Riesenjubel bei Luca Engstler: Der 21-Jährige Allgäuer hat sich im drittletzten Saisonrennen der ADAC TCR Germany vorzeitig den Titel gesichert.
Im Hyundai i30 N TCR belegte der Wiggensbacher im Sonntagsrennen auf dem Hockenheimring den vierten Platz. Der genügte, um die Meisterschaft für sich zu entscheiden. Zu einem solch frühen Zeitpunkt war das bisher noch keinem Champion in der ansonsten immer hart umkämpften Tourenwagenserie gelungen.
„Ich bin super happy, dass ich den Titel eingefahren habe. Ich kann es noch gar nicht richtig realisieren, das kommt wahrscheinlich im Laufe des Tages und des Abends. Mein großer Dank gilt dem Team, das einen überragenden Job gemacht und mir immer ein perfektes Auto gegeben hat“, jubelte Engstler, der beim Saisonfinale (5. bis 7. November) auf dem Nürburgring von seinen Verfolgern nicht mehr abzufangen ist.
Luca Engstler hat sich im drittletzten Saisonrennen der ADAC TCR Germany vorzeitig den Titel gesichert.
Für das Hyundai-Team Engstler ist das bereits der dritte Fahrertitel in Folge, denn auch Engstlers Vorgänger Antti Burri und Max Hesse starteten für das Team der Tourenwagen-Legende Franz Engstler. Und das hatte in Hockenheim noch mehr Gründe zu feiern. Die Mannschaft machte neben dem Fahrertitel auch den Sieg in der Teamwertung perfekt. Zudem sicherte sich Engstler-Fahrer Nico Gruber (20) den Gesamtsieg in der Honda Junior Challenge. Sein Teamkollege Roland Hertner (62) stand schon vorher als Gewinner der Trophy-Wertung fest.
Den Sieg im Sonntagsrennen in Hockenheim sicherte sich der von der Pole Position gestartete Italiener Eric Scalvini im Cupra Leon Competición TCR des Teams Wimmer Werk Motorsport. „Dieser Erfolg bedeutet mir eine Menge. Wir haben uns für einen sehr starken Sonntag belohnt. Meinen großen Glückwunsch auch an Luca Engstler“, sagte Scalvini, für den es der bereits vierte Saisonsieg war.
Auf Platz zwei fuhr Dominik Fugel (Honda Civic TCR ) ins Ziel, der jetzt alles versuchen wird, die Saison auf dem zweiten Platz der Gesamtwertung zu beenden. Das Podium komplettiert Dominiks jüngerer Bruder Marcel Fugel, ebenfalls in einem Honda Civic TCR.
Den Start entschied Engstler eigentlich für sich, an Scalvini vorbei kam der 21-Jährige jedoch nicht. Sein Überholmanöver missling und bei der Einfahrt in die Parabolika fand sich Engstler nur noch auf Platz zehn wieder. Allerdings gelang es dem Allgäuer schon eine Runde später, wieder bis auf Rang vier vorzufahren. Ein wirkliches Duell mit Marcel Fugel auf Platz drei, lieferte sich Engstler nie, da er zu jeder Zeit wusste, dass sein vierter Platz ihm zur Meisterschaft reichen würde.
Trotz einer Safety-Car-Phase in der siebten Runde, ausgelöst durch eine Kollision von Ruben Fernandez Gil (43, Spanien, RC2 Junior Team) im Cupra Leon Competición und Honda-Pilot Albert Legutko (21, Polen, Albert Legutko Racing), änderte sich an den vorderen Rängen nichts mehr. Nach 16 Runden sah Scalvini die schwarz-weiß-karierte Flagge nach einem souveränen Rennen als Erster.

Lamborghini siegt erneut

Die Titelentscheidung in der Deutschen GT-Meisterschaft fällt beim Finale: Der Meisterschaftskampf spitzte sich beim vorletzten Rennwochenende in Hockenheim weiter zu.
Der Sieg im Sonntagsrennen ging wie am Vortag an Lamborghini.
Die Tabellenführer Ricardo Feller und Christopher Mies (Montaplast by Land-Motorsport) geraten unter Druck. Im Audi belegten sie im Sonntagsrennen Rang sieben, während ihre engsten Verfolger Luca Stolz und Maro Engel im Mercedes-AMG des Teams Toksport WRT mit Rang drei ihren Rückstand auf nur vier Punkte reduzierten. Beim Finale vom 5. bis 7. November auf dem Nürburgring haben rechnerisch noch 13 Fahrer Titelchancen.
Der Sieg im Sonntagsrennen ging wie am Vortag an Lamborghini. Diesmal waren es Rolf Ineichen und Franck Perera (GRT Grasser Racing Team), die vor den Tabellenvierten Mercedes-AMG-Piloten Raffaele Marciello und Maximilian Buhk (Mann-Filter Team Landgraf – HTP/WWR) siegten. „Das war ein perfekter Tag für uns, aber auch ein großartiges Wochenende für das GRT Grasser Racing Team und für Lamborghini“, so der ehemalige Formel-1-Testfahrer Perera. „In einer so hart umkämpften Rennserie zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes.“

Von

Thomas Arndt