24 Stunden von Le Mans 2015
Vorschau auf den Klassiker

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Auch zur 83. Auflage der 24 Stunden von Le Mans hat der Klassiker nicht an Strahlkraft verloren: Im Motorsport-Mekka werden 200.000 Fans erwartet.
Bild: Press-Inform / Porsche
Die Entscheidung in Le Mans fällt bekanntlich meistens erst den letzten Stunden. Dann ist die Spannung in den Boxen der einzelnen Teams förmlich greifbar. Dann mutieren selbst gestandene Vorstandschefs, die jedes Jahr über Milliarden-Etats entscheiden, zu fanatischen Fans ihrer Automobil-Marke und kauen nervös an den Fingernägeln. Die Nerven sind zum Zerreißen gespannt. Jeder noch so kleine Fehler kann das Ende der Siegeshoffnungen bedeuten und die monatelange Vorbereitung in den Motorsport-Mülleimer werfen. Dafür ist der Sieges-Lorbeer umso begehrter. Schließlich geht es nicht um irgendein Rennen, sondern um die legendären 24 Stunden von Le Mans - das größte Motorsport-Fest der Welt.
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Triumph und Tragödie
Kein Rennen hat mehr Historie. Hier spielten sich triumphale Szenen und Tragödien ab. Jaguar und Ferrari dominierten in den 1950ern und 1960ern. Porsche zelebrierte mit dem legendären 917 seine größten Erfolge. Audi war in den vergangenen Jahren nicht zu schlagen. Wer in Le Mans gewinnt, steht auf immer und ewig in den Geschichtsbüchern des Rennsports. Aber auch Tragödien erschütterten die 24-Stunden-Wettfahrt. Trauriger Höhepunkt: Vor genau 60 Jahren kamen bei dem dramatischen Unfall, in den der Mercedes von Pierre Levegh verwickelt war, über 80 Menschen ums Leben. Der deutsche Premium-Autobauer zog sich nach dem schlimmsten Unfall der Rennsportgeschichte für Jahre vom professionellen Wettkampf zurück.

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24 Stunden Rennen - eine Woche Party
Die Fans eint die Begeisterung für Motorengewalt und die sportliche Höchstleistung. Wer mit Ohrenstöpseln schläft, wird als Weichei verpönt. La Boom, die Le-Mans-Fete startet bereits während der ganzen Woche. Das Highlight für viele Aficionados ist das "En venant aux 24 Heures du Mans". Dort präsentieren die Fans in der Innenstadt auf dem Place de Jacobins ihre teils aufwendig restaurierten Privatfahrzeuge. Eine Jury entscheidet über den Gewinner, dem ein Foto-Shooting inklusive Fahrzeug auf der Rennstrecke winkt. Die Preziosen bilden die passende Kulisse für eine ganz besondere Kino-Aufführung. Am Abend wird auf einer Großbildleinwand der legendäre Film "Le Mans" mit Steve McQueen gezeigt.

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Deutsche Favoriten für den Sieg
Audi hat extrem an Aerodynamik gearbeitet. "Es ist eine große Evolution", sagt "Mr. Le Mans" Tom Kristensen über den "neuen" Audi R18 e-tron quattro. Schon beim WEC-Rennen in Spa Francorchamps haben die Ingolstädter den das neue Aerodynamik-Paket für Le Mans getestet. Die Langheckversion des Audi soll eine Höchstgeschwindigkeit erreichen, die bis zu 30 km/h höher ist, als bisher. Das wird vor allem auf den langen Geraden in Le Mans extrem wichtig sein, um mit den pfeilschnellen Porsches mitzuhalten. Die Vorjahressieger aus Ingolstadt haben natürlich auch technisch aufgerüstet und starten jetzt in der Vier- statt wie bisher in der Zwei-Megajoule-Klasse. Damit haben die Audis auch mehr Elektro-Power als bisher. Porsche packt dagegen den Hybrid-Dampfhammer aus und setzt in der Acht-Megajoule-Klasse auf größere, aber auch schwerere Batterien. "In Le Mans ist der Vorteil der acht Megajoule-Hybridsysteme am größten"¸ sagt der Porsche-LMP1-Rennleiter Fritz Enzinger.
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Als Grund haben die Verantwortlichen den Saugmotor identifiziert, der rund 150 PS weniger auf die Hinterachse bringt, als die 1000+-Raketen von Audi und Porsche. Doch in Le Mans soll es wieder besser werden. Zumal der Reifenverschleiß eine große Rolle spielt. Dieser Faktor könnte auch die brutal schnellen Porsche über die Renn-Distanz einbremsen. Die Privat-Teams von Rebellion und Bykolles haben wenig Chancen, den Großen Drei ein Schnippchen zu schlagen. Die Schere zwischen den Privaten und den Werksteams immer größer. Mittlerweile sind die 24 Stunden von Le Mans zu einem Sprint-Marathon mutiert, bei dem von der ersten bis zur letzten Sekunde Gas gegeben wird. Auf und neben der Strecke. Das lässt sich dann auch der französische Präsident nicht entgehen: François Hollande wird beim Start vor Ort sein. (Wolfgang Gomoll)
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