Im Crashtest hielten die Kindersitze Chipolino Olympus i-Size und Reecle 360 den Kräften beim Frontalaufprall nicht stand und lösten sich von ihren Unterkonstruktionen, sodass die Sitzschalen mit dem angeschnallten Dummy nach vorne geschleudert wurden. Der ADAC rät deshalb dringend vom Kauf dieser Sitze ab.
Bei den beiden Modellen handelt es sich um sogenannte mitwachsende Kindersitze, die durch Verstellen einzelner Sitzelemente an die jeweilige Größe des Kindes angepasst und so über mehrere Jahre genutzt werden können. Dabei werden die Sitze je nach Alter des Kindes auf verschiedene Weisen im Auto montiert: entweder in Fahrtrichtung oder entgegen der Fahrtrichtung.

Beide Kindersitze versagten bei Nutzung entgegen der Fahrtrichtung

Der ADAC hatte die Kindersitze unter beiden Einbauvarianten getestet. Bei der Montage in Fahrtrichtung hielten die betroffenen Modelle dem Crash zwar stand – da Kinder bis 15 Monate aber laut Gesetzgeber entgegen der Fahrtrichtung transportiert werden müssen, sind die Kindersitze nicht für diesen Zweck geeignet. Der ADAC empfiehlt aus Sicherheitsgründen, dass alle Kinder bis zwei Jahre entgegen der Fahrtrichtung im Kindersitz angeschnallt werden sollten.
ADAC-Kindersitz-Test Herbst 2025, Chipolino Olympus i-Size
Laut Chipolino ist der Olympus i-Size bereits ausverkauft – allerdings können bei Händlern noch Restbestände vorhanden sein.
Bild: ADAC/Ralph Wagner
Eltern, die einen der betroffenen Kindersitze gekauft haben, sollten diesen nicht mehr benutzen – insbesondere nicht für Kinder unter zwei Jahren. Zudem sollte der Händler kontaktiert und um Kulanz gebeten werden. Da beide Sitzmodelle die gesetzlichen Anforderungen erfüllen, dürfen sie in Europa verkauft werden.

Anspruch auf Sachmängelhaftung?

Ein genereller Anspruch auf Rückgabe bzw. Umtausch von bereits gekauften Produkten lässt sich anhand des schlechten Abschneidens beim Test nicht ableiten. Eltern, die den neuen Kindersitz vor weniger als zwei Jahren gekauft haben, könnten einen Anspruch auf Sachmängelhaftung gegen den Verkäufer haben – dies müsste jedoch im Einzelfall geprüft werden, erklärt der ADAC.
ADAC-Kindersitz-Test Herbst 2025, Reecle 360
Der Reecle 360 ist unter verschiedenen Namen erhältlich – unter anderem bei Amazon.
Bild: ADAC/Ralph Wagner
Auffällig beim Reecle-Kindersitz ist die uneinheitliche Benennung: Das online unter der Bezeichnung "Reecle 360 Drehbar i-Size Kindersitz mit ISOFIX 40-150 cm (0-36 kg) Reboarder, ab Geburt -12 Jahre, ECE R129" angebotene Modell wird in seiner Bedienungsanleitung auch als "ZA10 i-Size" und als "946i i-Size" bezeichnet. Somit sei es möglich, dass dieser Kindersitz, der auf dem Prüfsiegel die Zulassungsnummer "E8 – 0313715" trägt, auch unter anderen Produktbezeichnungen vertrieben wird, warnt der ADAC.
Die vollständigen Ergebnisse aus dem ADAC Kindersitztest werden am 21. Oktober 2025 veröffentlicht.