24h Nürburgring: Die Favoriten
Die Top-Autos und -Fahrer

Beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring kämpfen acht Marken um den Sieg: Vier davon kommen aus Deutschland, vier aus dem Ausland. Das sind die größten Favoriten.
- Oliver Müller
Es ist der Sommer der Ländervergleiche. Jogis Jungs kämpfen bei der Fußball-WM in Brasilien um den Pokal. Aber auch beim ADAC Zurich 24h-Rennen Nürburgring will Schwarz-Rot-Gold die Nase vorn haben. Dort vertreten die GT-Renner der Automobilhersteller Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche die deutschen Farben. Ihnen steht mit den Fahrzeugen von Aston Martin, Ferrari, McLaren und Nissan eine Weltauswahl gegenüber. Und die will den Deutschen so richtig einen reinballern. Doch das wird nicht einfach. Denn im Gegensatz zu den Kickern in den schwarz-weißen Trikots hat die deutsche Motorsport-Nationalmannschaft ein echtes Heimspiel.

Routinier Frank Stippler hat einmal mehr gute Karten
Und da hat Stippler eine der größten Trumpfkarten in seiner Mannschaftskabine sitzen. Er fährt für das Team Phoenix von Ernst Moser (53), das zwei Audi R8 LMS ultra einsetzt. "Wir haben gute Autos, zwei super Fahrer-Quartetts und sind aussortiert. Von daher spricht alles dafür, dass wir vorne mitfahren können", ist Moser von der Qualität überzeugt, wehrt sich aber gegen die Favoritenrolle: „Dieses Jahr gibt es rund 20 Autos, die gewinnen können." Grund für die Tiefstapelei: Mit der aktuellen Fahrzeugeinstufung, der Balance of Performance, sind die Audi R8 zwar in schnellen und mittelschnellen Kurven gut, doch es fehlt ihnen an Topspeed. So ist es teilweise schwer, andere Fahrzeuge zu überholen. Und bei einem Feld von 175 startenden Autos ist Verkehr immer vorhanden.

Bei BMW setzt man unter anderem auf das DTM-Duo Wittmann (l.) & Martin (2.v.l.)
Ohne einen Tourenwagen-Piloten geht Mercedes in den Marathon zweimal rund um die Uhr. Die Schwaben sind der Titelverteidiger. „Wir haben die Startnummer eins. Denn das Team Black Falcon hat letztes Jahr das Rennen gewonnen. Und natürlich sind dann die Erwartungen besonders hoch“, spricht Mercedes-Pilot Christian Menzel (42) von einer speziellen Drucksituation. Doch diese müsste der schnelle Rheinländer gar nicht annehmen. Denn vom siegreichen Vorjahresquartett Schneider/Edwards/Thiim/Bleekemolen sitzt nur noch der letztgenannte Holländer im Wagen mit der Eins. Die Stärken der SLS GT3 liegen vor allem auf der Bremse.

Porsche hat gleiche mehrere heiße Eisen im Feuer
Nicht nur Geheimfavorit ist Aston Martin. Der englische Traditionshersteller hatte schon 2013 das Rennen über mehrere Stunden angeführt, musste sich am Ende aber mit Rang zehn begnügen. "Wir wissen, dass unser Auto im letzten Jahr stark war. Und daran wollen wir natürlich anschließen", macht Werkspilot Stefan Mücke (32) eine Kampfansage. Größtes Manko seiner Truppe: die Nordschleifen-Routine. "Wir fahren nicht so oft hier wie andere Teams. Somit sind wir mit unserem Erfahrungsstand unterlegen", ist Mücke Realist.

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