24h Spa und Nürburgring

Das sind die Könige der Langstrecke

Wir testen die Sieger-GT3 von Porsche und BMW. Das Erfolgsrezept der Autos und der Klasse
Hans-Peter Naundorf, Teamchef bei Rowe Racing, mahnt: „Heute zählen keine Rundenzeiten!“ Denn: Die beiden Rennwagen, die wir im November 2020 auf der anspruchsvollen Rennstrecke am Bilster Berg testen durften, sind nicht irgendwelche Autos. Sie sind die Könige der Langstrecke.
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Mit dem BMW M6 GT3 (V8-Biturbo, circa 530 PS) triumphierte Rowe Racing 2020 beim legendären 24h-Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife. Nur 28 Tage später siegte das Team mit dem Porsche 911 GT3 R (Sechszylinder-Boxer, circa 530 PS) auch noch beim 24h-Klassiker in Spa-Francorchamps. Zwei Alphatiere mit echtem Sieger-Gen!

Wir testen die Sieger-GT3 von Porsche und BMW

©ROWE

Also: rein in die enge Sitzschale des Porsche. Per Druck auf den Startknopf erwacht der Sechszylinder-Boxer zum Leben. Der Sauger brüllt einen förmlich an. Ende Boxengasse, Vollgas! Direkt ist das volle Potenzial des Heckmotors zu spüren. Der Porsche 911 GT3 R fährt wie auf Schienen. Dank der Fahrhilfen wie ABS und Traktionskontrolle, die jeweils in mehrfachen Stufen zu regeln sind, ist der Porsche auch für Amateurfahrer relativ leicht zu beherrschen. Vor den Kurven lässt sich mit aller Kraft das Bremspedal treten, ohne dass die Räder blockieren. Auch das Leistungsübersteuern aus den Kurven heraus stellt dank Traktionskontrolle keine Herausforderung dar.
Wer richtig schnell sein möchte, sollte die Unterstützung der Helferlein auf ein Minimum reduzieren – dann wird die Fahrt zum Ritt auf der Rasierklinge, vor allem im Regen.
Raus aus dem Porsche, rein in den BMW. Kupplung treten und den V8-Biturbo starten, der im Vergleich zum Boxermotor fast schon langweilig klingt. Der BMW M6 GT3 als Dickschiff ist längst nicht so agil wie der traktionsstarke Porsche, der kleinere Fehler deutlich besser verzeiht. Eine falsche Linienwahl mit dem BMW zieht sich durch den gesamten Streckenabschnitt, während sich der Porsche schnell wieder positionieren lässt.

Wer richtig schnell sein möchte, sollte die Unterstützung der Helferlein auf ein Minimum reduzieren.

©ROWE

Porsche, BMW – und viele andere Hersteller: Die GT3-Klasse boomt. Im nächsten Jahr kommen die Sportwagen mit mächtigem Heckflügel sogar in der DTM zum Einsatz. Die unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte werden mithilfe der „Balance of Performance“ auf ein gemeinsames Leistungsniveau gebracht, denn jedes Fahrzeug hat seine eigenen Stärken und Schwächen.
Der Porsche überzeugt dank Heckmotor mit einer speziellen Traktion, die ihn besonders auf kurvigen Strecken zum Spitzenreiter macht. Im Gegensatz dazu punktet der BMW mit seinem Transaxle-Konzept und der optimalen Gewichtsverteilung, die sich beim Langstreckenrennen mit einem geringen Reifenverschleiß auszahlt. Zwei Könige der Langstrecke eben.

Autor: Sönke Brederlow

Fotos: ROWE

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