Volkswagen hat die Trophäen zu den 19 ersten Plätzen beim "Gelben Engel" in ein Paket gepackt – und als Retoure zum ADAC nach München geschickt.
(dpa/brü) Pikantes Paket aus Wolfsburg: Der Volkswagen-Konzern hat seine Trophäen aus dem ADAC-Wettbewerb "Gelber Engel" postalisch an den Automobil-Club zurückgeschickt. "Die 19 ersten Plätze sind alle in einem einzigen Paket auf dem Weg", sagte ein Sprecher am 17. Februar 2014 in Wolfsburg.
Der VW-Konzern heimste 19 erste Plätze beim "Gelben Engel" ein – bei einer Übergabe freute sich VW-Chef Martin Winterkorn noch (Archivbild).
VW protestiert damit gegen Manipulationen bei den einst in der Branche begehrten Auszeichnungen. Untersuchungen brachten am Montag (17. Februar) die Gewissheit, dass beim ADAC zwischen 2009 und 2013 neben der Teilnehmerzahl auch die Rangfolge der "Gelben Engel" gefälscht war. Der VW-Sprecher sagte: "Wir hatten in den vergangenen Jahren keinerlei Grund, an der Ehrlichkeit des ADAC zu zweifeln."
Überblick: Die Pannen des ADAC
Die Wirtschaftsprüfer von Deloitte brachten das Ausmaß der Manipulationen an den Tag: Laut dem Bericht der externen Prüfer waren sowohl die Reihenfolge der platzierten Modelle wie auch die Anzahl der abgegebenen Stimmen fehlerhaft. Durch diese bewussten Veränderungen wurde bei dem Preis eine größere Markenvielfalt erreicht. Fehlerhaft waren demnach die Preisverleihungen in den Jahren 2009 bis 2013. Vergangene Woche hatten die Prüfer bereits Manipulationen bei der diesjährigen Wahl bestätigt. Weitere Kategorien des "Gelben Engels" werden noch geprüft.Insgesamt wollen die Autokonzerne VW, BMW und Daimler 40 Auszeichnungen des "Gelben Engels" an den ADAC zurückgeben. Neben den von VW verschickten handelt sich laut BILD am SONNTAG um zehn Trophäen von BMW sowie elf von Daimler.