Es ist das größte Motorsport-Volksfest des Jahres: Die 52. Auflage der 24 Stunden auf dem Nürburgring verwandelt die Nordschleife wieder in die grüne Hölle. Als Topfavorit geht Porsche ins Rennen. Die 13-maligen Gesamtsieger haben alle vier Auftaktrennen der aktuellen Nordschleifen-Saison gewonnen. Besonders stark präsentierten sich die Porsche 911 GT3 R (Sechszylinder-Boxermotor, ca. 565 PS) von Manthey und Falken.
Die Rennwagen aus Zuffenhausen jagen wie alle anderen den Ferrari 296 GT3 (3,0-Liter-V6, ca. 520 PS) von Frikadelli. Nach dem Gesamtsieg im Vorjahr drehen mit Luca Ludwig (Sohn von DTM-Legende Klaus Ludwig) und Daniel Keilwitz jetzt zwei neue deutsche Ferraristi am Steuer der schnellsten Frikadelle der Welt.
Allerdings bleibt abzuwarten, welche Pfeile die Konkurrenz im Köcher hat. Der Mercedes-AMG GT3 (6,2-Liter-V8, ca. 550 PS) fuhr bislang mit angezogener Handbremse: Passend zum 130. Jubiläum von AMG im Motorsport will Mercedes in diesem Jahr den dritten Gesamtsieg – und schickt dafür die erfahrenen Teams von GetSpeed und HRT ins Rennen. Der BMW M4 GT3 (3,0-Liter-Sechszylinder, ca. 520 PS) erreichte bei den 24h-Qualifiers den zweiten Platz.
Bei den 24h auf dem Nürburgring herrscht wieder dichter Verkehr auf der Nordschleife.
Bild: Gruppe C Photography
Der Audi R8 LMS GT3 evo II (5,2-Liter-V10, ca. 520 PS) schnappte sich bei den Qualifiers zwar die Pole, konnte im Rennen aber noch nicht überzeugen. Das erfahrene Abt-Team, in der DTM ebenfalls mit Audi am Start, setzt wie im Vorjahr auf den Lamborghini Huracán GT3 Evo2 (5,2-Liter-V10, ca. 520 PS). Die ehemalige BMW-Mannschaft Walkenhorst ist 2024 auf den neuen Aston Martin Vantage GT3 (4,0-Liter-V8, ca. 550 PS) gewechselt. Als Außenseiter gilt der SCG 004C (6,2-Liter-V8, ca. 500 PS) von Glickenhaus, der aus der Pause zurückkehrt.

Rennzwerge sind die Fan-Lieblinge bei den 24h am Nürburgring

Neben den GT3-Sportwagen sind die kleinen Teams die Publikumslieblinge: Ollis Garage bringt den beliebten Dacia Logan nach einem schweren Unfall im Vorjahr zurück – mit neuem Turbomotor und 280 PS. Hinzu kommen PS-Stars wie der VW Beetle RSR (2,0-l-Vierzylinder, ca. 350 PS) von White Angel for Fly & Help, der für den guten Zweck fährt. Auf den legendären Opel Manta müssen die Fans allerdings verzichten, denn der Fuchsschwanz ist nur noch bei den 24h Classics zu sehen.
Das Girls-Only-Team, von der Teamchefin über die Ingenieurin bis zu den Mechanikerinnen eine rein weibliche Crew, schickt einen BMW M4 GT4 (3,0-l-R6, ca. 450 PS) ins Rennen. Das Team von Ex-Fußballer Max Kruse startet mit einem VW Golf GTI TCR, der von nachhaltigem E20-Kraftstoff angetrieben wird. In der Klasse für alternative Treibstoffe wird das Team auf die Porsche-Mannschaft um Rapper Smudo treffen.

Fabian Vettel trifft auf David Schumacher

Weitere prominente Namen: Fabian Vettel, Bruder von Sebastian Vettel, fährt einen KTM X-Bow GT2 (2,5-l-Fünfzylinder, ca. 600 PS) von Dörr. Für Schnitzelalm Racing greift David Schumacher in einem Mercedes-AMG GT3 ins Lenkrad. Die Zulassung für die grüne Hölle hat er erworben, obwohl sein Vater Ralf dagegen war. „Mein Vater ist selbst nie dort gefahren, weil ihm die Nordschleife einfach zu gefährlich ist“, verrät David.
Das schreckt auch die beiden Kumpels Timo Glock und Timo Scheider nicht, die in einem BMW M4 GT4 erstmals gemeinsam ein Rennen bestreiten. Der eine Timo kann dabei viel vom anderen lernen: Scheider holte 2003 im Opel Astra den Gesamtsieg.