nutzfahrzeugsparte von Mercedes.
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"Wir definieren das Segment der Transporter neu", sagt Andreas Zygan, Leiter Entwicklung Mercedes-Benz Vans. "Unsere Fahrzeuge sind künftig effizienter, vernetzter und stärker auf die Anforderungen unserer gewerblichen Kunden zugeschnitten als je zuvor."
Der Sprinter als Erfolgsmodell
Seit 1995 ist der Sprinter das Synonym für den modernen Transporter. Er schloss die Lücke zwischen Pkw und Lkw, kombinierte Nutzlast mit Komfort und brachte Pkw-ähnliche Fahreigenschaften ins Gewerbe. Mehr als fünf Millionen Fahrzeuge wurden seitdem gebaut.
Der kommende Sprinter baut auf der neuen Van Electric Architecture (VAN. EA) auf, einer skalierbaren Plattform für mittelgroße und große Elektro-Transporter. Sie wird ab 2026 die Basis für alle vollelektrischen Modelle bilden. Parallel entwickelt Mercedes-Benz mit der Van Combustion Architecture (VAN.CA) weiterhin moderne Verbrenner für Kunden, die auf große Reichweiten angewiesen sind.
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