Der Champagner vom Doppelsieg auf dem Lausitzring ist kaum getrocknet, da geht es für Luca Engstler und seine Verfolger in der ADAC TCR Germany schon wieder rund. Auf dem Hockenheimring steht das vierte von sieben Rennwochenenden der Saison 2021 an. Beim Rennen am Samstag wird somit der inoffizielle Halbzeitmeister gekürt.
Erstmals in dieser Saison tritt die ADAC TCR Germany dann nicht wie sonst üblich im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters an, sondern startet beim ADAC Racing Weekend – der erst in diesem Jahr neu ins Leben gerufenen Rundstrecken-Motorsport-Plattform für PS-Breitensportler.
Für den souveränen Spitzenreiter in der Gesamtwertung, den 21-jährigen Allgäuer Luca Engstler, werden das zwei total schwere Rennen. Und zwar im wahrsten Wortsinn. Wegen seines bärenstarken Wochenendes zuletzt auf dem Lausitzring muss der Hyundai-Pilot bei der Veranstaltung im badischen Motodrom dass nach TCR-Regelwerk höchstmögliche Zusatzgewicht von 60 Kilogramm in seinem Hyundai i30 N TCR mitschleppen.
„Wir haben auf dem Hockenheimring zweimal getestet und gehen bestens vorbereitet in das Wochenende. Aber gerade auf der langen Gerade Parabolica wird sich das Gewicht sicher negativ bemerkbar machen“, ist Deutschlands Top-Tourenwagen-Nachwuchshoffnung eher vorsichtig optimistisch. „Mein Vorsprung in der Tabelle scheint groß, aber es sind noch so viele Rennen zu fahren, dass das Rennen um den Titel völlig offen ist“, so Engstler und verweist auf Eric Scalvini, der auf Platz drei 60 Punkte Rückstand hat. 
Der Italiener feierte mit seinem Cupra Leon Competición TCR bei den Rennen auf dem Red Bull Ring in Österreich ebenfalls einen klaren Doppelsieg, kam zuletzt in der Lausitz aber nicht über die Plätze sechs und sieben hinaus.
Eric Scalvini (Cupra Leon Competición TCR) will in Hockenheim seinen dritten Saisonsieg einfahren.
„Daran sieht man, dass auch ein scheinbar sicherer Vorsprung ganz schnell wieder schmelzen kann“, erkärt Engstler. Zumal sich der Tabellendritte angriffslustig gibt: „Ich möchte in Hockenheim besser abschneiden als zuletzt in der Lausitz“, stellt Scalvini klar. „Ich hoffe, dort genauso wettbewerbsfähig zu sein wie auf dem Red Bull Ring. Ich kenne die Strecke in Hockenheim von einem Test im Frühjahr. Die schnelle Rechtskurve hinein ins Motodrom gefällt mir unbeschreiblich gut. Das Layout in Hockenheim sollte unserem Cupra gut liegen.“
Kampflos wird Engstler seinen Platz an der Sonne freilich nicht preisgeben. „Wenn sich die Chance ergibt, will ich natürlich wieder auf Sieg fahren“, kündigt der Wiggensbacher an. Mit Blick auf die Meisterschaft einfach nur sichere Punkte mitnehmen ist nicht das Ding von Engstler. „An den Titel verschwende ich jetzt noch keinen Gedanken. Das würde mir nur zusätzlich Druck und Stress machen. Ich denke nur von Rennen zu Rennen.“
Auch beim ADAC Racing Weekend in Hockenheim sind Fans willkommen. Auch der Zugang zum Fahrerlager ist möglich. Im Livestream zu sehen sind die beiden Rennen der ADAC TCR Germany am Samstag und Sonntag jeweils ab 13.30 Uhr auf adac.de/motorsport und auf youtube.com/adac.

Von

Thomas Arndt