Ein Alfa Romeo mit 145 PS, 185 km/h Spitze und 105-Liter-Tank? Klingt ungewöhnlich. Noch ungewöhnlicher: Dieser Alfa hat weder Räder noch Straßenzulassung. Dafür einen 7,61 Meter großen Rotor.
Beim Alfa-Treffen "Pista & Piloti" auf dem TRIWO-Testgelände in Pferdsfeld sorgte am vergangenen Wochenende ein ungewöhnliches Gefährt zwischen mehr als 200 historischen Renn- und Sportwagen für Aufsehen: der Evocopter ClassiX von Firmengründer Paul Ressle.
Der Unternehmer aus dem bayerischen Schongau ist seit seiner Kindheit Alfa-Fan und fährt unter anderem eine aktuelle Giulia Quadrifoglio. Und genau die diente als Vorbild für seinen Helikopter.

Giulia Quadrifoglio liefert das Vorbild

Der Rumpf trägt "Rosso Alfa", dazu kommen die berühmten Quadrifoglio-Kleeblätter. Selbst im Innenraum setzt Ressle die Anleihen fort: Alcantara und Leder sollen für Alfa-Atmosphäre über den Wolken sorgen.
"Für das allererste Modell dieses Typs kam für mich nichts anderes infrage als die Anlehnung an meine Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio", erklärt Ressle. Von der Außenfarbe über das Interieur bis zu den Kleeblatt-Details sei seine Leidenschaft für Alfa Romeo in den Helikopter eingeflossen.
Ultraleicht-Helikopter im Stil eines Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio
Ultraleicht, aber nicht günstig: Der Evocopter ClassiX kostet ab rund 290.000 Euro netto.
Bild: Stellantis
Die Parallelen beschränken sich nicht auf die Optik. Wie Alfa bei der Giulia Quadrifoglio setzt Evocopter intensiv auf Kohlefaser. Rumpf, Kabine und Rotorblätter des ClassiX bestehen aus dem leichten Werkstoff, ein Gitterrohrrahmen aus Chrom-Molybdän-Stahl bildet die tragende Struktur.
Das ist notwendig, denn als Ultraleicht-Helikopter darf der ClassiX inklusive Pilot und möglichem Passagier maximal 600 Kilogramm wiegen. Leer bringt er ab 367 Kilogramm auf die Waage.

145 PS und bis zu 185 km/h

Für den Vortrieb sorgt allerdings kein Alfa-Motor. Statt eines umgebauten Pkw-Triebwerks verwendet Evocopter einen Lycoming O-360 J2A, ein Luftfahrttriebwerk mit rund sechs Liter Hubraum und 145 PS.
Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 185 km/h, als Reisegeschwindigkeit nennt Evocopter 130 bis 150 km/h. Dabei fließen rund 27 Liter Kraftstoff pro Stunde durch die Leitungen. Der Tank fasst 105 Liter. Crashsichere Tankblasen mit Schaumstofffüllung sollen zusätzliche Sicherheit bieten.
Billig ist das Vergnügen nicht: Der ClassiX startet bei rund 290.000 Euro netto.

Die Giulia ist schneller und deutlich günstiger

Dagegen wirkt selbst die Giulia Quadrifoglio fast wie ein Schnäppchen. Ihr 2,9-Liter-V6-Biturbo bringt es auf 520 PS und 600 Nm Drehmoment. Über eine Achtgang-Automatik geht die Kraft an die Hinterräder. Tempo 100 steht nach 3,9 Sekunden auf dem Tacho, maximal sind 307 km/h möglich.
Ultraleicht-Helikopter im Stil eines Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio
Mit bis zu 185 km/h ist der ClassiX flott unterwegs. Die Giulia Quadrifoglio bleibt dennoch deutlich schneller.
Bild: Stellantis
Auch Alfa setzt bei seinem Topmodell auf reichlich Kohlefaser. Dach, Motorhaube, Spoiler und Kardanwelle bestehen aus dem Hightech-Material. Der Preis für die Giulia Quadrifoglio beginnt bei 100.700 Euro.
Damit kostet der Helikopter fast dreimal so viel wie sein Vorbild. Dafür bietet er etwas, das selbst die schnellste Giulia nicht kann: Er hebt tatsächlich ab.