80 Jahre Nürburgring
Und ewig lockt der Wald

Der "Ring" feiert 80. Geburtstag: Die Nordschleife des Nürburgrings war und bleibt ein Mythos. Ein Rückblick.
"Lange bevor ich auf meinen Europareisen zum ersten Mal etwas vom Kölner Dom hörte, lange bevor ich wusste, wie gut Sauerkraut und bayerisches Bier schmecken, kannte ich die Zahl der Nürburgringkurven, waren Karussel und Schwalbenschwanz vertraute Begriffe, auch wenn ich sonst kein Wort Deutsch sprach." Stellvertretend für viele seiner Kollegen und Motorsport-Fans überall auf der Welt, beschreiben diese Worte des australischen Rennfahrers Alan Hamilton die Ausstrahlung Europas traditions- und erfolgreichster Rennstrecke. Der Nürburgring fasziniert – seit nunmehr 80 Jahren. Formel 1, DTM, 24-Stunden-Rennen, Truck-Grand-Prix oder Rock am Ring haben sich in der Eifel längst zu bekannten Großveranstaltungen etabliert. Doch die Faszination gilt nach wie vor der alten Nordschleife. Die 20,8 Kilometer lange Ur-Strecke gilt weltweit als "die Rennstrecke“ überhaupt. Nicht nur wegen ihrer Länge. Keine der 33 Links- und 40 Rechtskurven ist gleich. Es ist eine wilde Berg- und Talbahn mit uneinsichtigen Kuppen, Bodenwellen, Sprunghügeln. Auch wenn die großen Rennserien aus Sicherheitsgründen heutzutage lieber auf der modernen, maximal 5,148 Kilometer langen Grand-Prix-Strecke fahren: Der "Ring“ ist für die Fans die Nordschleife. Und seit ihrer Eröffnung im Juni 1927 zieht sie sportliche Auto- und Motorradfahrer magisch an. Außerhalb von Rennveranstaltung kann bei den Touristenfahrten richtig Gas gegeben werden.
Doch nicht nur PS-Pilger aus aller Welt lieben den Nürburgring. Sondern auch die Einheimischen. Mit den Fans kommt das Geld, die Rennstrecke ist der Motor der Region. Das war schon immer so. Kurz nach der Eröffnung, am 18. Juni 1927 wurde klar, welche wirtschaftliche Kraft diese frühe Form der Freizeitindustrie entfalten würde. Aus Gaststätten mit Fremdenzimmern wurden Hotels, aus Kuhweiden Parkflächen; die Rennen zum Segen einer Region, die zu den ärmsten Deutschlands gehörte.
Doch nicht nur PS-Pilger aus aller Welt lieben den Nürburgring. Sondern auch die Einheimischen. Mit den Fans kommt das Geld, die Rennstrecke ist der Motor der Region. Das war schon immer so. Kurz nach der Eröffnung, am 18. Juni 1927 wurde klar, welche wirtschaftliche Kraft diese frühe Form der Freizeitindustrie entfalten würde. Aus Gaststätten mit Fremdenzimmern wurden Hotels, aus Kuhweiden Parkflächen; die Rennen zum Segen einer Region, die zu den ärmsten Deutschlands gehörte.
30er Jahre: Wirtschaftskrise und Silberpfeile

40er und 50er Jahre: Wirtschaftswunder, Massen und Motoren

Die Sechzigerjahre hatten ihr eigenes Idol. Wolfgang Graf Berghe von Trips war der neue Publikumsmagnet, der 1961 um den Sieg auf dem Nürburgring kämpfte. Wirtschaftswunderzeit – da gehörte der Motorsport zum neuen Selbstbewusstsein einer ganzen Nation. Begleitet von einem für damalige Zeiten gewaltigen Medienrummel fieberten 1961 über 100.000 Zuschauer mit dem Gentlemen-Racer. Graf Berghe von Trips verlor gegen den an diesem Tag unschlagbar scheinenden Stirling Moss. Seiner Popularität tat das keinen Abbruch. 1969 – neue populäre Fahrer wie der Belgier Jackie Ickx sorgten für Massenbesuche bei den Motorsportveranstaltungen. Autorennen wurden beliebter denn je, die Fahrer wie Popstars verehrt. Höhepunkt des Jahres war der Große Preis von Deutschland, den Jackie Ickx für sich entschied. An diesem Tag ahnte keiner, dass die Nordschleife als Grand-Prix-Strecke in Frage gestellt werden könnte. Doch bereits ein Jahr später war es soweit: Nach einer Serie schwerer Unfälle forderten mehrere Fahrer eine umfangreiche Umgestaltung der Grünen Hölle, wie die Strecke durch die Eifel-Wälder noch immer ehrfurchtsvoll von den Fahrern genannt wird.
70er- und 80er-Jahre: Ende mit Schrecken, Neuanfang mit Grand Prix

Der Aufsichtsrat beschloss den Bau einer neuen, kürzeren und moderneren Rennstrecke. Nach zähen Verhandlungen und nicht zuletzt dank der Bewegung "Rettet den Nürburgring" setzte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel am 30. November 1981 den ersten Spatenstich. Drei Jahre später, am 12. Mai 1984, wurde die neue 4,542 Kilometer lange Strecke mit einem großen Programm aus Show und Motorsport eröffnet. Am 7. Oktober 1985 startete die Formel 1 erstmalig auf der neuen Strecke. Der Sieger: Michele Alboreto auf Ferrari. Als weitere Premiere zog das Musikspektakel Rock am Ring erstmals neue Besucherströme in die Eifel. Ein Jahr später fand der erste Truck-Grand-Prix des ADAC statt – ein Überraschungserfolg, der sich zu einer der tragenden Säulen des Veranstaltungsprogramms entwickeln werden sollte.
90er: Schumi kommt und mit ihm neue Zuschauermassen

Das neue Jahrtausend – mit Vollgas in die Zukunft
Zu Beginn des neuen Jahrtausends gab der Nürburgring weiter Gas. Das Start- und Zielhaus, das Boxengebäude und der Conti-Turm fielen im Jahr 2000. Bis zum Großen Preis von Europa 2001 entstanden dafür drei weitere VIP-Loungen und ein hochmodernes neues Start- und Zielhaus. Das neue Fuji Digital Media Center mit modernster Technik bietet seitdem Journalisten und Fotografen auf über 1.650 Quadratmetern Platz. Im Jahr 2006 entschied die FIA, dass die Formel 1 ab 2007 nur noch einen Auftritt in Deutschland haben soll. Der Nürburgring wechselt sich deshalb im jährlichen Rhythmus mit dem Hockenheimring ab. Für die Zukunft rüstet sich der Ring demnächst mit dem Bau von neuen Indoor-Attraktionen. In einer Arena sollen 4.500 Sitzplätze entstehen. Denn nicht nur die grüne Hölle, sondern auch Konzerte oder Motocross-Events sollen Besucher in die Eifel ziehen. Autobild.de wünscht herzlichen Glückwunsch!
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